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Wagenhofen

13.11.2017

Laientheater: Doppelter Spaß in Wagenhofen

Zuerst das Geschäftliche, dann das Praktische: Nachwuchsschauspieler Martin Fuhrmann und Marina Kraus als Jungbauernpärchen machten im Stück „D-Generalprob’“ eine gute Figur.
Bild: Annemarie Meilinger

Die Theaterspieler von Wagenhofen-Ballersdorf spielen seit Jahren zwei Einakter anstatt eines großen Stücks. Das war heuer nicht anders und hat einen einfachen Grund.

Seit vielen Jahren spielen die Theaterspieler von Wagenhofen-Ballersdorf anstatt eines großen Stücks zwei Einakter – weil man so viele Schauspieler hat und jetzt drängt auch noch der Nachwuchs auf die Bühne. Im ersten Stück „D’ Generalprob’“ spielten mit Anja Hartmann und dem 16-jährigen Martin Fuhrmann zwei Neulinge mit.

In dem vierzig Jahre alten Bauernstück geht es ums Heiraten, man könnte es auch Hofzusammenlegung nennen. Auf dem Hof der resoluten Radlböckin (temperamentvoll: Sabine Meir) tauchen deshalb der stolze Aignerbauer (Helmut Hartmann) und sein einfältiger Sohn Dammerl (Martin Fuhrmann) auf, um die Lage zu checken. „Besser a Lalli als a Bazi“ sagt die Radlböckin und „für 80000 Mark kann er ausschaun wie er mog“, sagt ihre Nachbarin, die Huaberbäuerin, deren Tochter ein Auge auf den Lalli mit dem „staadlustigen Gschau“ geworfen hat.

Letztlich kommt es wie’s kommen muss, doch bis es soweit ist, muss noch der Knecht Loisl in Frauenkleidern manch schwierige Situation retten. Endlich einmal in einer Liebhaber-Rolle macht Rupert Omasreiter eine gute Figur in den wahrlich schrägen Klamotten und in dem allgemeinen Durcheinander.

Der zweite Einakter ist vom Lieblingsautor der Wagenhofener, dem Schweizer Lukas Bühler. „Die Geister, die wir riefen“ fordert nicht nur von den Schauspielern viel Flexibilität und passgenaue Einsätze. Im Hintergrund sind die Techniker der Truppe gefragt, denn in diesem Stück geistert es. Bilder fallen von den Wänden, Schubladen fliegen durch die Luft und aus dem Kühlschrank fliegt das Gemüse. Schuld ist der verstorbene Onkel Godi, der keine Ruhe gibt, bis sein Erbe geregelt ist. Doch da will Claire, die Schwester des Bauern, ein Wörtchen mitreden. Nadine Stadler hat als zickige Stadtmadam wieder einen großartigen Auftritt. Josef Hermann brilliert als ihr angetrauter Pantoffelheld auf schwäbisch. Ottilie Rehm und Christian Karmann als Knecht und Magd nehmen ihr Schicksal in die Hand als auch noch eine völlig durchgeknallte Geisterjägerin (Emilie Vollnhals) auftaucht. Ungewöhnliche Mittel sind nötig, um die Erbschleicher zu vertreiben, die Zuschauer können sich auf originelle Ideen und jede Menge technische Tricks freuen. Es wird wieder viel gestaunt und gelacht im Martinsheim in Wagenhofen, deshalb sind die Aufführungen am kommenden Wochenende schon ausverkauft.

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