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Konzertverein

06.04.2019

Kostbare Raritäten der Kammermusik

Einfühlsam und erlesen: die Musiker der Parnassus-Akademie Stuttgart, unter der Leitung von Michael Gross (Cello).
Bild: Johannes Seifert

Die Parnassus-Akademie Stuttgart glänzt mit seltenen Werken von Crusell, Berwald und Kreutzer

Die Parnassus-Akademie Stuttgart hat es sich zur Aufgabe gemacht, selten gespielte Werke der Kammermusik in ganz eigentümlichen Besetzungen zu intonieren. Beim gut besuchten Konzert im Theaterfestsaal gelang es den Musikern unter der künstlerischen Leitung des Cellisten Michael Gross, mit Werken von Bernhard Henrik Crusell (Klarinettenquartett in D-Dur, op.7) sowie den zwei genial vertonten Septetten von Franz Berwald (in B-Dur) und Conradin Kreutzer (in Es-Dur) in der Besetzung für Klarinette, Fagott, Horn, Streicher und Bass zu beeindrucken.

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Kammermusik lebt immer ein Stück weit vom Einfühlungsvermögen der Musiker, von der Kommunikation untereinander und von der besonderen Spielweise der Ensemblemitglieder. Die Parnassus-Akademie, unter der künstlerischen Leitung des Cellisten Michael Gross, vereint Musiker aus international anerkannten Kammermusik-Ensembles und bedeutenden Orchestern mit jungen hochtalentierten Studenten, um sich der Aufführung musikalischer Juwelen zu widmen, die aufgrund der geforderten Besetzungsstärke kaum einmal in herkömmlichen Konzertprogrammen erscheinen.

Gerade beim dynamisch glanzvoll intonierten Klarinettenkonzert mit dem herausragenden jungen Solisten Nemorino Scheliga wurden gleichermaßen solistische Prägnanz und herausragende Begleitung in bemerkenswerter Weise offenbar. Diese Komposition des finnischen Komponisten Crusell sieht sich einem frühromantischen Klangideal verpflichtet, voll von originellen, thematischen Einfällen. Damit erinnert diese auch stark an entsprechende Notationen von Carl Maria von Weber.

Kostbare Raritäten der Kammermusik

Ungewöhnlich ebenso die beiden konträr zueinander gesetzten Septette, die wirklich in famoser Manier dargeboten wurden. In beiden gibt es so wundervollen Passagen, die wie groß angelegte Kammermusik wirken, zumal die Musiker mit feinen Abstufungen überzeugen konnten.

Das Ensemble ist bei Franz Berwald so wundervoll auf den Klang fokussiert, wirkt keineswegs schwerfällig, zeigt Mut und Empfindsamkeit in den unterschiedlichen Takten und vereint in faszinierender Farbigkeit die so reichhaltigen volkstümlichen Einflüsse des schwedischen Komponisten.

Und auch bei Conradin Kreutzer, dessen Musik einzelne Parallelen zu Ludwig van Beethoven offenbart, gelingt den engagierten Musikern letztlich ein ungetrübtes Hörvergnügen – ganz zur Freude des einmal mehr beeindruckten Publikums.

Ein weiterer Konzerthöhepunkt ist am 10. Mai mit der Sopranistin Simone Kermes und dem Alliage Saxophon Quintett zu erleben. Restkarten gibt es an der Abendkasse.

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