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Ingolstadt

18.05.2020

Ingolstädter Händler hoffen auf verkaufsoffene Sonntage

Der verkaufsoffene 3. Oktober hat immer zahlreiche Menschen in die Ingolstädter Innenstadt gelockt. Deshalb wünschen sich die Händler mehr solche Angebote.
Bild: Silke Federsel

In der Ingolstädter Innenstadt ist das Leben zurückgekehrt. Doch zum entspannten Bummeln und Einkaufen mit Maske haben nur die wenigsten Lust. Dann ist da auch noch die ungewisse Zukunft der Kaufhof-Filiale.

Wenigstens eine Zahl gibt Anlass zur Hoffnung. Die kleineren Geschäfte hatten gerade seit ein paar Tagen wieder geöffnet, da veröffentlichte das Portal Hystreet Daten für die Besucherfrequenzen in Deutschlands Innenstädten. Während sich bundesweit die Zahl im Vergleich zum Vorjahr fast halbiert hatte, so lag der Ingolstädter Wert am Samstag vor einer Woche bei 73 Prozent – deutsche Spitze. Doch Thomas Deiser, Vorsitzender des Innenstadtvereins In-City, relativiert erst einmal. Denn damals hatten im Westpark – im Gegensatz zur Innenstadt – die Läden noch nicht geöffnet.

Zu Lustkäufen haben nur wenige Ingolstädter Lust

Insgesamt liegt der Umsatz der Innenstadt-Geschäfte laut Deiser – abhängig von der Branche – seit der Wiedereröffnung bei rund zwei Drittel des Vorjahresumsatzes. „Die Leute machen keine Lustkäufe“, sagt Deiser. „Es macht noch nicht richtig Spaß.“ Wer zum Einkaufen mit Maske und Sicherheitsabstand geht, der muss kaufen. Weil die Schuhe durchgelaufen sind, weil die Übergangsjacke kaputt ist, weil die Sommerhosen nicht mehr passen. Vor allem Ersatzkäufe, sagt Deiser, werden momentan getätigt. Und so gibt es zwar beispielsweise vor Schmuckgeschäften mitunter lange Schlangen. Aber nicht, weil die Ingolstädter etwa Lust auf Uhren und Ringe verspüren: Während des Corona-Lockdowns haben die Uhren-Batterien schlicht ihren Geist aufgegeben. Und auch Kinderschuhe seien in den vergangenen Tagen ziemlich nachgefragt gewesen.

Deiser hofft nun, dass sich die Umsätze der Händler bald wieder erholen. Dazu sollen auch die Lokale beitragen, die seit Montag zumindest mit ihrer Außengastronomie wieder öffnen dürfen. Wobei er weiß, dass es wahrscheinlich besonders für einige kleine Gaststätten schwierig werden könnte, eine Bewirtung vor Ort mit entsprechenden Hygieneauflagen mit einem Liefer- und Abholservice vereinbaren zu können. Bislang ist noch kein Innenstadt-Laden nach Auskunft des In-City-Vorsitzenden der Corona-Krise zum Opfer gefallen. Doch die Gefahr von Pleiten sei auch mit einer Wiedereröffnung nicht gebannt. Denn irgendwann müssen auch Mieten bezahlt und Kredite getilgt werden. Und wenn dann die Herbstware ausgeliefert wird und bezahlt werden muss, könnte es für einige Läden finanziell eng werden, befürchtet Deiser.

Die Kaufhof-Filiale in Ingolstadt steht vor einer ungewissen Zukunft

Mächtig ins Schlingern gekommen ist allerdings bereits die Kette Galeria Karstadt Kaufhof, deren Vorstandsvorsitzender der gebürtige Ingolstädter Stephan Fanderl ist. Sie hat angekündigt, deutschlandweit zahlreiche ihrer Filialen schließen zu wollen. Ob auch die Ingolstädter Filiale in der Ludwigstraße betroffen ist, dazu hatte sich die Pressestelle des Unternehmens bis Redaktionsschluss noch nicht gemeldet.

Zumindest von Baustellenlärm bleiben die Anlieger der Ingolstädter Fußgängerzone in den kommenden beiden Jahren verschont. Ursprünglich war geplant, die Sanierungsarbeiten in diesem Jahr auszusetzen, um den Besuchern der Landesgartenschau bei einem Ausflug in die Innenstadt die Altstadt ohne Lärm und Dreck zu präsentieren. Da die Ausstellung jedoch auf kommendes Jahr verschoben wird, gibt es auch 2021 noch eine Verschnaufpause für die Händler und Gastronomen, da keine Bauarbeiten stattfinden.

Doch was könnte den Geschäftsinhabern über die Ausfälle der Corona-Zeit hinweg helfen? Die Junge Union und die FDP haben im Stadtrat einen Antrag mit Vorschlägen eingereicht, die aktuell noch von der Verwaltung geprüft werden. So soll es in Ingolstadt vier verkaufsoffene Sonntage im Jahr geben. Bislang gibt es in der Stadt eine breite Front gegen geöffnete Läden an Sonntagen, in dieser Ausnahmesituation ist diese Mauer aber gebröckelt. Für Thomas Deiser wäre es ein wichtiger Impuls: „Es wäre eine Chance, dass wir uns aus eigener Kraft helfen könnten.“

Genauso hofft Deiser auf eine Ausweitung der Semmeltaste, wie sie auch im JU/FDP-Antrag steht. Wäre Deiser zwei Stunden kostenloses Parken auf den Großparkplätzen und in den Parkhäusern am liebsten, so hat sich die Mehrheit im Stadtrat für eine Verlängerung auf eine Stunde auch in den Kurzparkzonen der Innenstadt ausgesprochen. Bislang dürfen Autofahrer dort 20 Minuten umsonst parken, in den Tiefgaragen ist es eine halbe Stunde.

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