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06.02.2018

Kochendes Öl konnte ihr nichts anhaben

Die heilige Dorothea mit dem Jesusknaben im Sternenkleid, der den Korb mit Rosen und Äpfeln reicht (aus der Hofkirche Neuburg).
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Die heilige Dorothea mit dem Jesusknaben im Sternenkleid, der den Korb mit Rosen und Äpfeln reicht (aus der Hofkirche Neuburg).
Bild: Manfred Veit

Heute feiert die heilige Dorothea ihren Namenstag

Zuweilen ist die heilige Dorothea, deren Gedenktag heute ist, in Begleitung der drei heiligen Madeln (Barbara, Katharina, Margaretha) als Vierte im Bunde bei den Nothelferinnen zu finden. In dem dritten Gewölbe auf der Südseite über der Galerie in der Hofkirche ist sie zusammen mit den frühen Märtyrerinnen Apollonia, Agnes und Agatha im Stuck dargestellt. Übrigens war gestern der Namenstag der heiligen Agatha, der Schutzpatronin von Sizilien, die in Catania um 250 zu Tode gequält wurde.

Dorotheas christliche Eltern – der Vater war römischer Senator – zogen sich mit zwei Töchtern schon vor der diokletianischen Christenverfolgung in das scheinbar sichere Cäsarea, dem heutigen Kayseri, in Kapadokien zurück. Die dritte Tochter Dorothea wurde um das Jahr 290 am neuen Wohnort geboren. Sie scheint eine sehr fesche Jugendliche gewesen zu sein, denn der römische Provinzstatthalter begehrte sie zur Frau. Dorothea hatte sich jedoch schon ihrem himmlischen Herrn Jesus Christus geweiht. Sie lehnte daher das Werben des hohen und vornehmen Beamten ab. Die aus den Märtyrergeschichten vielfach bekannten grausamen Versuche, sie zur Änderung ihrer Meinung zu bewegen, wandte man auch bei Dorothea an. So soll sie zuerst mit kochendem Öl übergossen worden sein, das aber eher als pflegende Lotion gewirkt hatte. Während dieser Prozedur zerstörten Engel ein heidnisches Götterstandbild auf einer Säule mit lautem Getöse, dazu schrie der Satan. Viele Beobachter bekannten sich daraufhin zum Christentum. Ein gütlicher Versuch, ihre Gesinnung umzukehren, misslang ebenso wie die anschließende Tortur, bei der man sie an den Füßen aufhängte, auspeitschte und ihre Brüste mit Fackeln versengte. Sie gab dabei an, dass sie gern dem Tod entgegensehe, dann könne sie im Garten ihres himmlischen Bräutigams Rosen brechen und süße Äpfel ernten. Der Schindrichter empfand dies als Spott und köpfte sie schließlich.

Die Legende verbreitete sich ab dem 14. Jahrhundert auch in unseren Landen. In dieser Zeit wurde Dorothea auch zuweilen in den Kreis der Nothelfer aufgenommen. Ihre Hilfe war besonders bei Todesnöten, von Wöchnerinnen und bei Geburtswehen, falschen Anschuldigungen und bei bitterer Armut gefragt. Blumengärtner und Floristen wählten sie ebenso zu ihrer Patronin wie Bräute und Neuverheiratete.

Die Bauernregel „Dorothee gibt den meisten Schnee“ wird wohl heuer nicht eintreffen, was die Landwirte mit Sorge erfüllt, sollten doch die Wintersaaten unter einer Schneedecke geschützt sein.

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