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Bürgerversammlung

24.11.2018

Kanalsanierung bereitet viel Ärger

Der Rohrenfelser Bürgermeister Wigbert Kramer legte in der Bürgerversammlung am Donnerstag seinen Rechenschaftsbericht vor.
Bild: Georg Wurm

Der Rohrenfelser Rathauschef Wigbert Kramer gab seinen Bericht ab. In Wagenhofen liefen wegen Schlamperei der ausführenden Firma die Keller voll. Die Ansprüche sollen bald abgewickelt sein

Bevor der Rohrenfelser Bürgermeister Wigbert Kramer vergangenen Donnerstag in der Bürgerversammlung seinen Bericht ablegte, wartete er mit einigen statistischen Daten aus der Gemeinde auf. So zählt die Gesamtgemeinde derzeit 1579 Einwohner mit Hauptwohnsitz in Rohrenfels. Dazu kommen noch 52 Personen mit Nebenwohnsitz. Zugezogen sind 120 Personen, weggezogen dagegen 100 Bürger. 18 Kinder sind im fast abgelaufenen Jahr 2018 geboren worden.

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Einen Teil seines Vortrags, ging der Rathauschef dann zum informellen Teil über, müsse er streichen. Weil das Prüfverfahren der Geschäftsleitung von Erdgas Schwaben noch nicht gänzlich abgeschlossen und der Termin zu kurzfristig gewesen sei, müsse der Punkt über die Erdgasversorgung entfallen. Ausführlich Bericht ablegen konnte Kramer den zahlreich erschienenen Bürgerinnen und Bürgern über die Kanalsanierung im Ortsteil Wagenhofen. In den Vorjahren mehrfach angekündigt, konnte die Maßnahme Anfang des Jahres gestartet werden. Allerdings hätten Unzulänglichkeiten und Nachlässigkeiten des beauftragten Generalunternehmens zu Ärger und Unmut bei Anwohnern in der Ortsstraße geführt. Anfang September liefen bei einem Starkregen in einigen Anwesen die Keller voll. Das Bauunternehmen hatte den Kanal, obwohl der verstopft war, nicht abgepumpt, weshalb er übergelaufen war. Die Ansprüche der Betroffenen seien noch immer nicht in Gänze abgewickelt. „Ich hoffe aber, dass diese unangenehme Angelegenheiten bald zu einem positiven Abschluss kommen wird“, sagte Kramer. Auch im Ortsteil Ergertshausen muss der Kanal ertüchtigt werden. Diesen Sommer wurde festgestellt, dass im Neuburger Stadtteil Feldkirchen immer wieder starke Geruchsbelästigungen auftreten. Ursächlich konnte man das auf den Abwasserkanal aus Ergertshausen zurückführen. Es war schlichtweg zu wenig Wasser im System, weshalb sich vor allem bei den konstant hohen Temperaturen üble Gerüche verbreiteten. Nun will die Gemeinde Abhilfe schaffen. Das Neubaugebiet in Ergertshausen soll künftig mit dafür sorgen, dass die Standzeit des Abwassers im Kanal deutlich verringert wird.

Der Baufortschritt am neuen Leichenhaus auf dem Wagenhofener Friedhof liegt voll im Zeitplan. Lediglich ein Zulieferer des Schreiners, der Spezialfensterteile liefern soll, habe einen Termin nicht einhalten können, sagte Kramer. Somit können die Fenster erst Mitte Dezember gesetzt und eingeputzt werden. Glücklicherweise seien die anderen Gewerke dadurch nicht in Mitleidenschaft gezogen worden, sodass die Abnahme wie geplant noch im Dezember über die Bühne gehen kann.

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Die Erschließung in Ballersdorf steht kurz vor dem Abschluss, sodass die Vorbereitungen zur Vermessung zeitgleich fertig sein können. Allerdings kann das Vermessungsamt aufgrund einer Systemumstellung erst zu Jahresbeginn starten. Auch in Ergertshausen entsteht derzeit ein Neubaugebiet mit insgesamt zwölf Parzellen. Wigbert Kramer erläuterte, dass aufgrund einer Neuerung im Baugesetz ein kleines Baugebiet entwickelt werden kann. Dazu müssten keine Ausgleichsflächen geschaffen werden. Eine Änderung des Nutzungsplanes und eine zweite Auslegung des Bebauungsplanes entfallen. Ergertshausen sei für ein derartiges Projekt prädestiniert, sagte der Bürgermeister, zumal das Grundstück im Eigentum der Kommune sei. Interessenten können mit einem Verkaufstermin in etwa einem Jahr rechnen. Nahezu Stillstand herrscht dagegen beim Vorhaben in Wagenhofen. Zwar hat die Verwaltung ihre Arbeit erledigt, doch die Grundstücksverhandlungen sind immer noch nicht abgeschlossen. Wigbert Kramer gab sich jedoch zuversichtlich, dass im neuen Jahr mit dem Projekt begonnen werden könne.

Drei Jahre dauerten die Verhandlungen mit der Stadt Neuburg, bis die Gemeinde die 7,3 Hektar Grund am Ortsrand von Wagenhofen im Juni erwerben konnten. Einen Monat später wurde das Grundstück an eine Spezialfirma für Ankertechnik weiter veräußert. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 50 Mitarbeiter. Wenn die Produktion Anfang 2020 anläuft, werden laut Kramer noch zusätzlich zehn bis 20 Mitarbeiter benötigt.

Aus der Statistik sei ersichtlich, sagte der Bürgermeister, dass Rohrenfels auf Geburtenrekorde zusteuere, auch ohne bereits umgesetzte oder geplante Neubaugebiete. Das rechtfertige allemal den Neubau des Kindergartens. Zu Beginn des Kindergartenjahres 2018/2019 wurde eine neue vierte Gruppe, eine Kombigruppe eröffnet. Sie ist derzeit im Untergeschoss des Gemeindehauses untergebracht. Die Planungen für den Neubau sind beinahe abgeschlossen. Vorausschauend hat man die Möglichkeiten geschaffen, bei Nichtauslastung alternative Belegungen, etwa Nachmittagsbetreuung für Schulkinder oder einen Seniorentreff einzurichten. Auch eine Nutzung als Veranstaltungsraum sei vorstellbar, sagte Kramer, umfasse der Aufenthaltsraum doch 100 Quadratmeter. Derzeit werden Förderanträge gestellt. Der Bürgermeister rechnet aufgrund neuester Programme des Freistaates mit bis zu 150000 Euro zusätzlich. Baubeginn wird nicht vor Mai 2019 sein.

Mit dem Neubau des Bauhofes wurde im Oktober auf dem Gelände der alten Kläranlage in Rohrenfels begonnen. Das neue Gebäude erfüllt alle zeitgemäßen Anforderungen. Parallel zum Umzug werden die dann leer stehenden Hallen in Wagenhofen zur neuen Bleibe für die Wagenhofener Feuerwehr umfunktioniert.

Derzeit gibt es nur in den Ortsteile Wagenhofen und Ballersdorf ein leistungsstarkes Netz mit bis zu 30 Mbit/s. Die Bürger in Ergertshausen und Baiern verfügen dagegen nur bis zu 16 Mbit/s. Deshalb wurde die Firma IK-T mit der Erstellung eines Masterplanes und der Durchführung einer Ist-Analyse beauftragt. Dabei sollen die technische Machbarkeit sowie das Förderverfahren ermittelt werden. Der Netzausbau wurde an die Firma DSLmobile vergeben. Der Ausbau der geförderten Gebiete soll 2019/2020 erfolgen.

„Im Vorjahr sind die von der kommunalen Verkehrsüberwachung geahndeten Verstöße deutlich zurückgegangen“, freute sich Wigbert Kramer. Man sah sich dann gezwungen, eine Messpause einzulegen, doch seit April wird im Gemeindebereich wieder geblitzt. Die Notwendigkeit beweisen die neuen Zahlen: Die registrierten Verstöße sind um rund fünf Prozent angestiegen. Bevor der Bürgermeister das Wort für den Finanzbericht an Linda Graf von der Verwaltungsgemeinschaft übergab, stellte er knapp die finanzielle Situation aus seiner Sicht dar. Die Gemeinde sei gut aufgestellt, sogar besser als in den vergangenen Jahren. Linda Graf stellt das zugehörige Zahlenmaterial vor. Im Vermögenshaushalt sind die größten Posten auf der Ausgabenseite der Grunderwerb (800000 Euro) sowie die Darlehenstilgung (600000 Euro). Bei den Einnahmen sind mit bis dato 1,4 Millionen die Grundstücksverkäufe Spitzenreiter. Größter Posten bei den Einnahmen im Verwaltungshaushalt sind die Steuereinnahmen (1,05 Mio. Euro) sowie die Schlüsselzuweisung (413000 Euro). Der Schuldenstand der Gemeinde nahm im Vergleich zum Vorjahr um 500000 auf 1,5 Millionen Euro ab. Nach erfolgter Darlehenstilgung im kommenden Jahr wird ein Schuldenstand von knapp 70000 Euro prognostiziert. Die derzeitige Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei etwa 1000 Euro, was über dem Landesdurchschnitt liegt, sich aber mit dem Abbau der Schuldenlast reduzieren soll.

Die anschließende Diskussion drehte sich in der Hauptsache um das Neubaugebiet in Ergertshausen. Die Themen, die den Zuhörern auf den Nägeln brannte, waren die Versickerung des Oberflächenwassers sowie die Verkehrsbelastung in der Bauphase durch Schwerlastverkehr. Bezüglich der Versickerung verwies Wigbert Kramer auf die vorliegenden Gutachten des Wasserwirtschaftsamtes, auf die man sich letztlich verlassen können müsse. In Sachen Verkehrsbelastung versicherte der Bürgermeister, dass geeignete Maßnahmen rechtzeitig in die Planung aufgenommen würden. Dafür müssten aber erst die Stellungnahmen der verschiedenen Träger öffentlicher Belange vorliegen.

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