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Operette

13.01.2015

Leichte Kost, die glücklich machte

Das Dorf (in der Mitte Seppl Frauendorfer) freut sich über Armandos ersten Preis. Szene aus der Operette „Maske in Blau“.
Bild: Julia Abspacher

„Maske in Blau“ brachte eine Fülle von Evergreens und komischen Momenten ins Stadttheater

So ein Ring spielt ja in vielen Werken eine Rolle, ob Literatur, ob Musik. In manchen besitzt er magische Kräfte, in anderen steht er einfach nur für die Liebe. Und auch in der Operette „Maske in Blau“ steht ein Ring im Mittelpunkt der Handlung. Zu sehen beim Gastspiel der Operettenbühne Wien im Neuburger Stadttheater.

San Remo in den 1930er Jahren: Der Maler Armando Cellini (Thomas Markus) hat mit seinem Bild „Maske in Blau“ einen Preis gewonnen. Doch nicht einmal er weiß, wen er da vor einem Jahr gemalt hat. Die Frau versprach, nach einem Jahr wiederzukommen und als Erkennungszeichen den Ring zu tragen, den Armando ihr geschenkt hat.

Nun also ist der Zeitpunkt gekommen und Evelyn Valera (Judit Bellai), die Frau hinter der Maske, reist unerkannt aus Argentinien an. Sie und Armando verlieben sich und alles scheint perfekt zu sein, bis der eifersüchtige Pedro dal Vegas (Viktor Schilowsky) sich einmischt. Er stiehlt Evelyn ihren Ring, gibt ihn Armando und behauptet, es wäre für sie alles nur ein Spiel gewesen. Dasselbe erzählt er auch der Argentinierin. Sie verlässt San Remo, doch Armando und seine Freunde haben dal Vegas’ Spiel durchschaut und reisen ihr hinterher. Endlich gibt Armando ihr den Ring und sie feiern ein rauschendes Verlobungsfest.

Die Operettenbühne Wien war nicht zum ersten Mal in Neuburg zu Gast und ließ auch erkennen, weshalb sie immer wieder für die Ottheinrichstadt verpflichtet wird. Mit viel Liebe und Herzblut spielte und sang das Ensemble und nahm das Publikum mit in die 30-er Jahre, mit ausgefeilten Choreografien und der einen oder anderen Steppnummer.

Die Musik des Komponisten Fred Raymond, komponiert Mitte der 30-er Jahre, ist eine Mischung aus klassischen und modernen Anlängen, mit Schlagern der damaligen Zeit, von denen viele zu Evergreens wurden. Darunter etwa „Die Juliska aus Budapest“, „Schau einer schönen Frau nie zu tief in die Augen“, „Am Rio Negro“, „Sassa“ und „Ja, das Temp´rament“. Das Orchester unter der Leitung von Lásló Gyükér – besetzt sowohl mit Streichern, als auch mit Percussion-Instrumenten – war unverkennbar eine der tragenden Säulen der Inszenierung. Die stimmliche Präsenz der Sänger hingegen – vor allem in den tieferen Lagen – reichte bedauerlicherweise nicht immer aus, um Verständlichkeit zu garantieren.

Überzeugen konnten allerdings durchweg die schauspielerischen Leistungen. Vor allem in den Charakteren der Nebenrollen war eine komödiantische Note zum Amüsement des Publikums herausgearbeitet. Armandos Freunde Franz Kilian (David Hojsak), der von Fischen besessen scheint und Tag und Nacht vom Angeln schwärmt, und Seppl Frauendorfer (Alexander Helmer), ein Schwerenöter, der ganz unterm Pantoffel seiner Freundin steht, werden ebenso karikiert dargestellt wie Evelyns Vertrauter Gonzala (Urs Mühlenthaler), der zu Beginn emotionslos so gar nicht ins lebhafte San Remo passen will.

Auch wenn das ein oder andere Detail, wie etwa die sehr plastik-glänzenden Perücken oder die Tatsache, dass die Cocktails offensichtlich nur aus Wasser bestanden, nicht ganz perfekt war, konnten das ausladende Bühnenbild und die Kostüme, vor allem im zuckersüßen San Remo, überzeugen. Alles in allem also ein stimmiges Gesamtbild und ein Abend mit leichter Kost, der einen doch glücklich nach Hause schickte.

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