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Advent

05.12.2019

Kölner Akademie und Sopranistin begeistern in Ingolstadt

Glanzvoll: Hanna Herfurtner und die Kölner Akademie.
Bild: Seifert

Das Konzert beim Ingolstädter Kulturverein bereitet die Besucher schon einmal auf Weihnachten vor

„Sei lob mit Preis und Ehren“. Dieses Motto, entnommen aus der Bach-Kantate „Jauchzet Gott in allen Landen“, BWV 51, umschreibt in besonderer Weise das auf den Kern der Weihnacht hinführende Programm, gestaltet von der ausgezeichneten Kölner Akademie und der glanzvoll agierenden, jungen Sopranistin, Hanna Herfurtner. Die Kölner Akademie zeichnet sich immer wieder durch ihre Aufführungen von Musik des 17. bis 21. Jahrhunderts aus. Somit genießt das Ensemble höchste Anerkennung für seine Auftritte bei Festspielen.

Das bereits zu Beginn des ansprechenden Abends intonierte Konzert in F-Dur für Orgel, Streicher und Basso Continuo von Georg Friedrich Händel wirkte somit in den einzelnen Sätzen lichtdurchflutet, transparent, mit markant gezeichneten Konturen und federnder Kraftentfaltung.

Auch die weiteren Konzertstücke wie Alessandro Marcellos, dessen Werke man selten hört, Concerto d-Moll für Oboe, Streicher und Basso Continuo sowie Francesco Manfredinis Concerto grosso, Pastorale op. 3, 12, waren wohlklingend und kraftvoll präsentiert.

Kölner Akademie und Sopranistin begeistern in Ingolstadt

Die Kölner Akademie unter der Leitung des in Washington geborenen Dirigenten Michael Alexander Willens begleitete die Sopranistin Hanna Herfurtner, bei Bach (Arie: „Nur ein Wink“ aus dem Weihnachtsoratorium) Johann Mattheson („Heilig, heilig, heißt sein Name“) und dem bekannten „Rejoice“ aus dem Oratorium „Messias“ (Händel) mit ausdrucksvollen Nuancen und schlichter dynamischer Innerlichkeit.

Überzeugend meisterte Hanna Herfurtner in ihrer Werkdarbietung den Spagat zwischen Textverständlichkeit, Koloraturen und kraftvoller Interpretation. Lyrisch, ausdrucksvoll, empfindsam und stets ansprechend agierte die junge Sopranistin, ganz zur Freude des beeindruckten Publikums. Vor allem bei Bach und Händel ließ sie ihre so einfühlsame Stimme elegant fließen, einfühlsam tremolieren, um dann in reinster Agogik immer wieder mal still und zart innezuhalten.

Herfurtner studierte Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität München, bevor sie zum Gesangsstudium nach Stuttgart und anschließend an die Universität der Künste Berlin wechselte. Engagements als Opernsängerin führten sie zur Ruhrtriennale, den Bregenzer und Salzburger Festspielen, an die Staatsoper Berlin und die Oper Köln.

Johann Sebastian Bachs Musik, dies wurde im zweiten Konzertteil bei der Intonation der festlich stimmenden Kantate „Jauchzet Gott in allen Landen“ BWV 51 für Sopran, Trompete, Streicher und Basso Continuo deutlich, ist reich an Ausdruckstiefe und Gestaltungsreichtum. Diese bekannte Solokantate ist nachträglich dem Kantaten-Jahrgang für 1726 hinzugefügt und fällt etwas aus dem Rahmen, weil sie kaum Bezug nimmt zum entsprechenden Sonntagsevangelium und eher „et in ogni tempo“ (zu jeder Zeit, Bachs Vermerk) passt. Auch hier verlangt Bach einen brillanten Sopran, der in höchste Höhen aufzusteigen und schwere Koloraturen zu bewältigen hat. Herfurtner und die einmal mehr glanzvolle Kölner Akademie beeindruckten bei dieser Werkdarbietung mit reiner Interpretation, gepaart mit subtilem Ausdrucksvermögen, Homogenität und Stilsicherheit. In dieser Andacht und Beseeltheit wünscht man sich ein vorweihnachtliches Konzert.

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