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Königsmoos

21.07.2020

Königsmoos genehmigt neue Flächen für Kieswerk

Diese Wiese war früher Kiesabbaugebiet, sie wurde bereits verfüllt.
Bild: Andrea Hammerl

Plus Das Gremium in Königsmoos genehmigt knapp drei Hektar zusätzliche Abbaufläche für Kiesunternehmen DMK. Fertig abgebaute Flächen muss die Firma verfüllen – auch für den Naturschutz.

Das Kiesunternehmen DMK erhielt einstimmig grünes Licht von den Königsmooser Gemeinderäten für zusätzliche 2,9 Hektar Abbaufläche direkt neben dem bestehenden Kiesabbau zwischen Obermaxfeld und dem Kieswerk Rosing. Neue Flächen für den Kiesabbau sind immer ein heikles Thema. „Mir ist wichtig, dass meine Anwohner so wenig Belastung wie möglich haben“, betonte Bürgermeister Heiner Seißler (FW). Daher fordert die Gemeinde, dass das Unternehmen die Lärm- und Staubbelastung weitgehend minimiert und das Material weiterhin über den dafür ausgebauten Feldweg abtransportiert, nicht über die Straße durch Obermaxfeld. Den Feldweg muss die DMK selber instandhalten.

Anwohner leben insgesamt 13 Jahre Schwerlastverkehr und Staubbelastung

Vorgesehen ist, in zwei Phasen über fünf Jahre abzubauen, währenddessen bereits begonnen wird, den ersten, 1,7 Hektar großen Bauabschnitt wiederzuverfüllen. Insgesamt wird die Wiederverfüllung weitere acht Jahre dauern. Was für die Anwohner insgesamt 13 Jahre Schwerlastverkehr und Staubbelastung bedeutet, daher ist die Wiederverfüllung aus Sicht des Bürgermeisters „immer eine zweispältige Geschichte“. Aber eine, die mehrheitlich gewünscht wird, wie Anliegerversammlungen im Jahr 2011 zeigten.

„Die Anwohner wollten keinen Weiher“, stellte Seißler klar. Daran dürfte sich auch seitdem nichts geändert haben, wie weitere Diskussionsbeiträge zeigten. Denn rund um Rosing besteht bereits eine reiche Weiherlandschaft mit fünf großen Weihern. Daher wollte Hans Steierl (FW) wissen, was in der Vergangenheit verfüllt worden sei – im Vergleich zu den ursprünglichen Auflagen. „Die schreiben alle rein, in zehn Jahren wird verfüllt sein“, monierte Steierl, doch dann passiere wenig. Dass viele Kiesunternehmer im Landkreis mit der Verfüllung um Jahre hinterherhinken, bestätigte Seißler, „aber in diesem Gebiet ist schon viel verfüllt worden – ohne jetzt eine Lanze für eine Firma brechen zu wollen“.

Ehemalige Abbauflächen dienen als Schutzgebiete für Vögel

Das geforderte ZO-Material (nahezu unbelastetes Material wie Baugrubenaushub Anm. der Red.) sei allerdings schwer zu bekommen. Eine Wahl haben Gemeinde und Anwohner ohnehin nicht, denn die Untere Naturschutzbehörde fordert ebenfalls, dass die Abbauflächen verfüllt werden, um als Wiesenbrüterschutzgebiet zu dienen. So musste Seißler die Frage von Philipp Klink (BGK) verneinen – die rekultivierten Flächen können nicht wieder landwirtschaftlich genutzt werden. Zudem geht es um Flugsicherung - große Wasserflächen erhöhen das Risiko des Vogelschlags für den nahegelegenen Flugplatz.

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