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Theater

20.10.2017

Irgendwo zwischen lustig und grotesk

Wiedersehen der Ex-Geheimdienstler: Major Brian Murdoch (Branko Samarovski, rechts) und der Jude Heinrich Zucker (Luc Veit).
Bild: Boshua Bohumil Kostohryz

Im Rahmen der „Starken Stücke“ im Neuburger Theater steht am Montag „Requiem für einen Spion“ an. Die Handlung verspricht keine Langeweile

Irgendwo zwischen Kabarettabend, Revue, Schauspiel und Groteske ist der Theaterabend „Requiem für einen Spion“ anzusiedeln. Am kommenden Montag, 23. Oktober, kommt das Theaterstück um Heinrich Zucker, der eigentlich nur seine Autobiografie schreiben will, um 20 Uhr in einer überaus pointierten Inszenierung des Theaters de la Ville de Luxembourg ins Neuburger Stadttheater.

Das Theaterstück handelt von drei britischen Ex-Geheimdienstlern aus dem Zweiten Weltkrieg, die sich in einer Londoner Tiefgarage – ehemals eine Nazi-Bekämpfungszentrale – wiedertreffen: Major Brian Murdoch, früherer Führungsoffizier, jetzt angeblich Psychiater an der Landesanstalt für senile Sexualstraftäter, der Jude Heinrich Zucker, Codename ‚Sweet’, und die ‚Weiße Rose’ Maggie, Ex-Geliebte beider Männer. Um eine Biografie schreiben zu können, will Zucker bei dem Treffen seine Gedächtnislücken füllen: Warum hat Murdoch, der die Agenten beim Feind einschleuste, niemals Zucker eingesetzt? Und wer hat Maggie damals an die Nazis verraten? In drei Akten voll grotesk-komischer Sketche, kleiner Rollenspiele und typischer Tabori-Witze geht es um die Frage nach Wahrheit, Schuld, Verrat und Verantwortung, aber auch um Liebe, Leben und Tod im Allgemeinen und Besonderen.

George Tabori (1914 - 2007) war als jüdischer Autor und Nazi-Verfolgter ein unbeirrbarer Grenzgänger zwischen dem Grauen und dem Grinsen. 30 Theaterstücke hat er geschrieben, die das Publikum immer wieder auffordern, über Dinge zu lachen, über die man eigentlich nur weinen kann. Einfache Antworten gibt es bei Tabori dabei nicht, und wenn wider Erwarten doch, dann kann man bei seinen Figuren nie sicher sein, ob sie die Wahrheit sagen oder – der Pointe wegen – einfach nur eine schöne Geschichte vorziehen. Sein „Requiem für einen Spion“ stellt hier keine Ausnahme dar: Als Lebensabgesang, als Jux und als Klage im Gewand eines Kalauers kommt das Theaterstück voll spöttischem Sarkasmus daher, inszeniert von Johannes Zametzer, der viele Jahre zum Künstlerkreis des genialen Autors gehörte und der das Spiel um Verrat, Lüge und Wahrheit mit sensiblem Gespür für den Text und das richtige Timing fulminant in Szene gesetzt hat. (nr)

Karten für den Theaterabend am kommenden Montag, 23. Oktober, um 20 Uhr im Neuburger Stadttheater sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen und im Internet unter www.eventim.de erhältlich.

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