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Neuburg

08.04.2019

Konzert: Musikschule rockt das Stadttheater

Mit Feuereifer bei der Sache: Im Jahreskonzert der Kleinen konnten sich die Buben und Mädchen von der musikalischen Früherziehung auf großer Bühne vor den Eltern, Opas, Omas und Freunden zum ersten Mal als Sänger und angehende Schauspieler beweisen.
Bild: Inge Wasilesku

Von der fetzigen Bigband bis zum filigranen Flötenquartett – die Auftritte der Musikschüler saßen. Was den Zuhörern alles geboten wurde.

Seit 45 Jahren gibt es die Musikschule Neuburg (MSN) inzwischen. Sie ist längst eine Institution im Kulturleben der Ottheinrichstadt – und sie hat über die Jahrzehnte überhaupt nichts an Schwung verloren. Im Gegenteil: Die Musikschule ist vital und attraktiv wie nie zuvor. Sie lebt und gedeiht mit inzwischen über 600 Schülern. Und die MSN kann sich auf viele Eltern, Omas und Opas verlassen, die ihre Kinder und Enkel nicht einfach nur zum Unterricht bringen, sondern mit Freude sehen, was die Musik – bei allen Mühen des Übens – dem Nachwuchs für ein ganzes Leben bringen kann. Klaus Wasilesku, der die Schule aufgebaut hat und sein Sohn Oliver, der jetzt die Fäden in der Hand hält, und alle Lehrkräfte dürfen stolz sein auf die fast 200 Aktiven, die am Sonntag vor vollem Haus auf die Bühne des Stadttheaters traten – manche etwas aufgeregt, aber immer mit vollem Einsatz dabei.

Nehmen wir die Flöten-Ensembles: Absolut sauber eingestimmt (was bei Flöten eher eine Seltenheit ist) sind die Schülerinnen konzentriert bei der Sache, rhythmisch auf der Höhe und hellwach bei potenziell nicht ungefährlichen Tempo- und Stilwechseln etwa im „Harry Potter Medley“ oder bei Stücken aus dem Kultfilm „Tanz der Vampire“. Dass unter tausend Tönen mal ein Unisono nicht perfekt sitzt – geschenkt.

Stadttheater: Den Musikschülern gebührt Respekt

Oder schauen wir auf die Streicher und die Gitarren. Da sind manche Jugendliche am Werk, die noch nicht sehr lange intensiven Unterricht genießen, aber sie zeigen Mut, verstecken sich nicht und blühen spürbar auf. Wer sich selbst einmal an der Geige oder an der Gitarre versucht hat, der weiß, wie schwierig es ist, auf einem Streichinstrument einen sauberen Ton hinzubringen oder auf mit mehreren Gitarren wirklich synchron zu zupfen. Respekt, was da im Stadttheater zu hören war!

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Grandioser Auftritt zum Abschied: Florentin Gassner interpretiert souverän ein anspruchsvolles Werk von Sergej Rachmaninoff.
Bild: Inge Wasilesku

Grandios darf man das Abschiedsstück von Florentin Gassner nennen, der mit vier Jahren als Klavierschüler begann und nun zum Studium die MSN verlässt. Das Prelude g-Moll von S. Rachmaninoff kann man kaum besser spielen, höchstens anders. Gassner interpretiert dieses Werk souverän, mit kräftigem Zugriff und mit musikalischer Tiefe. Seine „Nachfolgerin“ bei der MSN könnte die einige Jahre jüngere Mia Hopfner werden. Wie sie das berühmte Impromtu in Es-Dur von Franz Schubert spielte, war fast grandios. Aus der Aufregung heraus stürzte sie sich zu rasant in diese Triolen-Kaskaden, das brachte sie in Turbulenzen. Was jetzt noch an innerer Ruhe fehlte, dürfte bald zum rein technischen Können dazutreten.

Die Musikschüler überzeugten musikalisch und schauspielerisch

Fetzig, oft hinreißend und zugleich auch musikalisch elegant kamen der Sound der Bigband, des Popchors, der Aqua Gym Rockband und einer beachtliche Zahl von Gesangs-Solisten über die Rampe. Schon die Titelmelodie aus „James Bond 007 jagt Dr. No“ zeigte alle Elemente eines tollen Bigband-Klangs, mit einem knackigen Solo von Klaus Wasilesku auf dem Saxofon. Genauso der Song „Skyfall“ oder die rasanten Nummern aus „Mamma Mia“ und „Sister Act“. Witzig, flott und köstlich kostümiert begeisterte der Nonnen-Chor das Publikum, gesanglich und auch schauspielerisch überzeugte das Duett Seppi Dünstl und Katrin Mitko.

Sängerin mit großer Ausstrahlung und starker Emotion: Pauline Georgiev mit der Bigband der Musikschule.
Bild: Inge Wasilesku

Besonders heftig war der Beifall für die Sängerinnen Pauline Georgiev, Abora De Klerk, Lena Andexinger, Lina Heseler, Ana-Lena Irgang und Ilirjana Gashi. Klasse der freie Solo-Einsatz von Pauline Georgiev in einem Song aus dem Film „Burlesque“, sehr stark ihre Performance und die Emotion gerade in hohen Lagen. Abora De Klerk spielte ihre lyrische Stärke in der Ballade aus dem Film „Cojotre Ugly“ voll aus.

Die Nachwuchssängerin Ilirjana Gashi zeigte in „Colours of the wind“, welches Potenzial in ihr steckt. Und wie das junge Terzett Lena Andexinger, Lina Heseler und Ana-Lena Irgang den Musical-Ohrwurm „Mamma Mia“ frisch und frech auf die Bühne stellten, das muss man so erst einmal hinkriegen.

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