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Neuburg

09.07.2020

Kirchen in Neuburg: Endspurt bei den Sanierungen

Restauratorin Andrea (rechts) zeigt Ulrike die Ergebnisse ihrer Arbeit.
Bild: Winfried Rein

Plus In der Peterskirche fällt bald das Gerüst. Im Advent soll Wiedereröffnung sein. Die Heilig-Geist-Kirche wird früher fertig und steht dann noch mehr im Mittelpunkt.

Pfarrer Vitus Wengert musste seine Kirchen als „Baumeister“ sanieren, und Nachfolger Herbert Kohler tut es ihm gleich. Jetzt sieht man Licht am Horizont. Die Peterskirche soll pünktlich zum Advent und die Hl.-Geist-Kirche Anfang Oktober fertiggestellt werden.

Bis jetzt funktioniert dieser Zeitplan. In einigen Tagen fällt nach dem Außenkorsett auch das Innengerüst der Peterskirche. Die Gerüstbauer montieren die Gestänge dann komplett ab. Für die Reinigung und Auffrischung von Seitenaltären, Kanzel und Heiligenfiguren benutzen die Restauratoren kleine Einzelgerüste. Den Aposteln auf den Deckenbildern haben sie bereits mehr Leuchtkraft verschafft. Den Kirchenbesuchern zeigen sich beim Blick nach oben die auf Wolken sitzenden Apostel mit ihren Attributen – allesamt zum Heiligen Geist in der Mitte orientiert.

Gerüst und Material lassen die Peterskirche noch als Baustelle erscheinen. Aber bald wird abgerüstet.

Nach der Verbesserung der verblassten Farben widmen sich die Restauratoren nun den Hoch- und Seitenaltären, St. Augustinus, Sebastian und der weiteren Heiligenschar. Gleichzeitig erhält die Pfarrkirche eine komplett neue Elektrik, Heizung, Tontechnik und eine raffinierte Beleuchtung. Dunkle Ecken soll es nicht mehr geben. Nebenbei gab es Holzjoche für das Glockengestühl und eine neue Turmuhr mit drei Zifferblättern - nicht für die Nordseite. Die wichtigste Arbeit im Dachstuhl ist bereits erledigt.

Sanierung der Peterskirche Neuburg kostet 3,6 Millionen Euro

Pfarrer Herbert Kohler schwärmt von den Zimmerern aus der Oberpfalz, die kaputte Balken und tragende Stellen schnell und gekonnt erneuert haben. „Der Dachstuhl hatte sich bereits verschoben und war unglaublich kaputt“, beschreibt Ulrike Buller-Lörsch die Ausgangslage. Für die Referentin des Staatlichen Bauamtes Ingolstadt erhält die Pfarrei nun eine „rundum erneuerte Pfarrkirche“. Dazu gehörte auch - gleich zum Baustart 2018 - die Stärkung der nördlichen Stützmauer am Nachtberg.

Die Kosten summieren sich auf 3,6 Millionen Euro. Davon übernimmt der Freistaat als Träger der sogenannten subsidiären Baulast 2,6 Millionen. Die letzte Sanierung geht auf das Jahr 1983 zurück. Bis dato war die Peterskirche gelb, jetzt bleibt sie im originalen Weiß-Grau. Das Gotteshaus war in der heutigen Form während des Dreißigjährigen Krieges entstanden. Sie ist die Neuburger „Urkirche“ und war im 8. Jahrhundert wohl Bischofskirche des Bistums Neuburg und Sitz des Heiligen Sintpert.

„Gipfelarbeit“ leisteten die Dachdecker auf dem Spitzturm der Apsis. Jeder Ziegel musste beschnitten werden.

Auch die Hl.-Geist-Kirche in der Unteren Stadt - geschichtlich nicht weniger interessant - geht der Vollendung entgegen. Zumindest der Gerüstboden unter der Decke wird bald verschwinden und den Blick auf den „Heiligen Geist und seine sieben Gaben“ freigeben. Die restaurierten Fresken sind nur die Zugaben zur Grundsanierung insbesondere des abgesackten Dachstuhls. Er ist ausgebessert und die Stuckdecke sicher aufgehängt worden.

6000 Ziegel wurden in Handarbeit angepasst und zugeschnitten

Der neue Außenanstrich zeigt sich von weitem und mit dem Spitzturm über der Apsis haben die Dachdecker auch die letzte Lücke eingedeckt. Meist eingehüllt von einer roten Staubwolke musste der Trupp aus Windisch-Eschenbach jeden der 6000 Ziegel mindestens einmal schneiden, anpassen und befestigen.

Von den 2,4 Millionen Euro Kosten muss die Kirchenstiftung 600.000 übernehmen. Der Innenraum behält auch mit Gerüststangen seine Ausstrahlung. Ab Oktober soll er frei und gereinigt dastehen, denn dann wird neben der Peterskirche auch die Hofkirche Baustelle und noch mehr wird sich auf Hl. Geist konzentrieren.

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