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Neuburg

14.01.2019

Licht und Schatten bei den Stadtwerken

Beginnt sich der Himmel über den Stadtwerken nach Jahren hoher Neuverschuldung wieder zu lichten?
Bild: Barbara Wild (Archiv)

Laut Wirtschaftsplan soll vor allem am Personal gespart werden. Einen positiven Trend lassen die Gewinne in den Bereichen Strom, Gas und Wärme erkennen.

Den Stadtwerken steht ein Jahr der Einsparungen bevor. Darauf haben sich Werkleiter Richard Kuttenreich mit den Stadträten und Oberbürgermeister Bernhard Gmehling im Werkausschuss verständigt. Mit diesem Kompromiss haben sich alle Seiten nach wochenlanger Diskussion auf einen Wirtschaftsplan für das Jahr 2019 geeinigt – in dem vor allem im Bereich der Stellen deutlich eingespart werden soll.

Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage der Stadtwerke und Schulden in Höhe von rund 60 Millionen Euro sind in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl&Partner intensive personelle Diskussionen und Maßnahmen für das Jahr 2019 vorgesehen. Wie bereits in der Vergangenheit angekündigt, können selbst betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen werden (wir berichteten). Bei den Stadtwerken arbeiten derzeit 146 Mitarbeiter, die sich auf 133 Vollzeitstellen verteilen. Und das soll vorerst so bleiben: „Der Stellenplan wird eingefroren, externe Stellenbesetzungen sind nicht gestattet“, sagte der stellvertretende Bereichsleiter Rechnungswesen der Stadtwerke, Florian Frank.

Stadtwerke: So soll am Personal gespart werden

Und es seien weitere Maßnahmen geplant: Umbesetzungen innerhalb der Stadtwerke, die zur Effizienzsteigerung beitragen, sollen geprüft und befristete Arbeitsverhältnisse sollen auf ihre „unbedingte Notwendigkeit“ überprüft werden. Zudem werden frei gewordene Stellen – egal ob durch Renteneintritt, Kündigung oder aus anderen Gründen – nicht automatisch neu besetzt werden. Und im ersten Quartal des laufenden Jahres wird der Stellenplan im Rahmen der Beratung durch Rödl&Partner „komplett neu justiert“.

Bei der Vorbesprechung des Wirtschaftsplans im Dezember hatte der Werkausschuss die Stadtwerke beauftragt, einen überarbeiteten Wirtschaftsplan vorzulegen, der 500.000 Euro Einsparungen in Material, Personal und sonstigen betrieblichen Aufwendungen vorsieht. Entsprechend wurde der Personalaufwand um 400.000 Euro und der Materialaufwand um 100.000 Euro reduziert.

Im Bereich Energie (Strom, Gas, Wasser, Nahwärme) sieht der Erfolgsplan einen Gewinn von rund 1,5 Millionen Euro vor. Der öffentliche Bereich, darunter Busse und Bäder, belastet das Jahresergebnis mit rund 2,9 Millionen – ein Wert, der seit Jahren konstant ist und in allen Kommunen als Negativgeschäft zu Buche schlägt. Damit ergibt sich ein geplantes Ergebnis von minus 1,4 Millionen für 2019.

So hoch sollen die Schulden der Stadtwerke bis 2023 wachsen

Gegenüber dem Geschäftsjahr 2017 mit einem Minus von rund 3,4 Millionen eine deutliche Verringerung des Gesamtverlustes, betonte Frank. Positiv werden die Gewinne im Bereich Strom und Gas gewertet, auch in der Nahwärme wird eine Steigerung des Gewinns erwartet. Für Richard Kuttenreich, Leiter der Stadtwerke, ein Zeichen, dass die Umstrukturierung der vergangenen fünf Jahre – vom Energieverteiler hin zum Energieerzeuger – Früchte trägt: „Mit dem Jahr 2019 beginnt der Aufbruch nach vorne.“ In ihrem Erfolgsplan für die kommenden fünf Jahre gehen die Stadtwerke von sukzessiv steigenden Gewinnen in der Energiewirtschaft – auf bis zu zwei Millionen Euro in 2023 – aus. Bei einem konstanten Minus im öffentlichen Bereich ginge der Gesamtverlust damit wieder auf rund eine Million zurück – wie in der Vergangenheit auch.

Im Vermögensplan stehen insgesamt Einnahmen in Höhe von 11,4 Millionen Euro Ausgaben in Höhe von 16,4 Millionen gegenüber. Die Stadt schießt bereits 250.000 Euro für Bäder, 2,5 Millionen für das geplante Parkdeck am Hallenbad und 2,5 Millionen Euro in Form einer Kapitaleinlage zu. Bleibt eine Neuverschuldung von fünf Millionen Euro. Die Gesamtverschuldung solle bis 2023 „lediglich“ auf rund 67,5 Millionen Euro steigen, gleichzeitig aber wachse das Anlagevermögen von derzeit 78 Millionen auf 94 Millionen an, erläuterte Frank.

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