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Karlshuld

23.07.2020

Kulturhistorischer Verein Donaumoos: Wohin mit all den historischen Relikten?

Die ehemalige Putzerei in Karlshuld ist das größte Lager für den Kulturhistorischen Verein.
Bild: Andrea Hammerl

Plus Der Kulturhistorische Verein Donaumoos muss sein Lager im Putzereigebäude des Moorversuchsgut in Karlshuld räumen. Aus der Not könnte aber eine Tugend werden.

In den vergangenen vier Jahrzehnten hat sich so einiges angesammelt: Fotos, Bilder, schriftliche Zeugnisse, Kleider und landwirtschaftliche Geräte – all das verwahrt der Kulturhistorische Verein Donaumoos seit 1982. Zählt man alles zusammen, sind es in Summe etwa 20.000 Objekte, die an vier verschiedenen Standorten gelagert werden. Das größte der Lager, das sogenannte Putzereigebäude im ehemaligen Moorversuchsgut in Karlshuld, muss in naher Zukunft allerdings geräumt werden. Und das bringt den Kulturhistorischen Verein in Bedrängnis – wobei sich gleichzeitig aber auch eine riesen Chance für den Verein auftut.

Im Augenblick ist es nämlich so, dass all die Hinterlassenschaften zwar gesichert, aber alles andere als optimal und fachgerecht gelagert sind. Dazu kommt, dass der Bestand nicht inventarisiert ist und deshalb ein exakter, lückenloser Überblick über die vielen Objekte fehlt. Neben dem Putzereigebäude, in dem auf drei Ebenen große und kleine Gerätschaften aus dem Handwerks-, Wohn- und Landwirtschaftsbereich stehen, dient noch der Theresienbau, eine Halle im ehemaligen Munitionsdepot bei Weichering sowie das sogenannte Landarbeiterhaus in Kleinhohenried als Depot.

Verein aus dem Donaumoos plant Museumsdepot

Das soll sich nach einem Wunsch des Kulturhistorischen Vereins und der Stiftung Donaumoos nun ändern. Geplant ist ein Museumsdepot, in dem die Gegenstände in erster Linie klimastabil und fachgerecht gelagert und im Idealfall auch teilweise ausgestellt werden können. Ob dafür ein bestehendes Gebäude umgebaut werden kann oder möglicherweise ein neues gebaut wird, steht derzeit noch in den Sternen.

Wie der Leiter des Freilichtmuseums am Haus im Moos, Fritz Koch, am Dienstag den Stiftungsräten erklärte, sei es vor einem Umzug aber erst einmal wichtig, alle Exponate zu nummerieren und in ein Inventarverzeichnis einzutragen. Wie alt ist der Gegenstand? Von wem ist er? Wie funktioniert er und was wurde damit gemacht? Das sind Fragen, die bei dieser Gelegenheit beantwortet und schriftlich festgehalten werden sollen. Das Gleiche gilt für Bilder und Akten, bei denen die genannten oder darstellten Personen identifiziert werden sollen.

Gegenstände müssen raus aus bestehendem Gebäude

Diese Arbeit kann der Kulturhistorische Verein oder die Stiftung Donaumoos allerdings nicht übernehmen. Deshalb soll für dieses zeitlich begrenzte Projekt ein Mitarbeiter eingestellt werden.

In der Stiftungsratssitzung am Dienstag wurde beschlossen, dass ein Museumsdepot angestrebt werden soll. Dafür sollen Fördermöglichkeiten abgeklärt und Kontakt zu vergleichbaren Museen oder Vereinen aufgenommen werden. Außerdem will sich der Stiftungsrat ein bestehendes Museumsdepot ansehen, um einen umfassenden Eindruck zu erhalten. Allzu viel Zeit darf dafür allerdings nicht mehr verstreichen. Denn die Gemeinde, der das Moorversuchsgut gehört, möchte so bald als möglich das Gebäude anderweitig nutzen. Die dort gelagerten Gegenstände müssen also raus – und zwar in weniger als fünf Jahren, wie Karlshulds Bürgermeister Michael Lederer wissen ließ.

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