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Trotz steigender Infektionszahlen: Kliniken halten wenige Intensivbetten frei

13.07.2010

Kellerkind

Wie hasse ich diese Arbeit normalerweise. Sie ist öde, stupide. Die Handgriffe sind immer dieselben. Sie fordert mich nicht, nicht intellektuell, nicht körperlich. An das Finanzielle will ich gar nicht denken. Es muss sein und es hört nie auf: wie Sisyphus den Fels immer wieder den steilen Hang hinaufrollt, so nimmt auch diese Arbeit kein Ende. Sisyphus stieg immer wieder hinauf, aber ich steige immer wieder hinab.

Doch jetzt ist alles anders. Etwa seit einer Woche freue ich mich regelrecht auf die sonst so verhasste Arbeit. Was stört mich der ewig gleiche Ablauf, die Abgeschiedenheit von der Welt, die leichte Feuchtigkeit der abgedunkelten Räume, der unterschwellig muffelige Geruch. Das alles nehme ich gerne in Kauf, seit es draußen über 35 Grad hat.

Schon weit, bevor die Waschmaschine fertig geschleudert hat, freue ich mich auf die Kühle meines Kellers. Wäscheaufhängen wird für mich zur Entspannungsphase in dieser heißen Zeit. Ich werde zum Kellerkind, will am liebsten unten bleiben. Mein Kellerabteil ist schon aufgeräumt, die ausrangierten Klamotten nochmals durchgesehen, die Wanderschuhe geputzt, die Vorräte alphabetisch sortiert. Zwischendurch muss ich wieder hoch: Schwitzen, damit die Waschmaschine neu gefüllt werden kann.

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