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Bergheim-Attenfeld

14.10.2015

Lehmgrube wird wohl früher verfüllt sein als geplant

Robert Gehart, Bauleiter bei der Firma Geiger, erklärt den Gemeinderäten Josef Lehmeier und Adolf Gloßner die Verfüllung der Lehmgrube.
Bild: Stegmann

Seit zwei Jahren landet in der Tongrube in Attenfeld Aushubmaterial und Bauschutt. Die Firma Geiger geht davon aus, dass die Rekultivierung bereits in neun Jahren abgeschlossen sein wird

Vor zwei Jahren war die Stimmung alles andere als gut in Attenfeld. Viele Bewohner wollten nicht, dass die Lehmgrube am Rande des Bergheimer Ortsteils wieder verfüllt wird. Sie fürchten um gesundheitliche Spätfolgen wegen des teils belasteten Bauschuttmaterials, das in der Grube landen sollte. Die Gemeinde stärkte den Bürgern den Rücken und lehnte den Nutzungsvertrag der Firma Geiger mehrfach ab, der die An- und Abfahrtswege zur Lehmgrube festlegen sollte. Außerdem reichte sie beim Landtag eine Petition gegen die Verfüllung ein.

Doch mittlerweile ist es ruhig um die Kritiker geworden. Allen Einwänden zum Trotz bekam die Firma Geiger letzten Endes ihre Genehmigung, sodass seit November 2013 die Grube jeden Tag ein bisschen kleiner wird. Für gestern Vormittag war eine Besichtigung der Lehmgrube mit Vertretern der Firma Geiger angesetzt – ein Termin, den sich die Gemeinderäte gewünscht hatten, wie Bürgermeister Tobias Gensberger sagte. Gekommen waren neben Gensberger aber nur drei von zwölf Räten: Josef Lehmeier, Adolf Gloßner und Hermann Hauck, der sich allerdings schon bald wieder verabschiedete. Außerdem interessierten sich gerade mal vier Attenfelder für den öffentlichen Termin.

Und so erklärten Bauleiter Robert Gehart und Geschäftsführer Markus Brutscher vor kleinem Publikum, wie die Verfüllung vonstattengeht. 100000 Tonnen Verfüllmaterial sind vergangenes Jahr in der Grube gelandet, dieses Jahr sind es erst 61000 Euro. Nichtsdestotrotz rechnet die Firma Geiger damit, dass die Verfüllung früher als geplant abgeschlossen ist. Statt von zehn Jahren geht man derzeit von neun Jahren aus, bis aus der Grube eine Wiese mit Biotopen geworden ist. Zu 95 Prozent würde Bodenaushub in der Grube landen – wie etwa der von der neuen Kläranlage in Bergheim. Bauschutt komme nur selten vor, Betonbruch nur in ganz kleinen Mengen.

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Damit in der Lehmgrube auch nur das landet, was rechtlich zulässig ist, gibt es verschiedene Kontrollstufen. Die erste findet bereits beim Erzeuger statt, der das Entsorgungsmaterial von einem Gutachter auf seine Belastung bewerten lassen muss. Angeliefert werden darf nur Material bis zu einem Wert der Kategorie Z 1.2. Alle 10000 Kubikmeter nimmt die Firma Geiger darüber hinaus eigene Proben. Außerdem wird an vier Stellen auf dem Gelände im halbjährlichen Rhythmus das Grundwasser untersucht. All diese Daten werden in einem Jahresbericht zusammengefasst und dem Landratsamt zur Kontrolle geschickt. In regelmäßigen Abständen kontrolliert ein Biologe auch, ob es den Gelbbauchunken und Kreuzkröten noch gut geht. „Die Idealvorstellung ist, das Überleben der Tiere bis zur Rekultivierung zu sichern“, sagte Heinrich Distler von der Ökologisch-Faunistischen Arbeitsgemeinschaft Bayern.

Und was hat die Gemeinde Bergheim von der Verfüllung? Einerseits zahlt die Firma Geiger natürlich Gewerbesteuer, die der Gemeinde finanziell zugutekommt. Und darüber hinaus hat das Unternehmen auf seine Kosten einen gemeindlichen Feldweg asphaltiert, über den die Lastwagen auf die Staatsstraße zurückfahren, um den Straßwirt verkehrstechnisch zu entlasten. Kritik an der Verfüllung wurde im Übrigen seit zwei Jahren nicht mehr laut: Außer ein paar vereinzelten Beschwerden wegen Lärms oder verschmutzten Straßen gab es keine Beanstandungen.

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