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Ingolstadt

25.01.2021

Lavendelduft soll in Ingolstadt Kaninchen aus dem Park vertreiben

Die Kaninchenpopulation im Ingolstädter Klenzepark hat überhandgenommen. Die Stadt will den Nagern nun Herr werden. Die Verantwortlichen setzen nach einem Sturm der Empörung auf sanfte Methoden, um die Kaninchen zu vertreiben.

Plus Im Klenzepark in Ingolstadt hat die Kaninchen-Population überhand genommen. Das Gartenamt wollte Frettchen auf die Tiere ansetzen. Doch die Empörung war groß. Jetzt kommen Duftstoffe zum Einsatz.

Nur eine einzige Nacht haben die Tiere gebraucht, um all die Fleißigen Lieschen aufzufressen. Dutzende Kaninchen müssen sich in jener Frühlingsnacht vor knapp einem Jahr über die frisch gepflanzten Blumen im Klenzepark hergemacht haben. Immerhin waren „die Köpfe radikal weggefressen“, erinnert sich Ulrich Linder. Er ist Chef des Ingolstädter Gartenamts und wollte den gefräßigen Nagern jetzt zu Leibe rücken. Doch nach einem Bericht in einer Lokalzeitung wird daraus nun nichts.

Sanfte Methoden sollen nun die Kaninchen aus dem Klenzepark in Ingolstadt vertreiben

Vor allen Dingen in den sozialen Medien gab es jede Menge erboster Kommentare, ein regelrechter Shitstorm war losgegangen, Tierschützer gingen auf die Barrikaden. Aufgrund der „gesellschaftlichen Nicht-Akzeptanz“, so Linder, ändert das Gartenamt nun seine Strategie. Statt die Tiere zu töten, wollen es die Mitarbeiter nun mit sanften Methoden versuchen. Das Ziel bleibt dasselbe: Künftig soll es im Klenzepark deutlich weniger Kaninchen geben.

Im Klenzepark in Ingolstadt leben an die 1000 Kaninchen

Nach Schätzungen des Gartenamts leben allein im Klenzepark an die 1000 Kaninchen. Ohne Einflüsse von außen, erklärt Linder, verdoppelt sich der Bestand innerhalb eines Jahres. So könnten schon in nicht allzu ferner Zukunft an die 2000 Tiere im Park leben. Und dort fressen sie nicht nur die Blumen in den Beeten ab, so Linder. Sie können mitunter auch eine Gefahr für die Parkbesucher werden. Denn die Tillywiese haben sie mit ihren Bauen bereits untertunnelt.

Auf der Tillywiese in Ingolstadt könnten sich Menschen verletzen

Spielt auf der Wiese jemand Fußball, könne er sich deshalb leicht verletzen. Von einer Sperrung der großen Wiese will Linder nicht sprechen, doch es könne durchaus möglich sein, dass künftig Warnschilder aufgestellt werden: „Achtung, Kaninchenbau!“

Auf das Einfangen der Kaninchen in Ingolstadt wird nun verzichtet

Der Plan des Gartenamts war nun, Frettchen auf die Kaninchen anzusetzen. Die sollten die Nager zwar nicht fressen, sie aber aus ihrem Bau jagen, so dass sie eingefangen und schließlich abtransportiert werden können. „Damit hätten wir auch nur einen Bruchteil erwischt“, erklärt Linder. Und das war auch die Absicht. Denn der Bestand solle nicht ausgerottet, sondern nur dezimiert werden. Doch die öffentliche Empörung war groß und so verschickte das städtische Presseamt am Montag eine Mail mit der Nachricht: „Auf das ursprünglich für das kommende Frühjahr angekündigte Einfangen von Kaninchen im Klenzepark wird verzichtet.“

Duftstoffe sollen die Kaninchen aus dem Klenzepark in Ingolstadt vertreiben

Stattdessen sollen die Tiere nun mit allerlei Duftstoffen vertrieben werden. Die Stadt setzt dabei vor allen Dingen auf Salbei, Lavendel und Rosmarin. Einerseits sollen diese nun angepflanzt werden, um die Kaninchen von den Blumenbeeten fernzuhalten. Andererseits könnten auch ätherische Öle helfen. Doch hier sieht Linder ein Problem. Denn starker Regen würde alles wegwaschen und das Gartenamt müsste immer wieder viele Liter des Öls ausbringen.

Sollten die Maßnahmen nichts bewirken, befürchtet Linder, dass eines Tages die Kaninchen von der Myxomatose befallen werden könnten. Die Kaninchenpest taucht oft dort auf, wo viele Tiere dicht gedrängt aneinander leben.

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