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Neuburg

16.10.2019

Kapfer-Stiftung: Hilfe von Neuburg bis Afrika

Das Haus der Pfarrer Georg Kapfer Stiftung setzt mit seinem Reliefbild in der Adolf-Kolping-Straße einen markanten Akzent.
Bild: Marcel Rother

Seit zehn Jahren unterstützt die Pfarrer Georg Kapfer-Stiftung hilfsbedürftige Menschen – in Neuburg und weit darüber hinaus. Wer sich an sie wenden kann.

Mit ihrem rot-gelben Anstrich und den eingelassenen Reliefs stechen die Gebäude in der Adolf-Kolping-Straße ins Auge. Sie sind im Besitz der Pfarrer Georg Kapfer Stiftung und stellen nicht nur das Stiftungsvermögen dar. Mit den Mieteinnahmen aus insgesamt elf Wohnungen hilft die Stiftung ganz konkret Menschen aus Neuburg, dem Umkreis und unterstützt darüber hinaus eine Schule in Afrika. Und dies inzwischen seit zehn Jahren. Anlässlich des Jubiläums haben wir uns mit der Stiftungsvorsitzenden Elisabeth Lindermayr über die Arbeit der Stiftung unterhalten. Sie hat verraten, dass diese in Einzelfällen auch die Kosten für eine Delphintherapie übernimmt.

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„Unser Stiftungszweck gibt uns vor, dass wir mit unseren Einnahmen Kinder und Jugendliche in den Landkreisen Neuburg-Schrobenhausen und Donau-Ries unterstützen“, sagt Lindermayr. Das könnten Kinder sein, die krank, behindert oder anderweitig in Not geraten sind. In den zehn Jahren ihres Bestehens hätte die Stiftung beispielsweise behinderten Kindern eine Reit- oder Delphintherapie mitfinanziert. Gerade weil deren Eltern oft finanziell sowieso schwer belastet sind, sei die Hilfe in diesen Fällen besonders notwendig. Aber auch wenn in einem Haushalt nicht genügend Geld für eine Klassenfahrt, Kleidung oder Schuhe vorhanden sei, springe die Stiftung ein.

Kapfer-Stiftung: Unterstützung für Schule in Uganda

„Die Betroffenen wenden sich entweder direkt an uns, oder wir erfahren über Kontakte, wo Hilfe benötigt wird“, sagt Elisabeth Lindermayr. Jeder Fall wird individuell begutachtet, bevor ein Kuratorium entscheidet, ob und in welchem finanziellen Rahmen geholfen wird. Eine der größten Einzelspenden innerhalb der vergangenen Dekade erhielt das Sozialpädiatrische Zentrum an KJF Klinik St. Elisabeth in Neuburg. Die auf die ambulante Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Entwicklungsauffälligkeiten, anhaltenden Erkrankungen und/oder seelischen Problemen spezialisierte Einrichtung erhielt von der Stiftung einen sogenannten Galileo-Tisch im Wert von mehr als 10.000 Euro. Mit ihm wird die Muskulatur von behinderten Kindern angeregt. „Das war uns ein besonderes Anliegen, da mit diesem Tisch Kinder behandelt werden können, die wir bereits zuvor unterstützt hatten“, sagt Elisabeth Lindermayr.

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Neben dem Engagement in den Landkreisen Neuburg-Schrobenhausen und Donau-Ries, in dem Pfarrer Kapfer geboren wurde, unterstützt die Stiftung eine Schule in Kagoma in Uganda. „Georg Kapfer war lange Zeit als Pfarrer in Türkenfeld tätig und wurde dort von Pfarrer John Kyazze aus Uganda vertreten“, erzählt Lindermayr. So sei der Kontakt entstanden. Als Kyazze die Idee hatte, in seinem Heimatort – auf dem Grundstück seines Vaters – eine Schule zu errichten, zögerte Kapfer nicht lange und unterstützte zusammen mit der Gemeinde in Türkenfeld den Aufbau der Schule. Noch heute tragen Stiftungsmittel zu deren Erhalt bei. Pfarrer John Kyazze ist inzwischen die Urlaubsvertretung von Pfarrer Herbert Kohler in Neuburg.

Kapfer Stiftung: Jubiläumsfeier in der Neuburger Studienkirche

Lindermayr und ihr Mann kennen Pfarrer Kapfer ebenfalls noch aus seiner Zeit in Türkenfeld. „Ich war im Pfarrbüro und im Pfarrhaus tätig und mein Mann war Mesner und Hausmeister“, erzählt sie. Von seinen Adoptiveltern erbte Kapfer das Neun-Familien-Haus in der Adolf-Kolping-Straße in Neuburg, 2009 fasste er den Entschluss, es in eine Stiftung zu überführen. Seitdem ist Lindermayr Stiftungsvorsitzende, das Ehrenamt behielt sie auch nach dem Tod von Pfarrer Kapfer im Jahr 2015 bei. „Wir sind dem Pfarrer bis heute eng verbunden“, sagt Lindermayr. Ihr Mann arbeitet als Hausmeister der Immobilien in der Adolf-Kolping-Straße, zu der 2018 eine weitere dazukam. Der Bruder von Pfarrer Kapfer vermachte 2016 der Stiftung einen Teil seines Erbes, es entstanden zwei weitere Wohneinheiten mit günstigen Mieten. „Von den Einnahmen zahlen wir momentan zwar noch den Kredit zurück, den wir für den Neubau aufnehmen mussten, irgendwann sollen aber auch diese Gelder bedürftigen Kindern und Jugendlichen zugutekommen“, sagt Elisabeth Lindermayr.

Sie und ihr Mann – beide 72 Jahre alt – wollen im Sinne Kapfers weitermachen, „solange es uns gutgeht“, sagt die Stiftungsvorsitzende. Den Gründer beschreibt sie als „zupackenden, geselligen Menschen“, der sich jenseits von Hautfarbe und Religion für Menschen eingesetzt hat. Das wollen auch sie tun. „Wir machen keinen Unterschied: Wo Hilfe gebraucht wird, versuchen wir zu helfen.“

In der Studienkirche wird am Sonntag, 20. Oktober, um 19 Uhr das Jubiläum der Kapfer Stiftung gefeiert. Anschließend findet ein Stehempfang im Descartes-Gymnasium statt.

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