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Ingolstadt

08.12.2020

Ingolstadts Bürgermeisterin Petra Kleine im Interview

Seit Frühjahr 2020 ist Petra Kleine Dritte Bürgermeisterin in Ingolstadt.
Bild: Manfred Dittenhofer

Plus Sie gilt als Urgestein der Ingolstädter Stadtpolitik. Seit den Kommunalwahlen hat sich für Petra Kleine noch einmal viel geändert: Sie ist jetzt Dritte Bürgermeisterin. Sie spricht über die Stadt und Corona.

Seit vielen Jahrzehnten ist Petra Kleine ehrenamtlich in der Ingolstädter Lokalpolitik tätig. Seit Mai ist sie Dritte Bürgermeisterin. Eine neue Situation in einer Zeit, in der nichts normal ist. Wir sprachen mit ihr über Ingolstadt, den Umstieg in das Fulltime-Politikertum und die momentanen Einschränkungen.

Sie sind seit Jahrzehnten eine Art ehrenamtliche Berufspolitikerin. Hat sich mit dem Amt der Dritten Bürgermeisterin für sie viel geändert?

Petra Kleine: Ich bin sozusagen Nebenerwerbs-Berufspolitikerin gewesen. Jetzt habe ich den Sprung vollzogen, vom Ehrenamt, neben dem ich ja auch voll gearbeitet habe, hin zur hauptamtlichen, politischen Funktion.

Schränkt Sie die Pandemie sehr ein?

Kleine: Ja und nein. Der Lockdown beschränkte uns anfangs sehr auf das Rathaus. Viele Termine und repräsentative Dinge sind ausgefallen. Dadurch habe ich mich umfassend im Rathaus einarbeiten können. Das war allerdings nur in den ersten Wochen ein Vorteil. Danach haben genau diese Termine gefehlt: Der Austausch, die Interaktion, der Mehrwert einer persönlichen Begegnung. Ein Bildschirm macht Gespräche wirklich flach.

Und so richtig feiern konnten Sie Ihren Erfolg auch nicht.

Kleine: Natürlich hätte ich die Wahl zur dritten Bürgermeisterin gerne gefeiert. Der Wahlerfolg war mehr als jemals zuvor eine Gemeinschaftsleistung von vielen Unterstützern. Das konnten wir nicht wirklich feiern und das fehlt uns. Eine Glückwunsch-Email ersetzt den persönlichen Kontakt nun wirklich nicht. Und zudem fehlen mir auch die Gespräche mit den Bürgerinnen und Bürgern, die Rücksprache mit Organisationen und die Besuche bei Einrichtungen.

Welche Erlebnisse haben Sie besonders beeindruckt? Auf welche hätten sie lieber verzichtet?

Kleine: Beeindruckt hat mich die große Rücksicht und Disziplin der jungen Leute. Sehr gefreut hat mich der Jazzförderpreis für Malik Diao und, dass wir mit ihm den Nationalfeiertag zusammen begangen haben. Oder die Initiative für das Jugendparlament, die vielen Ideen und das tolle Engagement der Jugend. Verzichtet hätte ich gerne auf die Erfahrung in den Pflegeheimen – die Kontaktbeschränkungen für die Seniorinnen und Senioren, das Vermissen von Familienbesuchen, der notwendige Abstand untereinander. Die spürbare Traurigkeit war und ist sehr bedrückend.

Was hat sich für Sie durch das Amt verändert?

Kleine: Ich habe sehr viel mehr Wirksamkeit und Unterstützung als zuvor als ehrenamtliche Fraktionsvorsitzende – von meinem Büro, aber auch vom Rathaus. Ich kann wirkungsvoller an Themen arbeiten. Ich erlebe Ingolstadt tatsächlich noch einmal anders und erfahre viel Neues, kürzlich zum ersten Mal eine Ahornernte. Ich sehe viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Das Interesse der Bürgerinnen und Bürger an Zusammenarbeit und deren Wunsch, sich mit dem Rathaus auszutauschen, ist sehr groß. Trotz der Corona-Einschränkungen versuchen wir, in Kontakt zu bleiben.

Welche Bereiche haben Sie als Dritte Bürgermeisterin übernommen?

Kleine: Ich befasse mich mit ökologischen Themen wie dem Klimawandel. Für den Bereich Umwelt bin ich operativ tätig. Da geht es um Klimastrategien, um Biodiversität und auch um die Donau. Dazu kümmere ich mich um alle sozialen Fragen, wie den Gesundheitsbereich, die Freiwilligenarbeit und die Jugend.

Was liegt Ihnen momentan besonders am Herzen?

Kleine: Wir dürfen mit Corona andere wesentliche Themen nicht aus dem Fokus verlieren. Andererseits beschäftigt uns diese Pandemie schon sehr, denn durch sie wurden bestimmte Routinen und Strukturen aufgebrochen. Gerade in der Kultur, in der Gastronomie, im Sozialen sind Brüche entstanden. Jetzt müssen wir darauf achten, dass nichts, was uns wichtig ist, wegfällt. Das Ehrenamt zum Beispiel erfährt einen dramatischen Rückgang, da das Engagement nicht mehr gelebt werden kann. Bei allen Zukunftsüberlegungen denke ich immer auch an den ökologischen Aspekt. Damit wir diese und die sozialen Fragen trotz Corona nicht aus den Augen verlieren.

Und nun einige Kurzfragen - Bitte schnell antworten. Tee oder Kaffee?

Kleine: Beides! Ich wüsste nicht, wie ich mich entscheiden sollte.

Bier oder Wein?

Kleine: Schon wieder die gleiche Antwort. Das ist sehr situationsabhängig.

Fisch oder Fleisch?

Kleine: Schon wieder beides.

Sie müssten sich schon entscheiden.

Kleine: Ach, lieber nicht.

Buch oder Film?

Kleine: Voll Film - gerne auch Serie.

Kopf oder Bauch?

Kleine: Kopf.


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