Newsticker

Carneval in Rio fällt wegen Corona-Pandemie aus
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Karlskron will nicht über ungelegte Eier reden

21.01.2015

Karlskron will nicht über ungelegte Eier reden

So wie dieses VW-Ersatzteillager bei Kassel könnte auch das Lager auf dem Gelände von Scherm aussehen. Das Logistikzentrum hat sich jetzt als möglicher Standort beim VW-Konzern beworben.
Bild: dpa

Die Firma Scherm könnte ein möglicher Standort für ein neues VW-Ersatzteillager sein. Eigentlich sollte die Gemeinde im Vorfeld der Ausschreibung eine Grundsatzentscheidung treffen. Doch dazu kam es nicht – noch nicht

Das Ansinnen war gut gemeint, ließ die Gemeinderäte in Karlskron aber mit vielen Fragen zurück. Die Rede ist vom neuen Originalteillager, das der VW-Konzern möglicherweise in Karlskron auf dem Gelände der Logistikfirma Scherm bauen wird. Doch weil auch andere Standorte infrage kommen – Karlskrons Bürgermeister Stefan Kumpf weiß von mindestens zwei weiteren – , gibt der Automobilhersteller zum jetzigen Zeitpunkt aus Wettbewerbsgründen wenig bis gar keine Daten und Zahlen über das geplante Projekt preis.

Nichtsdestotrotz wollte Scherm Fehler aus früheren Zeiten nicht wiederholen und hat deshalb das Unternehmen im Dezember die Gemeinderäte aus Karlskron zu einem Informationsgespräch eingeladen, das allerdings aus den genannten Gründen recht spärlich ausfiel. Wie Scherm-Geschäftsführer Marcel Mahr damals sagte, gehe es zu diesem frühen Zeitpunkt zunächst um eine grundsätzliche Haltung der Gemeinde Karlskron: Kann sie sich vorstellen, dass Scherm sein Unternehmen erweitert und eine zusätzliche Lagerhalle baut oder nicht? Bis Januar sollte sich der Gemeinderat darüber Gedanken machen, damit Scherm dem VW-Konzern ein entsprechendes Signal geben kann.

Doch dazu kam es nicht. Wie Kumpf gestern im Gespräch mit der Neuburger Rundschau bestätigte, beschloss der Bürgermeister nur wenige Tage nach dem Treffen: Es macht keinen Sinn, über ungelegte Eier zu reden. Solange nicht klar ist, wie groß etwa die Lagerhalle werden wird oder wie viel zusätzlicher Verkehr damit verbunden ist, kann die Gemeinde keine Entscheidung treffen. Dies habe er der Geschäftsführung dann auch mitgeteilt. „Wenn Scherm den Zuschlag kriegen sollte, dann sind wir an der Reihe, die Dinge kritisch zu beäugen und unsere Planungshoheit auszuüben“, sagte er am Montagabend in der Gemeinderatssitzung.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Wie Scherm-Pressesprecher Maximilian Roos gestern auf Nachfrage bestätigte, hat Scherm mittlerweile seine Ausschreibungsunterlagen an den VW-Konzern weitergeleitet. Wie lange es dauert, bis VW seine Machbarkeitsanalyse abgeschlossen hat, konnte er nicht sagen. Ein halbes Jahr sei aber ein realistischer Zeitraum.

Obwohl die Gemeinderäte in ihrer Klausurtagung über die Krux der frühen Beteiligung gesprochen hatten und die wenigen bekannten Informationen ausgetauscht worden waren, hatten die Grünen-Fraktion einen Antrag gestellt, eine Bürgerversammlung zu diesem Thema zu veranstalten. „Die Leute wollen eingebunden werden“, begründete Martin Wiendl den Antrag. Bei der Versammlung sollten auch die Auswirkung des Ersatzteillagers hinsichtlich Verkehr, Flächenverbrauch oder Wasser angesprochen werden.

Wunsch der Grünen nach einer Bürgerversammlung abgelehnt

Doch genau diese Informationen liegen dem Gemeinderat zum jetzigen Zeitpunkt nicht vor. „Was gesagt werden darf, wurde angesprochen. Mehr weiß ich nicht“, sagte Kumpf, der den Antrag der Grünen ob der bekanntlich dünnen Informationsdecke „enttäuschend“ fand. Werner Widuckel stellte sich auf die Seite des Bürgermeisters: Es mache erst Sinn, vor die Bürger zu treten, wenn es Fakten gebe – erstens, um Fragen der Bürger beantworten zu können, und zweitens, um sich selbst eine Meinung bilden zu können. „Eine Infoveranstaltung zum gegenwärtigen Kenntnisstand ist zu früh“, sagte er.

Indes ist das von Audi geplante Mitarbeiter-Gebrauchtwagencenter in Probfeld unproblematisch. Bis zur nächsten Gemeinderatssitzung am 9. Februar will Kumpf vom beauftragten Planer mehr Details erfahren. Das rund 8000 Quadratmeter große Gebäude soll auf einer bereits bestehenden Abstellfläche errichtet werden.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren