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15.01.2015

Jugendliche schikanieren Senioren

Die Bewohner der Seniorenwohnanlage am Schwalbanger werden von Jugendlichen aus der Nachbarschaft belästigt.
Bild: Foto: Benjamin Reif

Stiftung beklagt Übergriffe in der Wohnanlage. Videoüberwachung geplant

Sie sind frech, vulgär, anmaßend und schrecken auch vor Übergriffen nicht zurück. Weil Jugendliche am Schwalbanger die Bewohner der Seniorenanlage teilweise massiv belästigen, möchte die Heilig-Geist-Bürgerspital-Stiftung als Träger das Gelände künftig mit einer Videoanlage überwachen. Der Finanzausschuss der Stadt hat dem Vorhaben zugestimmt und auf seiner jüngsten Sitzung 3000 Euro für die Anschaffung einer Überwachungskamera bereit gestellt.

Stadtjurist Ralf Rick sieht darin kein Problem. Schließlich handle es sich nicht um öffentlichen Raum, sondern eine private Wohnanlage. Dort gelten andere Anforderungen als etwa am Skaterplatz hinter dem Landratsamt, wo die Stadt vor einiger Zeit aus Datenschutzgründen Überwachungskameras abbauen musste.

Vor allem im Sommer seien die Zustände in der Seniorenwohnanlage kaum tragbar, berichtet Stiftungsverwalterin Christa Hartmann. Junge Leute aus den umliegenden Wohnblocks hätten den Platz davor zu ihrem Treffpunkt auserkoren. Dort stehen Bänke, die sie belagern, wo getrunken und anschließend Flaschen zerschlagen würden. Es werde aber auch gegrölt und herumgepöbelt, etwa gegen das Personal oder auch ihre eigene Person, erzählt Christa Hartmann, als sie die Vandalen in die Schranken verwiesen habe. „Es wurden wüste Beschimpfungen ausgestoßen.“

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Der Mob schrecke auch nicht davor zurück, die Senioren selbst anzugehen. Als im Zuge von Renovierungsarbeiten am Haus ein Gerüst aufgestellt gewesen sei, sei jemand auf einen Balkon geklettert, hätte dort die Hosen heruntergelassen und den Bewohner mit obszönen Gesten beleidigt. „Wir haben auch schon mehrmals Menschenkot im Haus gefunden. Die Eingangstür steht ja immer offen. Erst kürzlich lag wieder eine Hinterlassenschaft am Kellerabgang“, berichtet Christa Hartmann.

Zwar schreite das Personal immer wieder ein, doch nach 18 Uhr sind die alten Menschen alleine in dem Komplex. „Die alten Leute trauen sich dann kaum mehr raus. Die Senioren sind halt diejenigen, die sich am wenigsten schützen können.“

Wann die Videoanlage installiert wird, wisse man derzeit noch nicht, so Hartmann. „Wir werden das weiter beobachten und dann handeln.“ Das Gelände mit einem Zaun einzufrieden, komme jedoch nicht in Frage. Der offene Charakter der Wohnanlage soll erhalten bleiben. „Doch irgendwie müssen wir die Bewohner natürlich schützen.“

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