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Ingolstadt

14.09.2018

Irritationen bei Audi: Unternehmen widerspricht Bericht zu Stellenabbau

Stellenabbau bei Audi? Das Unternehmen widerspricht.
Bild: Armin Weigel, dpa (Symbol)

Ingolstadts Bürgermeister rechnet mit einem Abbau von 5000 Stellen. Audi und der Betriebsrat widersprechen - und verweisen auf eine Jobgarantie.

Irritationen in Ingolstadt: Bei Audi und seinen Zulieferern könnten in den nächsten fünf Jahren bis zu 5000 Stellen wegfallen, hatte der Bayerische Rundfunk gemeldet. Es würde zwar niemand gekündigt, aber wegfallende Stellen würden nicht nach besetzt. Ingolstadts Bürgermeister Albert Wittmann wird mit dem Satz zitiert: "Wir gehen von 5000 Arbeitsplätzen aus, die wir in den nächsten Jahren weniger haben werden, abgebaut durch Fluktuation, nicht durch Entlassung." Wie es in dem Bericht weiter heißt, verhandele der Audi-Betriebsrat derzeit mit dem Management über einen durch Digitalisierung und E-Mobilität bedingten Stellenabbau.

Audi dementiert die Meldung hart und verweist auf die vom Unternehmen für die Belegschaft bis 2025 gegebene Jobgarantie. Eine Sprecherin teilte auf Nachfrage mit: "Es existieren keine entsprechenden Beschlüsse und es gibt dazu auch keinerlei Verhandlungen." Vielmehr stelle das Unternehmen weiterhin gezielt Experten "für unsere Zukunftsfelder" sowie jedes Jahr rund 800 Auszubildende in 20 Berufen ein.

Audi-Betriebsrat: "Beschäftigungssicherheit bis 2025 steht"

Ein Sprecher des Betriebsrats sagt: "Unsere Beschäftigungssicherheit bis 2025 steht und es gibt auch keine Verhandlungen über einen Stellenabbau."

Die Stadt Ingolstadt will die Äußerung des Bürgermeisters "im Kontext des generellen Wandels in der deutschen Automobilindustrie in den kommenden Jahrzehnten" verstanden wissen. Wegen der Digitalisierung, der Elektroautos und alternativer Verkehrskonzepte für Metropolen würden in der Zukunft negative Auswirkungen auf die bundesweiten Beschäftigungszahlen in der Automobilwirtschaft erwartet.

Die Stadt bezieht sich dabei auf eine bekannte Studie des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation im Auftrag der IG Metall und der Automobilindustrie. Bürgermeister Wittmann nun, so stellt es die Stadt weiter dar, habe sich auf diese "generelle zukünftigen Entwicklung in der Automobilindustrie" bezogen, die auch Auswirkungen auf den Standort Ingolstadt – nicht nur auf die Audi AG sondern auf den Automobilsektor in der ganzen Region – haben werde.

Gleichzeitig zu den Spekulationen um einen möglichen Stellenabbau rückt auch eine Personalie in den Fokus: Der Volkswagen-Aufsichtsrat will bei seiner Tagung am Montag auch über die Zukunft des seit drei Monaten inhaftierten Audi-Chefs Rupert Stadler sprechen. "Es ist nicht klar, dass es zu einer Entscheidung kommt", erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus informierten Kreisen. Der Spiegel hatte zuvor berichtet, Stadler werde seinen Posten nach Einschätzung von Konzernkennern wahrscheinlich endgültig räumen müssen. Volkswagen und Audi wollten sich nicht dazu äußern.

Stadlers Vertrag als Mitglied des Volkswagen-Konzernvorstandes läuft Ende 2019 aus, sein Vertrag als Audi-Chef läuft noch bis 2022. Er wurde im Juni wegen Betrugsverdacht und Verdunkelungsgefahr im Zusammenhang mit dem Dieselskandal verhaftet. Die Aufsichtsräte von VW und Audi entbanden ihn damals sofort von seinen Aufgaben als VW-Vorstand und Audi-Chef, "bis der Sachverhalt geklärt ist, der zu seiner Verhaftung geführt hat". Seither leitet Audi-Vertriebsvorstand Bram Schot das Unternehmen als kommissarischer Vorstandschef.

Kommt es zur Trennung, hätte das vornehmlich organisatorische Gründe, berichtete der Spiegel. Neue belastende Hinweise in Bezug auf Stadlers Rolle in der Dieselaffäre seien nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft wirft Stadler vor, nach Aufdeckung der Abgasbetrügereien 2015 in den USA den Verkauf von Autos mit illegaler Software in Europa geduldet zu haben.

VW hatte im Juli einen Wechsel von BMW-Einkaufschef Markus Duesmann in den Konzernvorstand von Volkswagen bekanntgegeben. Er könnte neuer Audi-Chef werden. Allerdings ist er durch seinen Vertrag bei BMW noch zwei Jahre gebunden - außer die beiden Konzerne verständigen sich auf eine frühere Freigabe. (kuepp/AZ/dpa)

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