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Neuburg

13.12.2020

Inzidenz über 200: Diese neuen Regeln gelten jetzt im Raum Neuburg

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag laut RKI am Sonntag bei 203,5.
Bild: Marcus Merk (Symbolfoto)

Plus Der Inzidenz-Wert reißt am Sonntag die 200er-Marke. In der Region treten damit weitere Regelungen in Kraft. In der Gastronomie fällt ein Angebot weg, das zuletzt gut angenommen wurde: das Wohnmobil-Dinner.

Es hatte sich angedeutet. Seit Tagen kratzt die Sieben-Tage-Inzidenz des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen an der 200er-Marke. Am Sonntag schließlich meldet das RKI 28 neue Corona-Fälle und einen Inzidenz-Wert von 203,5. Für die Bewohner der Region hat dies weitere Einschränkungen zur Folge.

Neuburg-Schrobenhausen: Bald kommt der harte Lockdown in den Kreis

Die drohenden Beschränkungen und der harte Lockdown, der ab Mittwoch bundesweit kommen wird, trieben die Kunden am Samstag noch einmal in die Geschäfte. In der Neuburger Innenstadt waren Straßen und Läden gut gefüllt. Händler arbeiteten auf Hochtouren und berichteten davon, dass Kunden schnell noch ihre Weihnachtsbesorgungen erledigen wollten, bevor dies in dieser Form nicht mehr möglich sein wird. In einem Neuburger Geschäft sprach eine Verkäuferin von „Panikkäufen“.

Der Neuburger Gastronom Anis Chaalali lieferte zuletzt Essen in Wohnmobile an der Schlösslwiese.
Bild: Andreas Schopf

Neben vielen anderen Branchen muss sich auch die Gastronomie an die neuen Bestimmungen anpassen. Ein Angebot, das in der Region gerade erst angelaufen ist, wird wegfallen: das sogenannte Wohnmobil-Dinner. Das Prinzip dahinter: Man fährt mit seinem eigenen Camper vor, und ein Gastronom serviert das Essen auf Tellern in das Mobil. So kommt wenigstens annähernd das Gefühl auf, wieder normal „Essen zu gehen“. Auf Facebook gibt es hierzu eine eigene Gruppe mit bereits mehr als 24.000 Mitgliedern bundesweit.

In der Region hatten das Konzept zuletzt zwei Anbieter möglich gemacht: das Gasthaus Pfafflinger an der Schlösslwiese in Neuburg, und der Landgasthof Vogelsang in Weichering. „Bestimmte Situationen erfordern bestimmte Lösungen“, sagt Anis Chaalali, Inhaber des Gasthauses Pfafflinger, der das Wohnmobil-Dinner seit drei Wochen angeboten hat – nach eigener Aussage mit Erfolg: „Das Konzept lief überraschenderweise sehr gut, gerade am Wochenende.“ Etliche Kunden seien mit ihren Wohnmobilen gekommen, nicht nur aus der Region Neuburg/ Ingolstadt, sondern auch von weiter weg, sagt Chaalali. Die Kunden konnten das Essen telefonisch vorbestellen und mit ihrem Wohnmobil an der Schlösslwiese parken. Der Gastronom lieferte das Essen dann mit seinem Auto an die Türe des Campers.

Angesichts der Corona-Zahlen will Chaalali das Angebot nun vorübergehend einstellen. Er habe zwar die Info vom Landratsamt, dass er auch bei einer Inzidenz von mehr als 200 theoretisch weiterhin Wohnmobile beliefern dürfte. Ein Camper sei schließlich wie die eigenen vier Wände zu sehen.

Wohnmobil-Dinner in Neuburg würde wohl wenig in Anspruch genommen

Doch ob die Kunden angesichts der erweiterten Ausgangsbeschränkungen das Wohnmobil-Dinner auch in Anspruch nehmen dürften, sei fraglich. Chaalali will auf Nummer sicher gehen. „Ich möchte die Menschen nicht animieren und dafür verantwortlich sein, dass sie in Zeiten wie diesen die Schlösslwiese bevölkern.“ Sobald es die Bestimmungen zulassen, möchte er das Wohnmobil-Dinner jedoch wieder einführen, und, sofern die Kunden das möchten, das Angebot auch über die Corona-Krise hinaus etablieren.

Auch der Landgasthof Vogelsang in Weichering bot in den vergangenen Wochen das Wohnmobil-Dinner an.
Bild: Vogelsang

Das Essen in Camper geliefert hat seit vorvergangenem Wochenende auch der Landgasthof Vogelsang in Weichering. Am ersten Samstag parkten insgesamt 23 Wohnmobile rund um den Gasthof, um sich ein Fünf-Gänge-Menü in ihrem Zuhause auf Rädern servieren zu lassen, berichtet Inhaberin Christine Hammer. „Das Angebot ist sehr gut angekommen“, sagt die Gastronomin. Der Wunsch der Menschen, so etwas wie „Essen zu gehen“ und ihre Speisen nicht nur in Plastikschalen, sondern auf richtigen Tellern zu bekommen, sei spürbar gewesen, berichtet sie. „Das hat zuletzt vielen gefehlt.“ An diesem Wochenende parkten ein Dutzend Wohnmobilisten vor dem Gasthaus. Sie habe schon zahlreiche Anfragen erhalten, ob man nicht auch den Silvesterabend mit einem Menü im Camper verbringen könnte. Doch das Wohnmobil-Dinner am Abend ist aufgrund der Verordnungen nun auch am Vogelsang nicht mehr möglich, bedauert Hammer.

Gastronomie in Neuburg: Die Corona-Krise hat kreative Ideen hervorgebracht

Die Idee des Wohnmobil-Dinners sei wirklich gut, lobt Karl Deiml, Inhaber des Neuburger Gasthofes Neuwirt und Sprecher der Gastronomen in der Region. „Jeder muss für sich schauen, wie er durch die Krise kommt“, sagt er. Auch andere Anbieter seien in dieser Hinsicht kreativ. Beispielsweise sei es mittlerweile in einigen Betrieben möglich, vorbereitetes Essen in Weckgläsern oder Kochbeuteln mitzunehmen, das man zuhause nur noch warm machen muss.

Das Wohnmobil-Dinner wird von nun an vorübergehend nicht mehr möglich sein. Auch darf in der Öffentlichkeit beispielsweise kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden. Der harte Lockdown, der ab Mittwoch ansteht, macht Deiml jedoch wenig Angst. „Schlimmer als jetzt wird es nicht werden“, spricht er aus Sicht der Gastronomen, die seit Wochen ihre Betriebe geschlossen halten müssen. Wie zuletzt werde man sich auf das Mitnahmegeschäft konzentrieren.

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