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07.12.2020

Kammeroper erhält bis zu 60.000 Euro

Ausschuss beschäftigt sich mit angespannter finanzieller Lage

Nach langer Debatte hat der Kultur- und Tourismusausschuss der Neuburger Kammeroper einen Zuschuss von bis zu 60.000 Euro für ihre 53. Inszenierung bewilligt. Gegen diesen Vorstoß hatten sich zuvor drei Mitglieder ausgesprochen. Der Verein plant 2021 „Die Rosskur“ auf die Bühne zu bringen. Die komische Oper hätte bereits in dieser Saison aufgeführt werden sollen. Wegen der anhaltenden Pandemie wurde die Inszenierung allerdings verschoben. Die Politiker beschlossen ebenfalls, die Eintrittspreise für die Kammeroper bereits 2021 um zehn Prozent zu erhöhen. Die allgemeine Ticketerhöhung war eigentlich erst für die darauffolgende Saison 2021/2022 vorgesehen, wird aber allein für diese Veranstaltungsreihe vorgezogen.

Grund dafür ist nicht zuletzt die enger werdende Finanzsituation der Stadt. Um dem Abhilfe zu verschaffen, sollen – wie berichtet – die Preise für die Starken Stücke in Neuburg insgesamt angepasst werden. Ein Vorstoß, der in den Reihen des Kulturausschusses viel Diskussionsbedarf nach sich gezogen hatte – denn einigen Ausschussmitgliedern war das angedachte Plus von zehn Prozent zu wenig. Grünen-Politiker Gerhard Schoder etwa sprach sich sogar für eine generelle Preiserhöhung von 30 Prozent aus. Oberbürgermeister Bernhard Gmehling hielt dies für „ein völlig falsches Signal“, zumal dies wohl nur schwer von den Kundinnen und Kunden mitgetragen würde. Ähnlich argumentierten Doris Stöckel und Gabriele Kaps von der CSU.

Wie Kulturreferentin Kaps erklärte, werde Kultur oft als elitär betrachtet. Sie halte es daher für wenig sinnvoll, die Preise – gerade mit Blick auf die hohe Altersstruktur der Besucher – so stark zu erhöhen. Man müsse auch Geringverdiener und Normalverdiener miteinbeziehen, sagte die Politikerin. Norbert Mages, der sich gegen das Prädikat „elitär“ im Kontext der Kultur wendete, schlug einen Kompromiss von 20 Prozent vor. Einen anderen Ansatz verfolgte indes Florian Herold von den Feien Wählern. Er plädierte für einen prozentualen Anteil, den die jeweiligen Produktionen immer stemmen müssten, um zu gewährleisten, dass die Stadt nicht zu hohe Förderungen für kleine Produktionen leisten muss. Diesen Schlüssel würde er bei 33 Prozent ansetzen. Ein Beispiel: Bei Gesamtkosten von 100.000 Euro müsste die betroffene Produktion durch Eintrittskarten etwa 33.000 Euro erwirtschaften. Trotz verschiedener Perspektiven sprach sich die Mehrheit des Ausschusses für die zehnprozentige Erhöhung aus.

Ähnlich gestaltete sich die Kontroverse, als es dann um den Zuschuss der Kammeroper ging. Nachdem sich der Verein in diesem Jahr für eine kleinere, abgespeckte Version der Veranstaltung entschieden hatte, bekam er 2020 einen Zuschuss von 47.000 Euro von der Stadt. Einige Ausschussmitglieder hielten es nun für angebracht, auf die Höhe dieser Summe zurückzugreifen, da die finanzielle Lage ohnehin angespannt sei. Julia Abspacher zum Beispiel gab zu bedenken, dass das Stadttheater seine Platzkapazität im kommenden Jahr wohl nicht ausschöpfen können wird. „Corona wird womöglich auch 2021 eine Rolle spielen.“ Sie würde den Zuschuss daher niedriger ansetzen. Auch Doris Stöckl (CSU) wollte dem Zuschuss von 60.000 Euro nicht zustimmen. „Es wird immer wieder gesagt, dass wir sparen müssen.“ Der volle Betrag sei ihr 2021 einfach zu viel. Anders argumentierte Kulturreferentin Gabriel Kaps: Ein funktionierendes System solle man nicht ändern. Schließlich produziere die Kammeroper seit 50 Jahren.

Am Ende entschied sich die Mehrheit für die Formulierung „bis zu 60.000 Euro Zuschuss“, um sich und der Kammeroper Spielraum zu lassen – gekoppelt mit der Preiserhöhung der Eintrittskarten wurde es also ein Kompromiss. (nr)

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