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Kita in Neuburg

03.07.2020

Kinderbetreuung in Neuburg: Neuer Anlauf für die Kindergärtnerei

Gleiche Idee, neuer Standort: Erzieherin Manuela Meier möchte eine Kindergärtnerei verwirklichen.
Bild: Claudia Stegmann

Plus Nachdem das Projekt in der Gemeinde Rohrenfels nicht verwirklicht werden konnte, wagt Manuela Meier einen neuen Versuch mit der "Kindergärtnerei" unter günstigeren Vorzeichen in Neuburg.

Manuela Meier hat ihren Traum nicht aufgegeben. Den Traum von einer „Kindergärtnerei“, wo Kinder nicht mit Bauklötzen spielen oder Bilder malen, sondern wo sie sich spielerisch mit Obst, Gemüse, Kräutern, Pflanzen und Tieren auseinandersetzen. Ein Kindergarten in einer Gärtnerei – das ist ihre Idealvorstellung von einer naturorientierten Kinderbetreuung. Und auf dem Gelände der Gärtnerei von Franz Wieland („Herr Franz“) im Neuburger Stadtteil Rödenhof soll sie umgesetzt werden – wenn es nach ihr geht, schon nächstes Frühjahr.

Kindergärtnerei soll im Neuburger Stadtteil Rödenhof verwirklicht werden

Die Gegebenheiten dort sind ihrer Meinung nach perfekt. In einem 300 Quadratmeter großen Gewächshaus sollen gut 80 Quadratmeter für den Kindergarten abgetrennt werden. Der Boden soll befestigt und eine Küche eingebaut werden. Es soll Platz für eine Garderobe und einen Spielbereich geben. Dass sich die Kinder dort aufhalten, soll aber nur eine Ausnahme sein. Denn der Spielplatz der Kindergärtnerei ist in erster Linie draußen – bei den Beeten, die die Kinder anlegen und bepflanzen sollen. Und bei den Tieren, die sich auf dem Gelände tummeln: Hühner, Puten, Enten, Gänse. Dazu kommt eine Katze, zwei Kaninchen und Manuela Meiers Labrador-Hündin Aada, der für den Umgang mit Kindern trainiert wurde.

Im Gegensatz zu den ersten Plänen auf dem Areal der Gärtnerei Spatenstich im Rohrenfelser Ortsteil Neustetten scheinen die Bedingungen auf dem Gelände von Franz Wieland günstiger. Mit dem Gewächshaus gäbe es bereits ein Gebäude, in dem die Kinder Unterschlupf finden. Für die notwendigen Umbauarbeiten braucht es nach Ansicht von Franz Wieland „keinen großen Invest“. Die Einrichtung soll überwiegend aus gebrauchtem oder gesponsertem Möbiliar bestehen, ein Teil des benötigten Materials (Pflastersteine, Holz) liege schon bereit. Was noch fehlt, ist die Infrastruktur, also Strom, Wasser und Abwasser.

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Wie viel Geld am Ende in die Hand genommen werden müsste, um aus einer Gärtnerei eine Kinderbetreuungseinrichtung zu machen, vermag Manuela Meier nicht zu sagen. Nur so viel: Es ist deutlich weniger, als in Neustetten notwendig gewesen wäre. „Wir können hier ein Refugium schaffen“, ist sie sich sicher. Und tatsächlich wirkt das Gelände wie aus Büllerbü: Hinter einem Naturteich, an dessen Ufer man wie durch eine Allee wandelt, schließt sich ein weitläufiger Geflügelgarten mit Hühnerstall an. Gleich dahinter steht das Gewächshaus, in dem die Kindergärtnerei untergebracht werden soll. An dieses grenzt eine 1300 Quadratmeter große Freifläche an, die umzäunt werden soll und als „Gärtnereigarten“ dient. Wiederum dahinter erstreckt sich eine Obstbaumplantage.

Wenn es nach Manuela Meier geht, soll die Kindergärtnerei schon im kommenden Frühjahr in Betrieb gehen. Interessenten gebe es schon reichlich, sagt sie. Starten möchte sie mit 20 Kindern ab drei Jahren, die von ihr, einer weiteren Erzieherin und Praktikanten betreut werden. Im Augenblick ist eine Betreuung nur vormittags geplant, weshalb Manuela Meier am Nachmittag gerne Schulkinder bis zur 3. Klasse aufnehmen würde. Die Einrichtung soll als Unternehmergesellschaft (UG) gegründet werden – mit Manuela Meier als Unternehmerin und Franz Wieland als Verpächter.

Kindergärtnerei: Kosten der Einrichtung würde zu 40 Prozent der Freistaat tragen

Die Kosten der Einrichtung würden zu 40 Prozent der Freistaat, zu 40 Prozent die Stadt Neuburg und zu 20 Prozent die Eltern tragen. Wie hoch der Kindergartenbeitrag sein wird, kann Manuela Meier derzeit noch nicht sagen. Sie schätzt aber, dass nach Abzug des 100-Euro-Zuschusses die Eltern zwischen 50 und 100 Euro privat dazuzahlen müssen – es sei denn, es findet sich ein Förderer, der diesen Teil der Kosten ganz oder teilweise übernimmt.

Die Idee der ehemaligen Kindergartenleiterin von Rennertshofen unterstützen die Freien Wähler Neuburg, bei denen sie selbst Mitglied ist. Die Freien Wähler haben Oberbürgermeister Bernhard Gmehling deshalb gebeten, das Projekt prüfen zu lassen und dem Stadtrat zur Entscheidung vorzulegen. Der erste Schritt wurde auch bereits in die Wege geleitet. Gmehling bezeichnet die Kindergärtnerei als grundsätzlich „tolle Idee“. Doch in Zeiten, in denen die Stadt über eine Haushaltssperre nachdenkt, lasse sich eine Umsetzung „sicherlich nicht schnell“ realisieren. Darüber hinaus stelle sich die Frage, ob Neuburg im Augenblick überhaupt neue Kindergartenplätze benötige. Immerhin werde derzeit ein sechsgruppiges Kinderhaus in Heinrichsheim gebaut, das im Herbst fertig werden soll.

Die Frage des Bedarfs ist auch für Kindergartenreferent Matthias Enghuber eine entscheidende – neben der Genehmigung durch das Landratsamt und der Einhaltung der Bauvorschriften. Wie viele Plätze genötigt werden, wird jedes Jahr aufs Neue festgelegt. „Mein Gefühl ist aber, dass wir durchaus Bedarf haben, vor allem im Bereich der Krippenbetreuung“, sagt er. Der Idee stünde er „absolut positiv“ gegenüber. Jeder Kindergarten in Neuburg hätte eine andere pädagogische Ausrichtung, da wäre die Kindergärtnerei in seinen Augen eine Bereicherung.

Interessierte können sich das Areal, auf dem die Kindergärtnerei entstehen soll, am Samstag, 25. Juli, zwischen 14 und 18 Uhr ansehen. Adresse: Rödenhof 3a in Neuburg, bei der Gärtnerei „Herr Franz“.

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