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Neuburg

11.11.2019

Konzert: Heini und Eyms verabschieden sich

Immer für einen Scherz gut: „Quando, quando“ dichteten die beiden Sänger Heini und Eyms um auf „Laff ned nackert umanand, ziag a Gwand o“.
Bild: Julia Abspacher

Die Neuburger Künstler gaben ihre zwei letzten Vorstellungen – mit diesen Songs, Sketchen und Anekdoten.

Der letzte Vorhang ist für sie beide nun endgültig gefallen: Heini & Eyms verabschiedeten sich gemeinsam mit ihrer Lieblich-Combo nach 28 Jahren mit zwei ausverkauften Shows im Marienheimer Gemeindehaus von der Bühne. Dabei zogen die zwei Frontmänner – im bürgerlichen Leben als Heinrich Baar und Roland Eymold unterwegs – noch einmal alle Register. Zu erleben gab es Songs, Sketche und Anekdoten aus fast drei Jahrzehnten, in denen das Duo mit seinen Schlagern und Seemannsliedern aus dem Neuburger Kulturleben nicht wegzudenken war.

Alles war angerichtet am Samstagabend. Die Kreissägen, die fast von Beginn an das Markenzeichen des Duos sind, strahlten, die schwarzen Westen glänzten und das Publikum freute sich auf das Programm mit dem ganz unbescheidenen Titel „Wir geben uns die Ära“, in dem sich Höhepunkte der Bandgeschichte aneinanderreihten. Im Vorraum des Gemeindesaals konnten die Zuhörer zu Aufzeichnungen früherer Auftritte von Heini & Eyms in Erinnerungen schwelgen, manch einer war gar in alten Fanshirts gekommen, deren aufgedruckte Jahreszahlen mehr als 20 Jahre zurücklagen. Die letzte Ausgabe der Heini & Eyms Show begann dann gleich mit einem altbekannten Stück. „Schöne Isabella von Kastilien“, ursprünglich einmal von den Comedian Harmonists gesungen, gehört eher an den Anfang der 20er bis 60er Jahre, also der Zeitspanne, der sich die Musiker verschrieben haben, eben so wie „Salome“ von Robert Stolz oder der „Hamborger Veermaster“.

Die Musik von Heini und Eyms geht ins Ohr

Aber nicht nur auf eine Reise durch die Zeit, sondern auch um die Welt nahmen die beiden mit. So tauchten sie ein ins London Berthold Brechts zur „Moritat von Mackie Messer“, schwoften am Hamburger Hafen zu zahlreichen Matrosenliedern, andernorts gab es „Salzburger Nockerln“ serviert oder es galt, im „Café Oriental“ die Leute zu bestaunen. All diese prächtig ausgeschmückten und unterhaltsamen Liedtexte wissen Heini & Eyms pointiert und augenzwinkernd zu erzählen. Die Musik ist unkompliziert, beschwingt, fröhlich und reißt das Publikum schon früh zum Mitsingen hin. Aber natürlich dürfen auch die Sketche und Kabarettelemente nicht fehlen – und auch hier waren altbekannte Gäste zu Besuch: Grantler Alfred Peschke (Heini) gab sich ebenso die Ehre wie Funky Vogelfutter (Eyms). Auf einem Glücksrad, das zum letzten Mal vor 17 Jahren zum Einsatz gekommen war, durften Freiwillige aus dem Publikum Kategorien wie beispielsweise „Filmmusik“ oder „Kinderlieder“ erdrehen. Unter großem Gelächter gurgelte Eyms dann mit Wasser im Mund ein Lied aus der Kategorie, welches die Zuschauer erraten durften. In ihren Paraderollen als Elvis Presley und Louis Armstrong schmetterten die beiden wild kostümiert jeweils ein Medley des King of Rock ‘n’ Roll und des begnadeten Jazzers.

Konzert: Heini und Eyms verabschieden sich

Am Ende fanden sie aber doch noch einmal zu ihren Schlagern zurück, und krönten mit „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“, „Mein kleiner grüner Kaktus“ und „Wochenend’ und Sonnenschein“ den Abend. Die Musiker der Lieblich-Combo, Jens Lohse am Klavier, Ted Matschi am Bass und Bernhard Reitberger am Schlagzeug und mit Xylophon-Solo, dichteten eine kleine Ode an ihre beiden Sänger und langjährigen musikalischen Wegbegleiter und sorgten für einen lustigen, aber durchaus auch sentimentalen Moment: „Was unter der Laterne am Schloßfest einst begann, ist jetzt gleich vorüber, denn auch das Schönste endet irgendwann.“ Zur Zugabe kam dann noch Norbert „Max“ Specht auf die Bühne, er hatte als Wirt des Irish Pubs Heini & Eyms vor 28 Jahren zu ihrem ersten Auftritt verholfen. Als Überraschung hatte er den Klassiker „Oh Champs-Élysées“, der seit jeher als Zugabe bei Auftritten der beiden Entertainer erklingt, auf diese umgedichtet und dirigierte das Publikum zu „Oh Heini & Eyms“, in das alle begeistert mit einstimmten.

„Niemand hat die Absicht, eine Show zu beenden“, hatten Baar und Eymold noch am Anfang des Abends gescherzt. Aber irgendwann ist es dann eben doch vorbei, auch wenn es den beiden sichtlich schwerfiel, ihr Publikum am Ende in die Nacht zu entlassen.

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