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21.03.2009

Lebenslange Haft für Mord an Rentner

Ingolstadt Höchststrafe im Prozess um den Rentnermord: Das Schwurgericht verhängte gegen den 26-jährigen Angeklagten gestern eine lebenslange Haft.

Die Kammer unter Vorsitz von Landgerichtsvizepräsident Paul Weingartner hatte nach fünf Verhandlungstagen nicht den geringsten Zweifel, dass der Obdachlose Steffen P. der Mörder des 72 Jahre alten Karl-Heinz W. aus der Münchener Straße in Ingolstadt ist. Der Rentner wurde Ende Mai vergangenen Jahres von seiner Exfrau tot in seinem Schlafzimmer gefunden. Um den Hals der Leiche war noch der Ledergürtel geschnürt, mit dem der Mann vermutlich viele Minuten lang gedrosselt wurde. Und das Küchenmesser, mit dem der Täter seinem Opfer den "finalen Stich" (Weingartner in seiner Urteilsbegründung) ins Herz versetzte, steckte noch in der Brust des Toten.

Das Schwurgericht folgte nicht nur im Strafmaß, sondern auch im Nachvollzug des Tathergangs der Ansicht von Staatsanwältin Heike Will. Die hatte vermutet, dass ein Streit mit tödlichem Ausgang entbrannt worden war, als der Rentner bemerkte, dass Steffen K. von seinem Telefon aus pausenlos teure Sexnummern anwählte, wie sie spätabends im Fernsehen ausgestrahlt werden. Der Obdachlose habe den Rentner zunächst niedergeschlagen und dann wohl gemeint, dass der Mann sehr ernsthaft verletzt ist (was aber nicht der Fall war). Daraufhin habe er aus Angst davor, wieder ins Gefängnis zu kommen, die feste Mordabsicht gefasst und sofort in die Tat umgesetzt, so das Schwurgericht.

Der Obdachlose hatte erst wenige Tage zuvor in einem kleinen Park am Hauptbahnhof Kontakt zu dem Rentner geknüpft. Karl-Heinz W. litt an Geldsorgen und war nach seiner Scheidung vereinsamt. Der alte Mann nahm den Gelegenheitsarbeiter, der kurz zuvor erst aus dem Gefängnis entlassen worden war, mit in seine Wohnung.

Steffen P. machte im Prozess keine Angaben zur Sache. Er wird nun eine sehr lange Zeit in Haft verbringen müssten. Frühestens nach 15 Jahren darf ein Antrag auf vorzeitige Entlassung geprüft werden.

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