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21.01.2010

Joshofen soll bis auf den Hang wachsen

Neuburg Joshofen soll wachsen, deshalb möchte die Stadt im Nordosten des Ortes ein Baugebiet mit 13 Parzellen ausweisen. Junge Familien sollen sich in der "Kreppe" ansiedeln und vor allem die Nachkommen der Joshofener im eigenen Dorf Platz für ein Eigenheim bekommen. Doch nicht alle sind von der Idee, ein Wohngebiet an dieser Stelle zuzulassen, begeistert.

In der Sitzung des Bauausschusses am Mittwochabend wurde heiß diskutiert, ob die Häuser das landschaftliche Bild des Areals nicht wesentlich beeinträchtigen. Joshofen - bisher ein Ort unten an der Donau gelegen, würden sich dann weiter auf die Hangkante ausdehnen. "Städtebaulich ist das nicht wünschenswert", sagte Bauamtsleiter Dieter Reichstein. Die Splittersiedlung sei abgetrennt vom Altdorf, das sowieso wenig Infrastruktur hat. "Man sollte intensiv darüber nachdenken, ob das die richtige Fläche ist", riet er den Stadträten. Reichstein gab zu bedenken, dass innerhalb des Dorfes Baulücken zu schließen wären.

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Stadtheimatpfleger Roland Thiele hat vor allem Bedenken, dass die grundsätzliche Dorfstruktur sich nach und nach auflöst. Neuburg sei immer schon eine Stadt südlich der Donau gewesen, die mit dem Kranz der nördlich gelegenen Dörfer ein besonderes Ensemble bildet. "In der Summe geht es aber unaufhaltsam darauf zu, dass alle Dörfer zusammenwachsen", so der Stadtheimatpfleger in der Sitzung. "Gerade in Joshofen tut es besonders weh." Denn für Thiele wäre die Siedlung am Hang nur der erste Schritt für weitere Bautätigkeit an dieser Stelle. Außerdem befürchtet Thiele, dass der Blick auf die alleinstehende Kirche von Joshofen durch das Baugebiet eingeschränkt werden könnte. Auch eine Fotomontage des Bauamtes, wie die Häuser tatsächlich stehen würden, überzeugten den Stadtheimatpfleger nicht.

Doch der Spielraum für eine anderweitige Ausdehnung des Dorfes ist gering. Joshofen ist umgeben von Auwald, Donau und abrutschgefährdeten Hängen. Zwar gibt es Baulücken innerhalb des Ortes, doch das sind hauptsächlich Gärten alteingesessener Joshofener. "Es ist nicht so einfach von den Leuten ein Grundstück zu kriegen", sagt Ortssprecher Josef Borgsmüller.

Joshofen soll bis auf den Hang wachsen

Und der Bedarf an Baugrund ist gegeben. Fünf Anfragen sind bereits bei Borgsmüller eingegangen. Doch zwei junge Familien wollten nicht mehr warten und sind nach Unterstall und ins Moos ausgewichen. Sie haben jetzt dort ihr Haus gebaut.

Für Oberbürgermeister Bernhard Gmehling ein Grund sich, nicht von dem geplanten Baugebiet abbringen zu lassen. "Wir können es uns nicht leisten auf Bürger zu verzichten", sagte er und erinnerte seine Stadtratskollegen an sinkende Bevölkerungszahlen. Gmehling möchte günstiges Bauland schaffen. Ob das möglich ist, soll nun Paul Leikam vom Bauamt prüfen. Die Erschließungswege für Kanal, Strom, Wasser und eventuell Gas werden lang und daher vielleicht alles andere als günstig. "Je weiter weg vom Dorf, desto teurer", sagte Leikam.

Nach langer Diskussion fragte OB Gmehling grundsätzlich nach der Meinung der Stadträte. "Sollen wir das jetzt überhaupt weiterverfolgen?" Mit nur einer Gegenstimme von Theo Walter (Grüne) beschloss der Bauausschuss die Planungen fortzuführen.

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