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Neuburg

22.03.2020

Junge Neuburger: So stellen sie sich ihre Zukunft vor

In Neuburg findet zum ersten Mal ein Jugend-Politik-Forum statt.
Bild: Britta Pedersen/dpa (Symbolbild)

Plus Jugendliche aus Neuburg gründen ein überparteiliches Jugend-Politik-Forum. Wie sie die Stadt künftig grüner machen wollen und was das mit wiederverwendbaren Trinkbechern zu tun hat.

Sich gemeinsam und überparteilich für die Stadt einzusetzen, ist das Ziel des Neuburger Jugend-Politik-Forums. Das Gremium hat sich Mitte März neu gegründet und geht auf eine Initiative der örtlichen Jugendorganisationen der FDP, SPD und CSU zurück.

Bereits auf der ersten Versammlung wurden Jugendthemen wie öffentlicher Personennahverkehr oder Klimaschutz thematisiert. „Wenn man gemeinsam etwas angeht, ist die Chance höher, dass es tatsächlich umgesetzt wird“, lautete die einstimmige Meinung der Gründungsmitglieder. Noch vor Corona-Chaos, Kommunalwahlen und Versammlungsverbot trafen sich rund 30 Interessierte, überwiegend Jugendliche und junge Erwachsene, im Café Zeitlos am Neuburger Schrannenplatz. Die Teilnehmer des Jugend-Politik-Forums einte, dass sie allesamt jung, politisch interessiert oder sogar politisch engagiert sind.

Jugend-Politik-Forum: Mobilität, Klimaschutz und Nachtleben

Die Idee für die geplante Plattform kam von den Jungen Liberalen (JuLis), der Jugendorganisation der FDP. Schnell wurden die Junge Union (JU) und die Jungsozialisten (Jusos), die Jugendorganisationen von CSU und SPD, mit ins Boot geholt. Die Gründungsversammlung begann mit einer kurzen Begrüßungsrunde. Darin stellten sich JuLis, JU, Jusos, das Neuburger Jugendzentrum, die Wählervereinigung WIND und der Neuburger Ableger von Fridays-for-Future vor. Alle betonten, wie wichtig die Jugendpolitik sei und wie sehr sie diesen Austausch begrüßen.

Junge Neuburger: So stellen sie sich ihre Zukunft vor

Aber auch Neuburgs Oberbürgermeister Bernhard Gmehling (CSU) und der Landtagsabgeordnete Matthias Enghuber (CSU) kamen zum Jugend-Politik-Forum und diskutierten mit den Jugendlichen. In seiner kurzen Ansprache lobte der Rathauschef, dass sich in Neuburg so viele junge Menschen politisch engagieren. Nach der Vorstellungsrunde ging’s zur Sache. Die Jugendlichen hatten großen Diskussionsbedarf. Drei Themen waren für die jungen Besucher besonders wichtig.

Fast alle Teilnehmer des Forums kritisierten den Fahrplan der Stadtbusse. Die Busse verkehren unter der Woche nur bis 19 Uhr und samstags bis 14 Uhr. Außerdem sind nicht alle Orte mit dem Bus erreichbar.

OB Gmehling erinnerte in der Diskussion daran, dass es bereits ein Sammeltaxi gebe, das samstags bis zwei Uhr nachts unterwegs sei und für 3,50 Euro die Haltestellen der Stadtbusse sowie einige umliegende Dörfer anfahre. Bei Problemen mit Bus oder Sammeltaxi bestehe auch die Möglichkeit, sich an die Stadtwerke zu wenden. Dort wird eine Mängelliste geführt.

Öffentlicher Nahverkehr in Neuburg: Busse sollen im 30-Minuten-Takt fahren

Laut den Vertretern des Juzes sei das Sammeltaxi noch recht unbekannt und werde deshalb kaum von den Jugendlichen genutzt. Deshalb schlugen die Juze-Vertreter vor, Bekanntmachungen wie die Einrichtung eines Sammeltaxis künftig auch auf der Internetseite der Stadt (www.neuburg-donau.de) zu veröffentlichen. Dieser Vorschlag erntete großen Zuspruch unter den Anwesenden. Die JU gab in der Diskussion zu bedenken: Ein Busfahrplan im Zehnminutentakt, wie in den Großstädten, werde in Neuburg nicht funktionieren. Allerdings müsste mindestens eine 30-Minuten-Taktung möglich sein. Außerdem sollte der Fahrplan auf alle Ortsteile ausgeweitet werden, so die Forderungen der jungen Forumsteilnehmer.

Die Debatte ging fließend vom Verkehr zum Umweltschutz über. Hier waren sich zunächst alle einig, dass es auf kommunaler Ebene vor allem um die kleinen Initiativen gehe. Zum Beispiel sollen in örtlichen Supermärkten mehr regionale Produkte angeboten und die Radwege ausgebessert werden.

Die Mitorganisatorin des Neuburger Ablegers Fridays-for-Future, Nina Vogel (Grüne), sprach sich vor allem für die Einführung eines sogenannten Recup-Systems in Neuburg aus. Unter Recup versteht man ein deutschlandweites Pfandsystem für Mehrwegtrinkbecher. Die Juze-Vertreter berichteten davon, dass sich die Jugendlichen im Moment große Sorgen um die Auswirkungen des Klimawandels machen würden. „Die jungen Leute müssen ernst genommen werden.“

Jugend-Politik-Forum: Neuburg muss grüner werden

CSU-Politiker Matthias Enghuber verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass Neuburg durch die Einführung der Nahwärme bereits eine enorme Vorbildfunktion in Sachen Klimaschutz innehabe. Mit der Nahwärme werde auch CO2 eingespart, sagte Enghuber. Und auch die Gewinnung von Solarstrom würde vonseiten des Staats bereits extrem gefördert.

Die Neuburger CSU ruhe sich auf der Nahwärme aus, sagten die Jusos. „Jugendliche ließen sich damit aber nicht beruhigen.“ Einig waren sich aber alle Forumsteilnehmer, dass Neuburg in Zukunft noch grüner werden müsse. Neben dem Pfandbechersystem sprachen sich die Jugendlichen auch für Patenschaften für Grünflächen aus. Einzelne Bürger sollen sich dabei um kleine Flächen oder Blumenbeete kümmern.

Das Neuburger Nachtleben war auch Thema des Forums. Der Inhaber der Neuburger „Sonder-Bar“ am Elisenplatz bemängelte, dass immer weniger junge Leute abends feiern gehen würden. Die Jusos merkten hier an, dass verschiedenste Konzertformate in der Stadt wieder belebt werden sollten. „Und wenn Veranstaltungen in Neuburg stattfinden, werden sie zu wenig auf den sozialen Netzwerken beworben“, kritisierten die Jugendlichen. „Man bekommt kaum was mit“, sagte einer der Teilnehmer. Die anwesenden Gastronomen nahmen den Hinweis dankend an. Das Jugend-Politk-Forum soll sich auch in Zukunft wieder zusammenfinden. Zeitpunkt und Ort sind momentan nicht bekannt.

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