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Finale

13.04.2011

Junge Oper Neuburg hört auf

Franz Garlik als Tamino in „Die Zauberflöte“. Der Sänger und Leiter der Jungen Oper Neuburg erklärte jetzt das (vorläufige) Ende des Projekts.
Bild: Foto: Johannes Seifert

Am Samstag findet die letzte Vorstellung statt. Keine neuen Projekte geplant

Neuburg Die Junge Oper Neuburg (JON) geht ihrem Ende entgegen. Wenn am kommenden Samstag, 16. April, die Inszenierung „Die Zauberflöte im Kongregationssaal letztmals aufgeführt wird, wird damit dieses Projekt besiegelt. „Wir haben keine weiteren Pläne“, so Franz Garlik gegenüber der Neuburger Rundschau, „es ist nicht sicher, ob es irgendwann wieder etwas Neues geben wird.“ Der Gesangslehrer und Vereinsvorsitzende spricht von einer Pause, die er auf Nachfrage auch „kreativ“ nennt. „Als wir uns gegründet haben, haben wir uns fünf Opern vorgenommen. Diese Planung haben wir mit ’La Boheme’, ’La Traviata’, ’Rigoletto’, ’Entführung aus dem Serail’ und ’Die Zauberflöte’ jetzt erfüllt.“

Widrigkeiten, mit denen man leben kann

Die Entscheidung, sich erst einmal zurückzuziehen, hat laut Garlik nichts mit den Querelen zu tun, denen die JON in jüngster Zeit zunehmend ausgesetzt war. Da war die ablehnende Haltung des Kulturausschusses gegenüber Zuschussanträgen, da wurde Kritik an der Qualität der Amateur-Produktionen laut, da gab es mitunter vernichtende Rezensionen. All diese Dinge sind für den musikalischen Leiter Widrigkeiten, mit denen man leben kann.

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Er hat diesbezüglich ein dickes Fell, hat sich eine Haltung angeeignet, die ihn über derartige Ärgerlichkeiten hinwegsehen lässt. „Ich bin der Letzte, der sagt, dass unsere Opern perfekt sind“, erklärt er. „Natürlich hat es auch falsche Töne gegeben. Und, dass unsere Sänger nicht die Souveränität von Profis besitzen, ist ebenso klar. Aber Perfektionismus kann nicht unser Ziel sein.“ Den Kritikern spricht er die Fähigkeit und die gute Absicht ab, hinter den hohen Maßstäben, die sie anlegen, die eigentliche Intention der JON zu erkennen.

Das erklärte Ziel sei immer ein pädagogisches gewesen. „Jugendlichen Laien eine unbekannte Materie schmackhaft zu machen, das wollten wir erreichen. Und in vielen Fällen sind meine Schüler weit über sich hinausgewachsen.“

Jüngste Gerüchte, hinter den Kulissen gebe es gehörig Krach im Ensemble, dementiert Garlik. Von Divengehabe und Zickenkrieg war etwa hinter vorgehaltener Hand die Rede. Doch das ist laut Garlik „absoluter Blödsinn“. „Natürlich sind wir nicht immer einer Meinung. Das ist ganz normal. Aber wenn wir verschiedener Auffassungen waren, haben wir darüber geredet und das geklärt.“

Wenn Franz Garlik jetzt Bilanz zieht nach drei Jahren JON und fünf Inszenierungen, ist er vollauf zufrieden. „Es war eine sehr intensive Zeit, die viel Energie gekostet hat“, resümiert er. „Aber der Einsatz hat sich gelohnt.“ Seine Schüler seien enttäuscht über das jetzige Ende und würden gerne noch „Die Meistersinger von Neuburg“ machen. „Aber das“, so Franz Garlik, „sind natürlich nur Hirngespinste.“ Dennoch geht er optimistisch in eine musikalische Zukunft: „Wer mich kennt, weiß, dass ich immer wieder neue Ideen habe“.

Karten für die letzte Aufführung der „Zauberflöte“ gibt es bei der Neuburger Rundschau (08431/677650). Vorstellungsbeginn im Kongregationssaal ist um 20 Uhr.

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