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Klingsmoos

28.01.2020

Klingsmooser Erfinder kämpft im Fernsehen um 100.000 Euro

Fabian Müller (links) demonstriert den Juroren Hans-Jürgen Moog (hinten) und Joko Winterscheidt seine Erfindung.
Bild: ProSieben/Willi Weber

Plus Fabian Müller hat einen neuartigen Kinderfahrradsitz entwickelt. Seine Erfindung stellt er in der ProSieben-Show „Das Ding des Jahres“ vor und hofft auf den Gewinn von 100.000 Euro.

Zugegeben, wie eine Erfindergarage sieht Fabian Müllers Büro in Klingsmoos nicht aus. Auf dem ordentlichen Schreibtisch steht ein Laptop, an den Wänden hängen Bilder oder Motivationssprüche. Und Bürohund Thyson folgt seinem Herrchen aufmerksam auf Schritt und Tritt. Und doch stammt aus diesen Räumen eine Erfindung, die vielleicht 100.000 Euro wert ist.

„Easy Flips“ nennt der 33-Jährige seine Entwicklung – ein Kinderfahrradsitz, der sich mit wenigen Handgriffen in einen Buggy verwandeln lässt. Die Idee für die Erfindung kam Müller, selbst Vater eines Kindes, im Italienurlaub. „Wir waren mit dem Fahrrad auf dem Markt. Da unser Kind noch nicht laufen konnte, mussten wir es und die Einkäufe tragen.“ Also beginnt Müller zu recherchieren und an seinem Wunschkindersitz zu tüfteln. Er versieht ihn mit einem Sonnen- und Regenschutz sowie einem Getränkehalter und lässt von seinem Kumpel eine 3-D-Animation erstellen.

Mit einem ersten Prototypen bewirbt er sich schließlich bei der ProSieben-Erfindershow „Das Ding des Jahres“, die von Stefan Raab produziert wird und die er ohnehin seit der ersten Ausgabe verfolgt. „In anderen Gründershows hat man kaum Chancen, mit einem unfertigen Produkt teilzunehmen. Deshalb war diese Sendung für mich das passende Format“, sagt Müller.

So funktioniert die Erfindung "Easy Flips" von Fabian Müller

Vorteile seiner Erfindung sieht der gebürtige Schrobenhausener vor allem gegenüber den Fahrradanhängern für Kinder. „In der Stadt gibt es kaum Möglichkeiten, den sperrigen Anhänger abzustellen. Außerdem sitzen die Kinder nur knapp über dem Boden und bekommen an den Ampeln vermehrt Abgase ab.“ Zudem werde der Anhänger von Transportern häufig übersehen. Beim „Easy Flips“ befestigt ein Schließmechanismus das Kind am Fahrrad. Ausgeklappt wird er zum vollwertigen Buggy – und „zusammengeklappt passt er kompakt in ein Auto“, erklärt Müller.

Profitiert hat der junge Erfinder bei der mittlerweile eineinhalbjährigen Produktentwicklung von seinem Familienbetrieb Müller Motorcycle AG in Klingsmoos, den er und seine Frau seit 2018 führen. Die 15 Angestellten stellen Teile für Harley Davidson und Land Rover her. Der gelernte Maschinenbauer konnte bei seiner Erfindung nicht nur auf seine eigene Expertise setzen, sondern hat in Klingsmoos auch die nötigen Werkzeuge und Maschinen zur Verfügung.

Mit dem Namen „Easy Flips“ will Müller ein ähnliches Aushängeschild werden, wie die Marke Tempo für Papiertaschentücher oder Edding für Permanentmarker, so zumindest das Wunschdenken. Die Grundlagen sind jedenfalls gelegt: Der Erfinder hat sich bereits alle Namensrechte sowie das Patent gesichert. Das nächste Ziel sei, einen Kindersitzhersteller zu finden, der den „Easy Flips“ zusammen mit Müller auf den Markt bringt. Noch kann man ihn nämlich nicht kaufen. „In den vergangenen 50 Jahren hat sich in dem Segment der Kinderfahrradsitze nichts getan, deshalb bin ich vorsichtig optimistisch, dass die Erfindung gut ankommt.“

Erfindershow: Was würde der Klingsmooser mit seinem Gewinn machen?

Was der Klingsmooser mit dem Gewinn von 100.000 Euro machen würde? Einen Teil des Geldes würde er spenden, da dies auch der Philosophie seines Unternehmens entspräche. Den Rest würde Müller in seine Erfindung reinvestieren, damit der „Easy Flips“ auf den Markt kommt. „Oft sind solche Summen dann nur ein Tropfen auf den heißen Stein, da der Markt umkämpft ist.“

Auch privat hat Müller kostspielige Hobbys. Neben Fernreisen mit seiner Familie hat er einen Fotobox-Verleih. Bis vor Kurzem konnte man den jungen Erfinder auch als DJ buchen. Zudem ist er Bassist in der Neuburger Deutsch-Rockband Escape. Für seine Leidenschaft Motorräder sei zuletzt viel zu wenig Zeit, gibt er zu.

Der „Easy Flips“ muss sich am 5. Februar mit der Erfindung eines anderen Kandidaten messen. Die Jury, bestehend aus den Moderatoren Lena Gercke und Joko Winterscheidt sowie Lea-Sophie Cramer, Gründerin des Erotikversandhandels Amorelie, und Rewe-Chefeinkäufer Hans-Jürgen Moog, bewertet anschließend die Produkte. Cramers Urteil fällt dabei bereits positiv aus: „Ich finde, das ist eine gute Idee. Ich frage mich, warum noch keiner darauf gekommen ist.“ Letztlich muss das Publikum den Duell-Sieger küren, der damit die Chance hat, die Show zu gewinnen und ins große Finale einzuziehen, um sich dort die 100.000 Euro zu sichern.

Ob es Fabian Müller mit seiner Erfindung ins Finale schafft, klärt sich am kommenden Mittwoch, 5. Februar. „Das Ding des Jahres“ läuft immer mittwochs um 20.15 Uhr auf ProSieben.

So haben sich andere Menschen aus der Region im Fernsehen geschlagen:

Julia Abspacher war 2019 zu Gast bei der Quizsendung "Wer wird Millionär?".

Anfang des Jahres kämpfte auch Diana Strassburg um eine Million bei RTL.

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