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Neuburg

21.01.2020

Linken-Kandidat Wittmair will die Stadtentwicklung vorantreiben

Für viele ein leidiger Verkehrsknotenpunkt: die Luitpoldstraße in der Neuburger Innenstadt.
Bild: Marcel Rother (Archivfoto)

Plus Der 52-jährige Kaufmann tritt für die Partei Die Linke als OB-Kandidat in Neuburg an. Nach Ansicht von Michael Wittmair krankt die Stadt in vielen Bereichen.

Im Grunde genommen, sagt Michael Wittmair, habe die Stadt vier Kernprobleme zu bewältigen. Ihre Beratungsresistenz, die Entscheidungslegasthenie. Dazu die Intelligenzinsolvenz und eine Fortbildungsverweigerung. Vier Kernprobleme der kommunalen Politik also, die er als Oberbürgermeister für die Neuburger Linke zu beheben gedenkt. Dabei ist der 52-Jährige noch gar nicht so lange parteipolitisch aktiv. Erst im Mai vergangenen Jahres ist Michael Wittmair der Linken beigetreten. Seine Ziele, sollte er im März tatsächlich zum Neuburger Rathauschef gewählt werden, kann der Inhaber eines Fotogeschäfts dennoch klar formulieren.

Da wäre zum einen das leidige Verkehrsthema in der Innenstadt. Dies, so erklärt es der selbstständige Kaufmann, könne durch die Einführung eines kreuzungsfreien Einbahnstraßenrings gelöst werden. „Leipheim oder Ebersberg: Überall wo es solche Ringsysteme gibt, funktionieren sie. Warum dann nicht in Neuburg?“, bekräftigt der OB-Kandidat. Mit dem „Neuburger Ring“ würden Wittmairs Ausführungen zufolge weitere Parkplätze entstehen, auf die wiederum der Einzelhandel angewiesen ist. Um die Stadt dahingehend zu modernisieren, will derKommunalpolitiker außerdem auf Automatik-Parksysteme umsteigen. Schließlich könne der Parkraum auf diese Weise um bis zu 80 Prozent erhöht werden. „Bei der Tiefgarage am Fürstgarten wurde das wieder einmal versäumt“, kritisiert er.

Michael Wittmair will für Neuburg einen Busbahnhof durchsetzen

Michael Wittmair, 52, kandidiert für die Linken als Oberbürgermeister in Neuburg.
Bild: Elisa Glöckner

Um das Verkehrschaos weiter zu entschärfen, plädiert Michael Wittmair für einen Busbahnhof in zentraler Lage. Der soll nicht nur Schließfächer, sondern auch gekühlte Schließfächer beherbergen. Das ermögliche es Menschen unter anderem, ihre Einkäufe für kurze Zeit zwischenzulagern. Michael Wittmair sagt: „In anderen Städten gibt es so etwas schon, nur in Neuburg sieht man nicht über den Tellerrand.“ Nach dem Vorbild Pfaffenhofens soll der Stadtbusverkehr zudem kostenlos werden. Der Mehraufwand würde sich lediglich auf 245.000 Euro pro Jahr belaufen. Damit auch wirklich mehr Leute öffentliche Verkehrsmittel nutzen, müsse der Bus eine direkte Verbindung in die Innenstadt haben und in Zeitintervallen von etwa zehn bis 15 Minuten touren.

Linken-Kandidat Wittmair will die Stadtentwicklung vorantreiben

Die Stadtentwicklung muss vorangetrieben werden, betont Michael Wittmair. Um das zu realisieren, braucht das Stadtmarketing in seinen Augen eine andere Struktur – und zwar die einer unabhängigen Stabsstelle zur Wirtschaftsförderung. Aufgabe dieser Stabsstelle sei es, Kaufleute zusammenzubringen und Branchen zu vernetzen. Denn aktuell seien die Gegebenheiten prekär: Anstelle von inhabergeführten Geschäften eröffnen Gastronomiebetriebe und Filialisten. „Wenn es so weitergeht, können wir in Neuburg bald die Gehwege hochklappen.“ Deshalb mahnt Wittmair, auf Gutachten zu hören, die ebendies schon vor Jahren prophezeit haben, „aber wieder in die Schublade gesteckt wurden“. Dazu zählt er etwa das Einzelhandelsgutachten, den Stadtentwicklungsplan und das Stadtbusgutachten.

Neuburg soll laut Wittmair familienfreundlicher werden

Neben Barrierefreiheit und transparenter Bürgerbeteiligung skizziert der 52-Jährige eine weitere Aufgabe, die er angehen will: sozialen Wohnraum. Dieser sei in Neuburg systematisch vernachlässigt worden. „Der Stadtrat kommt dem nicht nach, obwohl es in der Bayerischen Verfassung steht.“ Abhilfe soll laut Michael Wittmair der sogenannte Selbstbauverein schaffen, der Mitte Februar – unter anderem von ihm als Privatperson – gegründet werden soll. Dabei handelt es sich um eine Vereinigung, die Menschen zusammenbringen will, um dann gemeinschaftlich beispielsweise einen Wohnblock zu errichten.

Überhaupt soll Neuburg familienfreundlicher werden. Einer der wichtigsten Punkte auf der Agenda des OB-Kandidaten ist es daher, eine Schule in Heinrichsheim zu errichten. Michael Wittmair: „Die Kinder werden bisher täglich in die Stadt gekarrt und aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen.“ Dabei sei Heinrichsheim der am stärksten wachsende Ortsteil Neuburgs. Von einer Bildungseinrichtung vor Ort würden demnach viele profitieren. Die Schulen in Neuburg, die letztlich weniger Kinder aufnehmen müssten. Die Umwelt, die ohne das Pendeln weniger Mama-Taxis ertragen müsste. Und natürlich die Kleinen, die einen kürzeren und weniger gefährlicheren Weg zum Unterricht in Kauf nehmen müssten.

Das sind die anderen OB-Kandidaten der Kommunalwahl in Neuburg im Porträt:

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