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Neuburg

01.12.2020

"Lange nicht erlebt": Wie Schnee und Staus den Neuburger Verkehr stoppten

Der erste Schneefall und eine gesperrte Staustufe Bergheim: Autofahrer in Neuburg brauchten am Dienstagmorgen starke Nerven. Auf den Einfahrtsstraßen, wie hier am Rieder Berg, herrschte dichter Verkehr. Die Fahrzeuge stauten sich zum Teil weit zurück.
Bild: Winfried Rein

Plus Der Schnee sorgt am Dienstagmorgen für rutschige Straßen und diverse Unfälle im Raum Neuburg. Autofahrer brauchen besonders viel Geduld, weil gleich mehrere Zufahrten verstopft sind.

Der Wetterbericht hatte es angekündigt. Überrascht haben dürfte der Wintereinbruch am Dienstagmorgen also niemanden. Trotzdem hat der erste Schnee des Winters im Raum Neuburg für einige Behinderungen gesorgt. Die Neuburger Polizei berichtet von zahlreichen Unfällen – die allermeisten zum Glück ohne Verletzte. Auch Neuburgs Oberbürgermeister Bernhard Gmehling stand heute Morgen im Stau. Aus seiner Sicht gibt es nun neue Argumente für eine zweite Donaubrücke.

Neuburg: Schnee und Stau stoppen den Verkehr

Nach Angaben von Franz Sailer, Sachbearbeiter Verkehr, kam beispielsweise in der Osterfeldsiedlung in Weichering eine Autofahrerin aufgrund der Witterung ins Schleudern und prallte gegen einen Linienbus, in dem 35 Personen saßen. Die Autofahrerin verletzte sich leicht und kam ins Krankenhaus, die Bus-insassen blieben unverletzt. Der Bus konnte trotz leichter Beschädigung weiterfahren, so Sailer.

Schneeschippen war auch für Bettenhändler Ralf Kordetzky angesagt.
Bild: Winfried Rein

Auf der Staatsstraße zwischen Rennertshofen und Tagmersheim verlor gegen 6 Uhr morgens der 47-jährige Fahrer eines Milchlasters die Kontrolle über sein Fahrzeug und kam von der Fahrbahn ab. Der Laster prallte in der Folge gegen Leitpfosten und Bäume, so die Polizei. Der Mann blieb unverletzt, am Lkw entstand wirtschaftlicher Totalschaden in Höhe von 50.000 Euro. Gegen 6.45 Uhr war ein 19-Jähriger mit seinem Auto auf der Wallertshofener Straße in Ehekirchen unterwegs. Laut Polizei verlor der junge Mann die Kontrolle über seinen Wagen, kam nach rechts von der Straße ab und prallte gegen ein geparktes Auto.

Auto kommt von Straße ab und überschlägt sich

Auf der Staatsstraße 2044 auf Höhe Edelshausen fuhr ein 25-Jähriger gegen 7.45 Uhr mit seinem Auto in Richtung Schrobenhausen und kam aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit alleinbeteiligt im Schneematsch ins Schleudern, rutschte einen Abhang rechts von der Fahrbahn hinab und überschlug sich einmal auf dem dortigen Feld. Er wurde leicht verletzt ins Kreiskrankenhaus Schrobenhausen gebracht, das Auto musste mit einem Kran geborgen und abgeschleppt werden. Der Sachschaden wird auf etwa 4000 Euro geschätzt.

Laut Sailer war bei den meisten Unfällen eine zu hohe Geschwindigkeit der Auslöser. Alle betroffenen Fahrzeuge seien aber zumindest mit Winterreifen ausgerüstet gewesen. „In dieser Hinsicht hatten wir nichts zu beanstanden“, so Sailer. Er berichtet außerdem von einigen Lastwagen, die liegen geblieben waren.

Die Winterdienste im Kreis Neuburg-Schrobenhausen waren vorbereitet

Wie berichtet, waren die Winterdienste in der Region gut auf die ersten Schneefälle vorbereitet. „Es war alles hergerichtet, wir haben nur noch gewartet, dass es losgeht“, sagt Bernhard Strehle, Chef der staatlichen Straßenmeisterei im Landkreis. Um 4 Uhr morgens war es so weit und seine Mitarbeiter rückten aus. Laut Strehle kamen die Räum- und Streufahrzeuge gut voran, auch wenn am Morgen ordentlich Schnee vom Himmel kam. Bis acht Uhr war die erste Schicht durch, bis Mittag dann die zweite. Nachmittags brachen die Mitarbeiter nochmals zu Kontrollfahrten auf, um dort nachzuräumen, wo es nötig ist, berichtet Strehle. Kein Verständnis hat er für Autofahrer, die trotz der Witterung nicht ihre Geschwindigkeit anpassen. Der Winterdienst könne nicht mehr als räumen und streuen, doch es liege auch an jedem selbst, dass er nicht im Straßengraben landet, so Strehle.

Kinder hatten ihre Freude am ersten Schnee in diesem Winter.
Bild: Winfried Rein

Auch die Polizei weist darauf hin, die Geschwindigkeit stets auf die jeweiligen Straßen-, Sicht- und Witterungsverhältnisse anzupassen. Gerade in dieser Jahreszeit müsse man immer mit glatten Straßen rechnen und seine Fahrweise anpassen, heißt es. Wer bei schlechten Sicht- oder Wetterverhältnissen seine Geschwindigkeit nicht anpasst und einen Unfall verursacht, müsse mit einem dreistelligen Bußgeld sowie einem Punkt rechnen.

„Einen solchen Rückstau habe ich schon lange nicht mehr erlebt“

Für zusätzliche Behinderungen sorgte die derzeitige Sperrung der Staustufe Bergheim. Am Dienstagmorgen staute sich der Verkehr in Richtung Neuburg zum Teil bis zur Abzweigung Joshofen zurück. Die Stauungen im morgendlichen Berufsverkehr erstreckten sich auch in den Nordwesten von Neuburg. Die Monheimer Straße und die Ortsdurchfahrt Bittenbrunn waren dicht, und Oberbürgermeister Bernhard Gmehling befand sich mit seinem Auto mittendrin. „Einen solchen Rückstau habe ich schon lange nicht mehr erlebt“, so der OB, „wer jetzt noch behauptet, wir brauchen keinen zweiten Donauübergang, dem ist nicht mehr zu helfen.“

Der Wintereinbruch hat in den Morgenstunden auch zu einem Unfall auf der Lechbrücke bei Rain geführt. Wie die Polizei auf Anfrage mitteilt, war ein Räum- und Streufahrzeug aus Richtung Genderkingen kommend auf der B16 unterwegs. Auf Höhe der Lechbrücke geriet das Fahrzeug auf schneebedeckter Fahrbahn ins Schleudern und rutsche auf die Gegenspur. Der Fahrer eines entgegenkommenden Sattelzugs wollte den Zusammenstoß vermeiden, lenkte nach rechts und landete im Brückengeländer, wo er stecken blieb. Auf der stark befahrenen B16 kam es im morgendlichen Berufsverkehr zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

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