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Neuburg

30.09.2020

Kriminalfall im Rathaus: Wer ist der Neuburger Glockendieb?

Zur Zeit des Glockenklaus regierte Theo Lauber als Oberbürgermeister in Neuburg.
Bild: Winfried Rein

Plus Nach dem Glockenklau vor 40 Jahren im Neuburger Rathaus stellen sich einige Fragen. Deshalb könnte sich der Dieb mal melden. Zu befürchten hätte er nichts mehr.

Die Geschichte zieht Kreise. Neben den lokalen Medien berichteten auch schon die Radiosender Bayern 1 und 3 sowie RT1 aus Augsburg über die mysteriöse Paketsendung an die Stadt Neuburg. Zum Inhalt, einer laut dem beiliegenden, anonymen Schreiben vor 40 Jahren im Rathausflur gestohlenen Tischglocke, gäbe es noch einige Fragen an den reuigen Dieb. Könnte der sich bitte einmal kurz bei der Heimatzeitung melden?

Recherchen ergaben nämlich, dass sich weder Stadtangestellte von damals noch ehemalige Stadträte an den Diebstahl einer Glocke aus dem Rathaus erinnern können. „Ich habe davon nichts mitbekommen“, erzählt etwa Werner Hommel, damals für die CSU im Stadtrat. Der ehemalige Berufsschuldirektor erinnert sich zwar daran, dass Theo Lauber (von 1960 bis 1984 Oberbürgermeister) in Sitzungen schon gelegentlich mit einer Glocke geklingelt hat. Aber dass mal eine gefehlt hätte, daran erinnert sich Hommel nicht. „Aber lustig ist die jetzige Geschichte schon“, schmunzelt er.

Rathaus Neuburg: Glocke verschwand hier wohl vor 40 Jahren

Selbst Laubers damaliger rechter Hand, dem geschäftsführenden Beamten Norbert Hohenester, ist nichts davon bekannt, dass im Rathaus einmal eine Glocke abhanden gekommen wäre. Auf jeden Fall sei nie nach einer gestohlenen Glocke gesucht worden, „das wüsste ich“. Der 90-Jährige weiß zwar, dass im Sitzungssaal eine Tischglocke stand, die der OB nur selten benutzte (Hohenester: „Wenn Lauber sprach, waren ihm die Stadträte hörig.“). Die Glocke, die per Päckchen im Rathaus ankam, sagt dem langjährigen Personalleiter aber gar nichts. „So eine Glocke habe ich nicht im Gedächtnis.“

Weil der Dieb in dem anonymen Begleitschreiben mitteilt, dass er die Glocke vor 40 Jahren im Rahmen einer Feierlichkeit im Rathaus aus dem Treppenhaus mitgehen ließ, hat sich Pressesprecher Bernhard Mahler zwischenzeitlich Bilder vom Treppenhaus aus den 1980er Jahren angesehen. Das habe damals zwar ein bisschen anders ausgesehen, eine Glocke ist darauf aber nicht auszumachen. „Wir dachten halt, es könnte sich um Theo Laubers Tischglocke handeln“, sagt Mahler. Dass der Dieb möglicherweise ein Rathaus in einem anderen Neuburg beklaut haben könnte, kann indes auch nicht sein. „Denn die Anschrift ’Karlsplatz A 12’ ist eindeutig“, erklärt Mahler.

Kriminalfall im Rathaus in Neuburg: Glockendieb hat nichts zu befürchten

Der Kriminalfall, vermutet er, werde wohl nie gänzlich geklärt werden. Außer, der Dieb würde sich melden und den Vorfall noch einmal schildern, „gerne auch beim OB im Rathaus“, sagt Mahler. Denn vonseiten der Stadt hätte er nichts mehr zu befürchten.

Gerne kann sich der reuige Sünder mit der Heimatzeitung unter Telefon 08431/677689 oder E-Mail redaktion@neuburger-rundschau.de in Verbindung setzen.

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