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24.07.2010

Lässt die MTU bald noch mehr in der JVA fertigen?

Niederschönenfeld Zu einem zweitägigen Workshop konnte die JVA Niederschönenfeld vier Vertreter der MTU Aero Engines begrüßen. Deutschlands führender Triebwerkhersteller und weltweit der größte unabhängige Instandhalter ziviler Luftfahrtantriebe sucht nach Fertigungsmöglichkeiten hinter Anstaltsmauern.

Die JVA Niederschönenfeld war für das Luftfahrtunternehmen Vorzeigeanstalt und präsentierte sich als kompetenter Ansprechpartner. Dass im Knast mehr geht als "Tüten kleben", weiß Karl-Heinz Bischoff, Mitglied im Leitungsteam des Centers Instandsetzung, Montage und Betriebsservice, des größten Bereichs innerhalb der MTU in München mit über 900 Mitarbeitern, bereits seit vielen Jahren. Die Firma beschäftigt in der JVA Straubing aktuell mehr als 100 Gefangenenarbeitskräfte, und auch in der JVA Landshut ist sie aktiv. Verantwortlich für die Produktion in den bayerischen Gefängnissen ist Bischoff, der sich zusammen mit CIP-Manager Wolfgang Haas und zwei seiner Mitarbeiter über eine Ausweitung der Geschäftsbeziehungen zwischen der MTU und dem vollzuglichen Arbeitswesen allgemein und insbesondere in der JVA Niederschönenfeld informierte und Zukunftsperspektiven auslotete.

In der Anstalt wird derzeit eine große Lagerhalle für die Arbeitsbetriebe errichtet und der Maschinenpark noch im Herbst durch eine moderne, CNC-gesteuerte Metallfräsmaschine ergänzt. Im Personalbereich konnten zwei neue Handwerksmeister im Druck- und Metallbereich eingestellt werden.

"Die Vorteile einer Produktionsverlagerung an kompetente Fertigungsstellen innerhalb des bayerischen Arbeitswesens liegen für mich auf der Hand", so Karl-Heinz Bischoff. "Wir haben mittlerweile eine langjährige Beziehung zum bayerischen Strafvollzug, und ich kann von einer für die Firma MTU hervorragenden Symbiose berichten, die sich da entwickelt, mit beidseitigen Vorteilen, die wir nicht nur aufrechterhalten, sondern auch ausbauen wollen. Wir sehen in unserem Engagement in den bayerischen Justizvollzugsanstalten einen Kosten-Nutzen-Vorteil, auch weil dadurch Fremdvergaben und externe Beauftragungen vermieden werden", so Bischoff weiter. JVA-Leiter Peter Landauer bestätigte den MTU-Vertretern, dass eine geregelte Arbeit und berufliche Bildung bei den Bemühungen um die Wiedereingliederung eines Verurteilten einen hohen Stellenwert haben. (pm)

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