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10.06.2008

Lange Liste an Diebstählen

Immer wieder ist sie den Behörden wegen verschiedener Diebstähle und Urkundenfälschung aufgefallen, gestern musste das Jugendschöffengericht schließlich die Konsequenzen ziehen: Eine 21-Jährige aus Karlshuld wurde zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt - und das nicht zum ersten Mal.

Bereits 2005 saß die damals 18-Jährige schon zwei Jahre wegen Diebstählen in mehreren Fällen. Kaum ein halbes Jahr entlassen, wurde sie im September 2007 erneut für sieben Monate verurteilt, weil sie einen Freund zu Unrecht beschuldigt hatte, Geld mit ihrer EC-Karte von ihrem Konto abgehoben zu haben. Tatsächlich hatte sie es aber selbst beim Karlshulder Volksfest mit vollen Händen ausgegeben.

Weil die junge Frau in Berufung ging, musste sie die Strafe zunächst nicht antreten. Doch statt die drohende Inhaftierung abzuwenden, ging sie - "weil es eh schon wurscht war" - weiter auf Raubzug. Ende 2007 stahl sie ihrer Freundin den Personalausweis, mit dem sie zwei Mobilfunkverträge abschloss. Die beiden Handys im Wert von 600 Euro verkaufte sie dann für insgesamt 240 Euro weiter. Mit ihrer EC-Karte kaufte sie für knapp 140 Euro ein, ohne dass ihr Konto entsprechend gedeckt war. Nachdem ihre Karte gesperrt wurde, stahl sie die EC-Karte einer Freundin und kaufte unter deren Namen für insgesamt über 300 Euro ein. Schlussendlich wurde sie auch noch beim Schwarzfahren im Bus erwischt.

Für Staatsanwalt Wolfram Herrle sind in der Biografie der Angeklagten "deutliche Reifedefizite" zu erkennen, die sich schon während der Kindheit bemerkbar gemacht haben. Ärger in der Schule, Förderunterricht, aggressives Verhalten gegenüber den Mitschülern und Lernverweigerung führten dazu, dass die Karlshulderin heute ohne Schulabschluss und Arbeit dasteht. Eine therapeutische Behandlung während der ersten Inhaftierung lehnte sie ab. Auch das Gefängnis Aichach, in dem die 21-Jährige seit März einsitzt, beurteilt ihr Verhalten als "flegmatisch, vorlaut, unordentlich, eigensinnig und ungeduldig". Außerdem verweigere sie die Arbeit.

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"Wie soll's jetzt weitergehen?", stellte ihr Richter Gerhard Reicherl die Frage und rechnete ihr vor, dass sie im zarten Alter von 22 Jahren bereits vier Jahre Haft hinter sich haben werde. "Ich bin nicht stolz drauf", antwortete sie und versuchte, dem mahnenden Blick des Richters standzuhalten. Immerhin hätte sie jetzt die Möglichkeit, während ihrer Haft eine Ausbildung zur Friseurin zu machen.

Nur weil die junge Frau geständig war, setzte der Staatsanwalt die Strafgrenze auf zwei Jahre fest. "Ansonsten wären es ein, eineinhalb Jahre mehr geworden", sagte er. Weil außerdem deutliche Reifedefizite im Verhalten erkennbar waren, wurde nach Jugendstrafrecht verurteilt. "Jetzt liegt es an dir, an deiner Situation endlich was zu verändern", gab ihr Richter Reicherl mit auf den Weg.

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