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Neuburg

28.01.2019

Landratswahl: Den Wahlkampf fair zu Ende bringen

Peter von der Grün und Fridolin Gößl bei der Podiumsdiskussion zur Landratswahl.
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Peter von der Grün und Fridolin Gößl bei der Podiumsdiskussion zur Landratswahl.
Bild: Marcel Rother

Der Wahltag rückt näher. Stimmungsmacher, gerade in den sozialen Netzwerken, bleiben nicht aus. Was die beiden Bewerber davon halten.

Am kommenden Sonntagabend wissen die Landkreisbürger, wer ihr neuer Landrat sein wird. Den beiden Bewerbern um das politisch höchste Amt in Neuburg-Schrobenhausen bleibt nur noch wenig Zeit, bei ihren Terminen die Wähler von sich zu überzeugen. Einig sind sich Fridolin Gößl (CSU) und Peter von der Grün (Freie Wähler), dass sie den Wahlkampf anständig zu Ende bringen wollen.

Zum Ende eines Wahlkampfs hin verlassen Stimmungsmacher die sachliche Ebene

Das ist erfahrungsgemäß nicht immer einfach. Gerade zum Ende hin, wenn das Nervenkostüm aller Beteiligten ohnehin dünner wird, verlassen Stimmungsmacher, vor allem auch in den sozialen Netzwerken, häufig die sachliche Ebene. Das bekommen natürlich beide Kandidaten mit. Fridolin Gößl etwa weiß, dass bewusst, nicht zuletzt auch im Internet, kritisiert wird, dass er seinen Wohnsitz nicht im Landkreis, sondern knapp über der Grenze hinaus im Landkreis Eichstätt hat. Er fragt sich, was das mit den Qualitäten zu tun habe, die einen Landrat auszeichnen sollten. „Jedes Unternehmen sucht sich den Mann an der Spitze, den es als besten an dieser Stelle sieht, da spielt der Wohnort doch längst keine Rolle mehr. Ich möchte den Landkreis vielmehr in die Zukunft führen.“ Seit 26 Jahren arbeitet er in der Gemeinde Oberhausen, seit 16 Jahren ist er dort Bürgermeister und als Sprecher der Bürgermeister aus dem Landkreis im bayerischen Gemeindetag nehme er sich jedes Problems an, das einer der Bürgermeister an ihn heranträgt – „egal ob der Kollege aus dem Süden, aus der Mitte oder dem Norden des Landkreises kommt“, sagt Gößl. Schade sei es, wenn da versucht werde, Keile zwischen den Norden und den Süden des Landkreises zu treiben. Das Thema flammt seit Jahrzehnten immer wieder auf. „Das ist doch ein Quatsch und hat nichts mit Sachpolitik zu tun“, betont er. „Wir müssen doch auch nach der Wahl alle wieder miteinander arbeiten.“

Landratswahl: Keinen „Nord-Süd-Konflikt“ herbeireden

Einen „Nord-Süd-Konflikt“ herbeireden zu wollen, sei auch aus Sicht von Peter von der Grün „völlig daneben“. Nichts Verwerfliches finde er aber dabei, wenn er sachlich feststellt, dass er der Kandidat aus dem Landkreis ist und Gößl woanders wohnt, „weil das halt auch so ist“. Wie der CSU-Bewerber stehe auch er als Freier Wähler für eine Politik, die den Landkreis verbinden soll, was anderes dürfe man von einem Landrat auch nicht erwarten. „Das war auch genau das, was ich schon 2013 bei meiner Kandidatur für den Landtag betont habe.“ Dass er vor allem im südlichen Landkreis viele Stimmen geholt habe, habe einen aus seiner Sicht einfachen Grund: „Ich bin halt dort groß geworden und habe dort gelebt, bis ich mit 33 Jahren 2005 nach Bertoldsheim umgezogen bin.“ Und mit Waidhofen, wo er aufgewachsen ist, sei er nach wie vor als Vorsitzender im Tennisclub fest verwachsen.

Dass, je näher der Wahltag rückt, mitunter mit härteren Bandagen gerungen wird, Nebensächlichkeiten aufgebauscht werden und Sachliches unter den Tisch fällt, wissen die zwei Kandidaten, gut finden sie es trotzdem nicht. „Auch ich werde mich zum Beispiel nicht dadurch provozieren lassen, dass ich als dann vierter Jurist im Landratsamt doch völlig überflüssig wäre, wie ich in sozialen Netzwerken lese oder zu hören bekomme“, sagt der Rechtsanwalt Peter von der Grün.

Beide, er und Fridolin Gößl, wünschen sich, dass die letzten Tage vor der Stichwahl anständig und fair zu Ende gehen. Und am kommenden Sonntag hat dann der Wähler das letzte Wort.

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