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Ingolstadt

10.11.2017

Jazztage: Rückkehr der norwegischen Jazzlady

Rebekka Bakken trat im Rahmen der Ingolstädter Jazztage im Kulturzentrum Neun auf. Sie überzeugte mit lebendiger Stimme und musikalischer Leidenschaft.
Bild: Christian Pacher

Rebekka Bakken präsentiert im Kulturzentrum Neun in Ingolstadt eine Mischung aus Hardrock, Country und Balladen. Warum sie das Publikum fasziniert.

Zehn Jahre mussten sich die Ingolstädter Jazzfans gedulden, bis es jetzt – anlässlich der Jazztage – endlich ein Wiedersehen mit der norwegischen Jazzlady gab. Mit ihrer unglaublich lebendigen Stimme, mit viel Persönlichkeit und mit musikalischer Leidenschaft beglückte Rebekka Bakken das begeisterte Publikum im Kulturzentrum Neun.

Balladen voller Sehnsucht, Melancholie und Versunkenheit wurden von kraftvollen Hardrock ähnlichen Songs oder Country-Folk-Poppers abgelöst. Plötzlich verwandelte sich die Schöne mit der sanften Stimme vermeintlich in ein Whisky trinkendes, höchst temperamentvolles Cowgirl. „The art of how to fall“ wirkte genauso authentisch wie „Didn´t I“ oder „Ghost in the house“. Dabei faszinierte vor allem die Variationsfähigkeit von Bakkens Stimme. Egal ob die charmante, kommunikative Sängerin ein trauriges Lied („Traurig, a bissl traurig“) für Ludwig Hirsch sang, oder ein norwegisches Kirchenlied – immer traf sie den absolut richtigen Ton. In „Korset vil jeg aldri svike“ beginnt Rebekka Bakken mit engelsgleicher Klarheit, ohne instrumentale Begleitung und einer Hohepriesterin gleich verwandelt sie das Lied in eine fast magische Zeremonie. Immer lauter, immer kraftvoller wird der Gesang, Bass, Schlagzeug und Gitarre der Band verstärken die mystische Wirkung bis sich der Song im All zu verlieren scheint.

Dann wieder flötet sie „Love is everything“, verwandelt die Bühne mit ihrer Band in einen Hexenkessel oder freut sich mit „Welcome home“ über die Zuneigung ihrer Mutter, trotzdem die eine „impossible person“ sei. Rebekka Bakken ist zwar inspiriert von Ludwig Hirsch – schließlich lebt sie ja auch längst in Wien – oder Tom Waits, man mag sie mit Emmylou Harris oder gar Jamie Cullum vergleichen, doch sie singt eben nur wie Rebekka Bakken. So unterschiedlich die Alben der letzten Jahre sind, so variantenreich war auch das Konzert, das sich an der aktuellen CD „Most Personal“ orientierte und nicht nur die Fans auf ein Wiedersehen hoffen lässt.

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