Newsticker

Städte- und Gemeindebund fordert Ausweitung der Maskenpflicht in Deutschland
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Jetzt werden alle gleich behandelt

20.06.2009

Jetzt werden alle gleich behandelt

Straß-Moos Seit dem Pfingsthochwasser 1999 ist Moos als Hochwasserdorf im Gespräch. Und seit mittlerweile vier Jahren bemüht sich die Gemeinde zusammen mit den Regierungsinstanzen um eine Lösung für das Dorf. Am Donnerstag erfuhren die Betroffenen Neuigkeiten vom Wasserwirtschaftsamt. Das Wichtigste: Ab 2015 können auch diejenigen absiedeln, die nicht im engeren Kreis der 16 Anwesen mit Hochwasser im Erdgeschoss waren.

Allerdings ist diese neue Zusage der Regierung an einige Entscheidungen der Gemeinde, des Landratsamtes und vor allem der Mooser Bürger gebunden. Alle müssen mitmachen. Dazu erläuterte Karl Deindl, Chef des Ingolstädter Wasserwirtschaftsamtes, den neuen Passus in dem Vertragsentwurf: "Ab 2015 können auch die restlichen Anwesen abgesiedelt werden, egal wie weit die Absiedlung der 16 am stärksten betroffenen Anwesen ist. Allerdings müssen wir zusammen mit der Gemeinde, dem Landkreis und den Bewohnern eine weitere bauliche Entwicklung in Moos verhindern." Wie "bauliche Entwicklung" letztlich definiert wird, muss noch geklärt werden. Denn die Regierung lässt nicht zu, dass auf der einen Seite die Absiedlung bezahlt wird, auf der anderen Seite aber neue Häuser in Moos gebaut werden.

Sicherlich nicht betroffen sind bauliche Veränderungen oder Erweiterungen der bereits bestehenden Immobilien. "Allerdings müssen sich alle Mooser einig sein. Eine Selbstverpflichtungserklärung würde sicher ausreichen." An einen Zeitplan sei die Absiedlung nicht gebunden. Bereits mit der Absichtserklärung könne der Hausbesitzer zehn Prozent der Entschädigungssumme erhalten.

Positive Resonanz

Jetzt werden alle gleich behandelt

Der neue Sachverhalt wurde von den Moosern durchweg positiv aufgenommen. Aber immer noch könne häufig nicht von "wollen" gesprochen werden, wenn Mooser sagten, sie siedeln nicht ab. "Wir können einfach nicht", erklärte auch der Mooser Horst Zeller. Er baute 1980 nach Moos und hat es sogar schriftlich. "In meiner Baugenehmigung steht, mein Grundstück ist hochwasserfrei. Leider hat sich die Natur nicht an den Baubescheid gehalten." Er will gar nicht seinen Grund und Boden in Moos voll entschädigt sehen. Aber irgendwo ein kleines Grundstück müsse doch möglich sein. "Mit dem Besitz der Grundstücke bleibt uns und unseren Erben nur noch die Arbeit damit."

Ausgleichsgrundstücke vom Freistaat wird es aber nicht geben. Und Burgheims Bürgermeister Albin Kaufmann sieht die Gemeinde weiterhin in der Zwickmühle: "Wir können doch nicht gegen geltendes Baurecht verstoßen, sollen uns aber dazu verpflichten." Auch Landrat Roland Weigert sagte den Moosern zu: "Wo Baurecht gegeben ist, werden wir uns nicht quer stellen. Aber trotzdem bezuschussen wir auch die Absiedlung." Der Landkreis zahlt ein Drittel der freiwilligen Leistung der Gemeinde dazu.

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren