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Ingolstadt

15.07.2020

Kripo Ingolstadt: Schleusern das Handwerk gelegt

Am Dienstag nahmen Einsatzkräfte unter anderem drei Hauptverdächtige fest.
Bild: dpa (Symbolbild)

Plus Kripo Ingolstadt und der Zoll feiern Erfolg. Wie die Ermittler vorgingen und was sie am Ende aufdeckten.

Ein großer Erfolg bei der Bekämpfung der gewerbsmäßigen Schleusung gelang jetzt der Polizei und dem Zoll. Nachdem über vier Monate ermittelt worden war, erließ das Amtsgericht Neuburg nun gegen drei Männer Haftbefehl. Festgenommen wurden diese bei einer groß angelegten Aktion, bei der am Dienstag über das gesamte Bundesgebiet verteilt 33 Wohn- und Geschäftsräume durchsucht wurden.

Eine gemeinsame Ermittlungsgruppe der Kriminalpolizeiinspektion Ingolstadt und der Finanzkontrolle Schwarzarbeit Ingolstadt des Hauptzollamtes Augsburg unter Federführung der Staatsanwaltschaft Ingolstadt ermittelt seit Anfang März gegen mehrere Tatverdächtige wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern sowie des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt.

Amtsgericht Neuburg erließ mehrere Haftbefehle

Wie die Polizei meldet, hatte sich der Anfangsverdacht aufgrund einer Mitteilung bei der Polizeiinspektion Pfaffenhofen ergeben. Im weiteren Verlauf verdichteten sich die Hinweise, dass über ein bundesweites Netzwerk von Logistikunternehmen vornehmlich über „Briefkastenfirmen“ gezielt Lkw-Fahrer aus Serbien, Weißrussland und der Ukraine ohne Aufenthaltserlaubnis angeworben und im innerdeutschen Güterverkehr beschäftigt wurden, ohne dass für diese Sozialversicherungsabgaben und Steuern abgeführt wurden. Die Unterbringung der nicht-deutschen Lkw-Fahrer, gegen die der Verdacht der illegalen Einreise und des illegalen Aufenthalts besteht, erfolgte dabei in Arbeitnehmerunterkünften im gesamten Bundesgebiet.

Auf der Grundlage der Erkenntnisse der gemeinsamen Ermittlungsgruppe und auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ingolstadt erließ das Amtsgericht Neuburg Haftbefehle gegen einen 41-jährigen Deutschen aus Bad Reichenhall, einen 55-jährigen Deutschen aus Schleswig-Holstein sowie einen 53-jährigen Kroaten aus dem Landkreis Pfaffenhofen. Zusätzlich ergingen Durchsuchungsbeschlüsse für verfahrensrelevante Wohn- und Geschäftsräume.

Durchsuchungen in 33 Objekten in der Bundesrepublik

Zum Vollzug bestehender Haftbefehle sowie zur Beweismittelauffindung und -sicherung wurden deshalb am Dienstag in einer bundesweit konzertierten Aktion von Polizei- und Zollbehörden insgesamt 33 Objekte in Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein durchsucht. Auch das Ausländeramt Pfaffenhofen war in den Einsatz eingebunden. Im Zuge der Aktion konnten auch die drei genannten Haftbefehle vollzogen werden.

Außerdem wurden Fahrerkontrollen durchgeführt und dabei 28 Vergehen des illegalen Aufenthalts festgestellt. Aufgrund eines Mehrfachverstoßes erfolgt in einem dieser Fälle ebenfalls die richterliche Vorführung eines Beschuldigten. Darüber hinaus wurden zahlreiche Papierakten und digitale Speichermedien (Mobiltelefone, Laptops etc.) sichergestellt. Die Auswertung dieser Beweismittel dauert an.
Bei der Aktion waren insgesamt rund 400 Einsatzkräfte von Polizei und Zoll beteiligt. (nr)

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