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Statistik

19.02.2019

Landkreis: Arbeitnehmer sind im Schnitt 17 Tage krank

Beschäftigte sind im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen im Schnitt 17 Tage im Jahr krank.
Bild: Maurizio Gambarini, dpa (Symbolbild)

Mehr Stress lässt Beschäftigte immer häufiger ausfallen. Welcher Beruf besonders unter Belastung steht.

Jetzt beginnt wieder die Zeit, in der sich die Belegschaft im Büro deutlich ausdünnt. Das Infektionsspray wandert wieder auf die Schreibtische, Kollegen vermeiden so gut es geht das Händeschütteln. Die Grippewelle rollt zum Winterende langsam an. Aber auch andere Beschwerden wie Rückenschmerzen oder Unfälle am Arbeitsplatz lassen die Arbeitnehmer regelmäßig ausfallen.

Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen waren Beschäftigte 2017 durchschnittlich 17 Tage lang krankgeschrieben. Das geht aus der Statistik der Betriebskrankenkassen (BKK) hervor. Auf deren Gesundheitsreport hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) verwiesen.

Landkreis liegt unter dem Bundesdurchschnitt

Der Krankenstand – also der durchschnittliche Anteil der Krankgeschriebenen pro Tag – lag hier zuletzt bei 4,6 Prozent. Damit liegt der Landkreis unter dem bundesweiten Schnitt von 4,9 Prozent. Nach Einschätzung der IG Bau geht ein wachsender Teil der Krankmeldungen auf eine höhere Arbeitsbelastung zurück. „Die gute Konjunktur und fehlende Fachkräfte sorgen dafür, dass Überstunden immer häufiger zum Normalfall werden. Doch Termindruck und Stress machen auf Dauer krank“, sagt Michael Müller von der IG Bau Oberbayern.

Landkreis: Arbeitnehmer sind im Schnitt 17 Tage krank

Wer ohnehin am Limit arbeite, der sei auch anfälliger, etwa für eine Erkältung. „Gerade im Baugewerbe ist die Arbeitsbelastung wegen der vielen Aufträge derzeit enorm. Und in der Reinigungsbranche ist es gang und gäbe, dass Beschäftigte regelrecht im Wettkampf gegen die Uhr putzen müssen“, erklärt Müller. Hinzu kommt: Dort, wo der Arbeitsdruck hoch ist, gehen nach Beobachtung der Gewerkschaft viele Beschäftigte auch dann zur Arbeit, wenn sie krank sind. In einer aktuellen Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes gaben bundesweit zwei Drittel der Befragten an, trotz Krankheit gearbeitet zu haben.

Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen steigen

Mit Sorge beobachtet die IG Bau außerdem die Zunahme von Fehltagen aufgrund psychischer Erkrankungen. „Wer etwa unter Depressionen oder Alkoholsucht leidet, der fällt oft gleich für mehrere Wochen aus“, betont Müller.

Um solche Krankheiten zu erkennen, sei ein offenes und kollegiales Miteinander im Betrieb unverzichtbar. Dies dürfe nicht dem Arbeitsdruck geopfert werden. Wichtig sei hier insbesondere die Arbeit der Betriebsräte. „In Unternehmen, die eine Arbeitnehmervertretung haben, sind die Beschäftigten zufriedener und seltener krank“, sagt Müller. Nach BKK-Angaben fehlten Beschäftigte in Bayern 2017 durchschnittlich an 15,9 Tagen wegen Krankheit im Job. Vier Jahre zuvor waren es noch 14,5 Tage. Bundesweit lag die Arbeitsunfähigkeit im Schnitt bei zuletzt 17,7 Tagen pro Jahr. (nr)

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