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Neuburg

18.01.2019

Jahresbeginn: Fitnessstudios haben Hochkonjunktur

Fritz Kreissig auf dem Stepper. Der 56-jährige Zahnarzt trainiert in den Wintermonaten im No-Limit-Fitnessstudio in der Münchener Straße.
Bild: Fabian Kluge

Im Januar suchen viele Menschen den Weg in die Krafträume. Was ein Neuburger sagt, den es in den Wintermonaten in die Muckibude zieht.

Im neuen Jahr neu durchstarten, Altes hinter sich lassen, einiges im Leben ändern. Wie viele nehmen sich zum Jahreswechsel genau das vor. Gute Vorsätzen heißt dann diese Bürde, die sich die Menschen selbst aufhalsen. Bei vielen scheitern diese schon an den Altlasten, die sie an Hüfte und Bauch mit ins neue Jahr schleppen. Viele nehmen sich im neuen Jahr deshalb vor, die Pfunde möglichst schnell wieder loszuwerden. Eine Forsa-Umfrage der DAK-Krankenkasse bestätigt das: Mehr Sport machen, gesünder essen, abnehmen – diese Pläne landen allesamt unter den zehn beliebtesten Vorsätzen.

Die Folge: Fitnessstudios verzeichnen zu Jahresbeginn zahlreiche Neukunden. Die Räume sind meist gut gefüllt. Auch Fritz Kreissig aus Neuburg zieht es in den Wintermonaten ins No-Limit-Studio in der Münchener Straße. „Winterzeit ist für mich Skifahrzeit. Und das bereitet einfach mehr Freude, wenn man nach dem ersten Tag nicht mit einem riesigen Muskelkater zu kämpfen hat“, sagt der 56-Jährige. Ihm gehe es beim Training weniger darum, Muskelmasse aufzubauen, sondern um Fitness: „Bestimmte Muskelgruppen zu stärken und das Verletzungsrisiko zu verringern, sind Gründe, warum ich im Winter vermehrt ins Fitnessstudio gehe.“

Kreissig verfolgt einen individuellen Trainingsplan

Vermehrt – das heißt in seinem Fall zweimal pro Woche für eineinhalb Stunden. Auf dem Programm steht dann ein Kraft-Ausdauer-Zirkel. „Dieser behandelt die sechs wichtigsten Muskelgruppen in Beinen, Armen, im Rücken und im Bauch“, erklärt er. Dafür hat er einen individuellen Trainingsplan, den ihm das Team des Studios beim ersten Besuch erstellt hat. „Auch sonst ist immer jemand da, der die Haltung an den Geräten kontrolliert und schaut, ob alles passt.“

Zumindest optisch passt in den Fitnessstudios heutzutage nahezu alles. Die karge, lieblose Einrichtung der klassischen Muckibuden gehört längst der Vergangenheit an. Die Innenausstattung mancher Studios erinnert eher an ein Hotel: Da hängen riesige Flachbildfernseher an der Wand, davor vermitteln Lounges einen gemütlichen Eindruck. Kunden sollen sich wohlfühlen, während sie gegen den inneren Schweinehund ankämpfen.

Kreissig: „Training ist gut gegen Rückenschmerzen“

Trotz alledem lässt im Sommer die Begeisterung für die Krafträume meist nach. So ist es auch bei Kreissig. „Im Sommer bin ich eher draußen, jogge oder fahre Rad. Ich liebe die Natur.“ Dennoch sei für ihn eine feste Anmeldung, ein Vertrag, Anreiz, um regelmäßig im Fitnessstudio vorbeizuschauen. Darüber hinaus möchte er einem weiteren Problem vorbeugen: „Als Zahnarzt übe ich meine Tätigkeiten hauptsächlich sitzend aus – dazu noch in unveränderter Position. Da ist das Training gut gegen Rückenschmerzen.“ Überhaupt verfolgt Kreissig eine sportliche Devise: „Nur wer regelmäßig Sport treibt, bleibt beweglich.“

Auch andere Fitnessstudios in Neuburg kennen den Januar-Boom. Florian Kugler, Leiter des Clever-Fit-Studios, sagt beispielsweise: „Man merkt schon einen Zuwachs. Die Motivation hält meist bis April, danach ist es wechselhaft.“ Rund die Hälfte der Neukunden entscheide sich noch für ein zweites Jahr als Mitglied. „Hauptsächlich wollen die Leute, die sich im Januar anmelden, fit werden und abnehmen“, erklärt der Leiter. Dabei sei der Männeranteil leicht höher, der Jahresdurchschnitt liege zwischen 30 und 35 Jahren.

„Euphorie hält bis zum Frühjahr“

Einer, der das Geschäft schon seit über 30 Jahren kennt, ist Hans Dünstl. Er betreibt das Sporthotel am Rödenhof. „Es ist jedes Jahr dasselbe. Die Euphorie hält dann bis zum Frühjahr. Sobald die Sonne herauskommt, steigen viele aufs Fahrrad oder arbeiten im Garten.“ Wer meint, mithilfe eines kurzen Training Kilos zu verlieren, den muss Dünstl enttäuschen: „Das geht nicht von heute auf morgen. Die Leute müssen dafür viel im Cardio-Bereich arbeiten.“ Allgemein, sagt der Betreiber, würden junge Menschen eher wieder aufhören als ältere.

Auch Dünstl kennt das Problem mit dem Rücken. Deshalb suchten immer mehr Menschen den Weg ins Fitnessstudio. „Fast jeder Zweite hat mittlerweile Rückenprobleme“, mutmaßt er. Rückenschmerzen, die gerne als Volkskrankheit der Deutschen bezeichnet werden, verschwinden wohl nicht einfach im Frühjahr. Die Fitnessstudios sind dann jedoch wieder deutlich leerer.

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