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Rohrenfels

04.11.2019

Letzte Chance für die Kindergärtnerei

In der Kindergärtnerei könnten die Kinder ihr eigenes Gemüse anbauen. Ob aus dem Projekt etwas wird, ist aber fraglich.
Bild: Adobe Stock

Plus Im Rohrenfelser Ortsteil Neustetten könnte ein Natur-Kindergarten entstehen. Es wäre der erste seiner Art im Landkreis – wenn sich denn ein Geldgeber findet. 

Ein Natur-Kindergarten auf dem Gelände der Gärtnerei Spatenstich in Neustetten – mit dieser im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen einmaligen Idee haben sich in den vergangenen Monaten Manuela Meier und Christa Walter intensiv auseinandergesetzt. Die Erzieherin und die Eigentümerin des Gärtnereigeländes würden gerne einen Kindergarten ins Leben rufen, in dem der Anbau von Gemüse, Tierhaltung, gesunde Ernährung mit regionalen und saisonalen Produkten sowie die Herkunft von Lebensmitteln die Hauptrolle spielen. „Kindergärtnerei“ würden sie ihn entsprechend dem Konzept taufen. Doch im Augenblick sieht es nicht danach aus, als würde aus dem Vorhaben etwas werden – sehr zum Bedauern der beiden Initiatorinnen.

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Manuela Meier, die zuletzt Leiterin der Kita in Rennertshofen war, ist immer noch davon überzeugt, dass die Kindergärtnerei ein tolles Alternativ-Projekt wäre. In vergleichsweise kleinen Gruppen sollen die Kinder in der Natur und mit der Natur spielen. Das Gärtnereigelände biete alles, was dafür nötig sei: Erdhügel und Tothölzer seien natürliche Spielgeräte, an denen sich die Drei- bis Sechsjährigen kreativ austoben könnten. Bienen, Ziegen, Gänse, Hühner und ein Kindergartenhund wären tierische Begleiter im Kindergartenalltag. Und in einem Gewächshaus könnten die Kinder Gemüse anbauen, pflegen und ernten. In der Küche eines Holzhauses, das den Kindern als Unterschlupf für regnerische Tage dienen soll, könnte dieses schließlich frisch verarbeitet werden.

Die Maschinenringe zeigten Interesse an der Kindergärtnerei

Das Konzept klingt stimmig und dürfte gerade in Zeiten der Klimawandel-Debatte das Lebensgefühl so mancher junger Eltern treffen. Doch etwas Entscheidendes fehlt: ein Träger oder Investor, der das Vorhaben finanziert. Denn um die Kindergärtnerei im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Boden zu stampfen, braucht es mehrere hunderttausend Euro Startkapital. Geld, das Manuela Meier und Christa Walter nicht aufbringen können. Dazu kommen die monatlichen Unterhaltskosten insbesondere für das Personal. Deshalb war schnell klar: Ohne Unterstützung einer Kommune, einer Organisation oder eines Unternehmens kann das Projekt nicht realisiert werden.

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Interesse hatte unter anderem das Trägerwerk Soziale Dienste (TWSD) gezeigt. Das gemeinnützige Unternehmen aus Thüringen betreibt unterschiedlichste Kinder- und Betreuungseinrichtungen sowie Teilhabezentren für Senioren. Wie Manuela Meier sagt, habe sich ein Vertreter des TWSD das Gelände angeschaut und sich das Konzept erklären lassen. Am Ende erteilte er den beiden Damen aber genauso eine Absage wie die Maschinenringe Neuburg, die sich einen solchen Natur-Kindergarten gut als Betreuungseinrichtung für die Kinder der Betriebsangehörigen hätten vorstellen können. Am Ende sei aber eine Zusammenarbeit wohl auch an der mangelnden Nachfrage der Mitarbeiter gescheitert, erzählt Manuela Meier.

Zuletzt habe auch Florian Herold, OB-Kandidat der Freien Wähler, eine Idee in den Ring geworfen: Umliegende Kommunen wie Rohrenfels, Königsmoos und Neuburg, könnten sich doch zusammentun und die Kindergärtnerei als Gemeinschaftseinrichtung betreiben. Manuela Meier hat in dieser Sache bereits mit Rohrenfels’ (Noch)Bürgermeister Wigbert Kramer und OB Bernhard Gmehling gesprochen – jedoch ohne ein nennenswertes Ergebnis. Deshalb haben Manuela Meier und Christa Walter das Gefühl, dass ihre Idee eine solche bleiben wird. Bis Ende des Jahres hoffen sie noch – wenn sich dann kein Licht am Ende des Tunnels zeigt, werden sie wohl oder übel die Kindergärtnerei begraben müssen.

Wer Interesse an der Kindergärtnerei hat, der kann sich an Manuela Meier und Christa Walter per Mail an kindergaertnerei.neustetten@googlemail.com wenden.

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