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Neuburg

07.11.2019

Kulturpreis: Diese kreativen Köpfe bewegen Neuburg

Die wichtigsten Akteure des Abends (von links): Laudatorin Isabella Kreim, Preisträgerin Angela Kockers, Oberbürgermeister Bernhard Gmehling, Preisträger Axel Kalkowski und Laudator Matthias Enghuber auf der Bühne des Stadttheaters.
Bild: Dorothee Pfaffel

Plus Der Verschönerungsverein und Angela Kockers von der Städtischen Schule für Tanztheater erhalten den Kulturpreis. Warum sie diese Auszeichnung verdient haben.

Und wieder könnten die zwei Ausgezeichneten nicht unterschiedlicher sein: Donnerstagabend erhielten sowohl der Neuburger Verschönerungsverein als auch Angela Kockers, die Leiterin der Städtischen Schule für Tanztheater, den Kulturpreis der Stadt Neuburg. Der Preis wurde heuer zum 16. Mal verliehen und ist jeweils mit 2500 Euro dotiert. Damit sollen Menschen geehrt werden, die sich in außergewöhnlicher Weise um die Kultur in Neuburg verdient gemacht haben. Zum Festakt im Stadttheater waren zahlreiche Gäste erschienen, darunter Landrat Peter von der Grün, Stadt- und Kreisräte sowie frühere Kulturpreisträger.

Kultur sei Seelentröster, bringe Farbe in den oft grauen Alltag und verbinde Kulturen. „Kultur macht glücklich!“ So erklärte Oberbürgermeister Bernhard Gmehling bei der festlichen Verleihung, warum die Stadt Neuburg den Kulturpreis seit 19 Jahren auslobt. Ein ansprechendes Kulturprogramm sei ein wichtiger Standortfaktor, der zur Lebensqualität in einer Kommune beiträgt. Ohne das Engagement von Einzelpersonen und Vereinen sei dieses Programm nicht zu stemmen, betonte der OB und lobte in diesem Zusammenhang auch die Leistung der Mitarbeiter des Kulturamts.

Kulturpreis: Isabella Kreim hielt die Laudatio auf Angela Kockers

Die Würdigung der beiden diesjährigen Preisträger übernahmen Isabella Kreim, Redaktionsleiterin des Kulturkanals Ingolstadt, für Angela Kockers und der Landtagsabgeordnete Matthias Enghuber für den Verschönerungsverein. Isabella Kreim outete sich gleich zu Beginn ihrer Laudatio als „großer Fan“ von Angela Kockers – sowohl wegen ihrer pädagogischen als auch wegen ihrer künstlerischen Leistung. Kinder, die in hübschen Kostümen auf der Bühne herum hopsten, seien immer irgendwie niedlich, begann Kreim. Doch bei Kockers Tanztheater gehe es um viel mehr. Über den Werdegang der in Krefeld geborene Tänzerin erzählte sie: Kockers kommt vom klassischen Ballett, hat sich in London und New York in Martha-Graham-Technik und Modern Dance weitergebildet und war dann bei der legendären Tanztheatergruppe Laokoon Dance um Rosamund Gilmore. Vor 31 Jahren ging Kockers dann nach Neuburg. Ursprünglich wurde die Dr.-Fritz-von-Philipp-Schule zu dem Zweck gegründet, den Steckenreitertanz für das Neuburger Schloßfest einzustudieren. Dabei blieb es jedoch nicht. Kockers habe es im Laufe der Jahre geschafft, die Kunstform des Tanztheaters in Neuburg zu etablieren und die Schule zu einer einzigartigen Institution in der Region zu machen, sagte Kreim.

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Die Schülerinnen von Angela Kockers zeigten den „Matrosentanz“.
Bild: Dorothee Pfaffel

Ungefähr 20 Tanztheaterabende hat Angela Kockers mittlerweile in Neuburg gestaltet, heuer das „Traumfresserchen“. Dabei ist sie in Personalunion Autorin, Choreografin, Regisseurin, Bühnen- und Kostümbildnerin und vieles mehr. Besonders lobte Kreim, dass Kockers ihre Schüler sehr einfühlsam und auf Augenhöhe behandle. „Es wird ihnen nichts übergestülpt. Und gedrillt werden sie schon gar nicht.“ Kockers begleitet die Kinder ab fünf Jahre bis hinein ins Erwachsenenalter. Meist sind es Mädchen. Eine große Rolle spielten in Kockers Unterricht das Nachdenken über weibliche Rollenbilder und Wege zur Selbstfindung, erklärte Kreim. „Angela Kockers ist eine der kreativsten Köpfe in Neuburg und die Städtische Schule für Tanztheater ist ein Juwel!“ Angela Kockers bedankte sich für die Laudatio zunächst statt mit Worten mit einer Aufführung. Ein Teil ihrer Schüler zeigte einen Auszug aus dem „Traumfresserchen“, den „Matrosentanz“. Später sagte sie noch: „Ich danke allen Kindern und allen Eltern, allen Menschen, die mich haben wachsen lassen und mir die Möglichkeit gegeben haben, diese Schule zu gestalten.“

Matthias Enghuber war der Laudator für den Neuburger Verschönerungsverein

Enghuber berichtete in seiner Laudatio von den Anfängen des Verschönerungsvereins: 1881 wurde der Verein erstmals ins Leben gerufen, in der Epoche der Gründerzeit. Ziel war die Aufwertung und Pflege des öffentlichen Raums. Der Erste Weltkrieg führte jedoch dazu, dass der Verein in den 1920er Jahren in einen Dornröschenschlaf fiel. 1992 beschlossen schließlich Franz Graf Du Moulin, Otto Hausmann – beide inzwischen verstorben – und Axel Kalkowski, der heutige Vorsitzende, den Verschönerungsverein neu aufleben zu lassen. Der Verein wuchs im Laufe der Zeit von 42 auf mehr als 180 Mitglieder. Enghuber rief verschiedene Sanierungs- und Gestaltungsmaßnahmen des Vereins in Erinnerung, während im Hintergrund Fotos der mehr als 90 Aktionen auf einer Leinwand zu sehen waren: zum Beispiel die Mariengrotte, der Scheigele-Pavillon, der Ottheinrichturm, der Luisentempel, das Isabella-Braun-Denkmal, die Erklärungstafeln an den Straßenschilden und – als „Krone des Schaffens“ – die Marienfigur am Karlsplatz. Für all diese Projekte, die oft erst durch Sach- und Geldspenden möglich gemacht worden waren, sprach Enghuber dem Verschönerungsverein ein „Vergelt’s Gott“ aus. „Die Identifikation des Verschönerungsvereins mit seiner Stadt, die aktive Weitergabe der Begeisterung für die vermeintlichen Kleinigkeiten und damit die Aufrechterhaltung der engen Bindung der Neuburger zu ihrer Heimat ist wahrlich einer Auszeichnung würdig“, schloss der Landtagsabgeordnete. Vereinsvorsitzender Axel Kalkowski nahm die Urkunde entgegen und bedankte sich: „Wer hätte gedacht, dass wir einmal hier stehen und den Kulturpreis der Stadt Neuburg bekommen?“

Die Greenhorns umrahmten die Kulturpreisverleihung musikalisch.
Bild: Dorothee Pfaffel

Die Greenhorns, eine Neuburger Band, die Irish Folk Music spielt, beendete den offiziellen Teil des Festakts mit dem Stück „Old Joe Clark“. Das Publikum klatschte begeistert mit, bevor es zum Empfang ins Foyer verschwand.

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