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Neuburg

04.05.2016

Knochenmarkspender gesucht: Samantha kämpft gegen Leukämie

Samantha vor der Skyline von Shanghai. Vor wenigen Wochen erst begann sie, als Flugbegleiterin zu arbeiten. Jetzt hat sie Leukämie und braucht dringend eine Knochenmarkspende.
Bild: Foto: Andrea Gottschall

Vor wenigen Tagen flog sie als Flugbegleiterin um die Welt und war fit. Die Chemotherapie gegen Leukämie schwächt jetzt ihren Körper. Eine Knochenmarkspende kann ihr Leben retten.

Für Samantha Gottschall hatte das Leben gerade erst angefangen. 24 Jahre alt ist sie, ausgebildete Fremdsprachenkorrespondentin, und seit ein paar Wochen Flugbegleiterin bei der Lufthansa. Sie fliegt rund um die Welt, heute Amerika, morgen Australien, übermorgen Asien. Ein Leben, wie es sich die gebürtige Neuburgerin erträumt hatte. Jetzt liegt die junge Frau im Krankenhaus in München. Sie hat Leukämie und ist dringend auf eine Knochenmarkspende angewiesen.

Vor zwei Wochen noch war Samantha Gottschall eine junge, lebenslustige Frau. Sie hat viel Sport gemacht, war durchtrainiert und hat auf eine gesunde Ernährung geachtet. Ihre Einstellungsuntersuchung als Flugbegleiterin vor fünf Monaten war unauffällig. Dann kam sie zurück von einem Flug nach Chicago. Und – ganz ungewöhnlich für sie – klagte über Rückenschmerzen. „Mama, ich glaub, ich muss mir mal Massagen verschreiben lassen“, sagte sie am Telefon. Daran erinnert sich ihre Mutter Andrea genau. Wer denkt da schon an Leukämie? Ein paar Tage später kam die 24-Jährige, die mittlerweile in München lebt, zu Besuch zu ihren Eltern nach Rödenhof. Die Rückenschmerzen waren immer noch da und plötzlich kam da auch noch ein geschwollener Lymphknoten dazu. Statt auf den Nightgroove, wie es geplant war, schickte ihre Mutter sie in die Notaufnahme des Neuburger Krankenhauses. Allein schon deshalb, weil sie eine Krankschreibung für den geplanten Flug zwei Tage später brauchte.

Eine Knochenmarkspende kann Samantha das Leben retten

In den Kliniken St. Elisabeth sahen die Ärzte schließlich, dass die Blutwerte der Patientin auffällig waren und entschieden: „Sofort ins Krankenhaus nach München.“ Dort kam am Dienstag vergangener Woche die Hiobsbotschaft: Bei den Untersuchungen sind Leukämiezellen festgestellt worden. Seit Donnerstag steht nun fest, dass Samantha Gottschall an der Akuten Lymphatischen Leukämie (ALL) erkrankt ist. Dies ist die häufigste Form der Leukämie bei Kindern und auch jungen Menschen. Im Erwachsenenalter dagegen tritt sie seltener auf.

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Fast jeden Tag bekommt die Neuburgerin eine Chemotherapie, aber sie „ist psychisch sehr stark“, sagt ihre Mutter. Körperlich ist sie mittlerweile jedoch ziemlich geschwächt. „Sie kann keine drei Meter mehr gehen“, sagt Andrea Gottschall. Ihre Tochter wurde als Hochrisiko-Patientin eingestuft und ist dringend auf eine Knochenmarkspende angewiesen. In den kommenden Tagen erfährt die Familie, ob Samanthas Bruder Nicholas als Stammzellenspender infrage kommt. Die Chancen liegen bei 25 Prozent. Wenn nicht, dann setzen sie alle ihre Hoffnung auf die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Findet sich dort ein genetischer Zwilling, dann kann die 24-Jährige die dringend benötigte Knochenmarkspende erhalten. Die Eltern Dirk und Andrea kommen bis auf Weiteres jedenfalls nicht infrage.

Dankbar sind die Eltern für die Unterstützung von Samanthas Freunden. Ehemalige Mitschülerinnen der Neuburger Maria-Ward-Schule haben sich sofort bei ihrer Klassenkameradin gemeldet und sie besucht, über die sozialen Netzwerke haben sie zur Registrierung bei der DKMS aufgerufen. Jetzt hoffen die Eltern, dass möglichst viele Menschen aus der Region eine Speichelprobe abgeben. Selbst wenn darunter kein Spender für Samantha sein sollte: „Vielleicht kann damit ja einem anderen Patienten geholfen werden.“

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