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Neuburg

17.11.2019

Konzert: Wärme und Harmonie

Zum ersten Mal dabei und eine Bereicherung war der Ingolstädter Gospelchor Good News.
Foto: Julia Abspacher

„Gospel trifft Klassik“ in der Neuburger Christuskirche ist ein Klangerlebnis. Ingolstädter Gospelchor Good News ergänzt die bewährte Besetzung.

„Man mag sich vielleicht wundern, wie sollen zwei so unterschiedliche Stilrichtungen zusammenpassen?“, begrüßte Pfarrer Steffen Schiller die Zuhörer am Samstagabend zu „Gospel trifft Klassik“ in der Christuskirche. Bereits im vergangenen Jahr hatten unter Leitung von Kantorin Edyta Müller Alexander Großnick am Saxofon, der Gospelchor Joyful Noise sowie Jan-Bernhard Interschick als Begleitung zusammen ein Konzert gegeben, diesmal wuchs die Besetzung noch um die Ingolstädter Gospelsinger vom Chor Good News an. In der gut besetzten Christuskirche gab es 90 Minuten lang ein anspruchsvolles und fröhliches Programm zu hören.

Ein Konzert mit zwei unterschiedlichen Musikstilen

So unterschiedlich die beiden Musikstile in der Ausgestaltung zuerst erscheinen mögen, haben sie doch beide die christlichen Inhalte und den Preis Gottes als verbindendes Element, wenngleich sie in verschiedenen Kulturkreisen und Epochen entstanden. Doch auch musikalisch lassen sie sich gut verbinden, wie gleich die ersten Stücke zeigten. In Kompositionen von Josef Gabriel Rheinberger und Louis Vierne aus dem 19. Jahrhundert trafen Orgel und Saxofon direkt aufeinander. Mit der Orgel als vollmundige Vertreterin der klassischen Kirchenmusik und dem Saxofon, das wie kaum ein anderes Instrument für die Wildheit des Jazz steht, aus dem sich der Gospel herausentwickelte, kann das zu einem Zwiespalt führen. Wenn die beiden aber so feinfühlig und anschmiegsam gespielt werden, wie Müller und Großnick das vermögen, bleibt keine Dissonanz, sondern nur Wärme und Harmonie. In den hohen Tönen gleichen sich die beiden in ihrer Klangfarbe gar ein bisschen an. Den Gospel „Amazing Grace“ interpretierten die beiden sehr gefühlvoll, jazziger wurde es in „Autumn Leaves“ und „A Taste of Honey“.

Kantorin Edyta Müller leitete nicht nur das Konzert, sondern war auch selbst an Orgel und Klavier zu hören und interpretierte feinfühlig und klar nicht nur klassische, sondern auch moderne Kompositionen.
Foto: Julia Abspacher

Lockerer wurde es in den Songs, die die beiden Chöre zum Besten gaben. Den Beginn machte Good News aus Ingolstadt mit typisch energiegeladenen Mitschnips-Gospels wie „Just a Closer Walk with Thee“ oder „The Gospel Train“. Aus der Reihe weil melancholischer, doch nicht weniger schön, fiel „Wade in the Water“, das mit sphärischen Dur-Klängen durch das Kirchenschiff hallte. In reiner Damenbesetzung, zart aber doch ausdrucksstark und mit viel Freude präsentierte sich Joyful Noise etwa in „Lord I want to be a Christian“ oder „Deep River“.

Ein Konzert mit großem Finale

Zum großen Finale taten sich dann alle Mitwirkenden, ob gesanglich oder instrumental, nochmals zusammen. Es erklang der Klassiker „I will follow him“, zu dem auch einige im Publikum begeistert mitsingen konnten. Sehr modern wirkte „I wanna be closer“, das sogar mit einigen Sprechgesangteilen aufwarten konnte. Etwas kurios: Da der Solist an einer Stelle seinen Einsatz verpasste, sangen und spielten sie das Stück einfach noch einmal, sodass das Publikum zweimal in den Genuss kam, dem Stück zu lauschen. Ganz traditionell wurde es wieder zum abschließenden Segenslied, „The Lord Bless you and keep you“ von John Rutter, mit dem die Zuhörer in die Nacht entlassen wurden.

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