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Gericht

20.10.2017

Krankenpflegerin beklaut Klienten

Eine 38-Jährige aus Schrobenhausen stiehlt Geld von Rentnern und wird verurteilt

Ihr sei unerklärlich, wie es dazu habe kommen können, sagt die 38-jährige Frau aus Schrobenhausen mit leiser, gebrochener Stimme. Als Angeklagte sitzt sie im Amtsgericht Neuburg. Die Staatsanwaltschaft legt der inzwischen arbeitslosen Krankenpflegerin Diebstahl und versuchten Diebstahl bei einem von ihr betreuten Rentnerehepaar zu Last. Auf die Schliche sind ihr Angehörige der Geschädigten über Videoaufnahmen gekommen.

Den Vorwurf des Diebstahls gibt die Frau aus Schrobenhausen unumwunden zu. Zu erdrückend ist nicht zuletzt die Beweislast der Videoaufnahmen. „Ja, ich habe 50 Euro genommen.“ Das war im März diesen Jahres. Wie unzählige Male zuvor war sie bei dem Ehepaar in Schrobenhausen, das sie seit 2015 betreut hatte. Warum die verheiratete Frau und Mutter dreier Kinder – die, wie ihr Anwalt sagt, „aus geregelten finanziellen Verhältnissen kommt“ – gerade an diesem Tag zur Diebin wurde, kann sie offenbar weder sich noch dem Gericht erklären.

„Ich hatte einen totalen Blackout“, stammelt sie. Wegen einer Schilddrüsenunterfunktion sei sie beim Arzt gewesen, habe schlecht geschlafen, Kopfschmerzen gehabt. Und dennoch: „Ich bin eigentlich nicht der Typ dazu – ich mache mir selber Vorwürfe“, gesteht sie. Wohl auch deswegen hatte sie noch am selben Tag bei dem Rentnerehepaar angerufen, ihre Tat gestanden, um Entschuldigung gebeten und angeboten, das Geld zurückzubringen. Daraufhin sei sie jedoch lediglich „zur Schnecke gemacht worden“ und der Fall landete vor Gericht.

Nicht erhärtet hat sich anhand der Videoaufnahmen vor Gericht dagegen der Vorwurf des versuchten Diebstahls, der sich ebenfalls im März abgespielt haben sollte. Entgegen der Anklage, sie habe das Anwesen nach Bargeld durchsucht, kann die 38-Jährige glaubhaft versichern, dass sie die Aufnahmen lediglich dabei zeigten, wie sie nach einem Zettel suche, den die Rentner zuvor verloren hatten. Entsprechend wird die Anklage fallen gelassen.

Den Tatbestand des Diebstahls sieht das Gericht jedoch als erwiesen an. „Sie haben ein Vertrauensverhältnis missbraucht“, betont Richterin Celina Nappenbach. Weil die Schrobenhausenerin weder vorbestraft ist, das Geld inzwischen zurückgezahlt wurde und sie sich entschuldigt und geständig gezeigt hat, belässt es die Richterin bei einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 15 Euro. Nicht zuletzt habe die Krankenpflegerin durch den Verlust ihrer Anstellung zusätzlich unter den Folgen ihres „Aussetzers“ zu leiden, sagte die Richterin.

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