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Birdland

28.11.2017

Lokalmatadorin und Weitgereister

Heimvorteil am Freitag, Erfahrungsplus am Samstag: Kerstin Schulz singt zur Musik von „4 Of A Kind“ am Freitag im Birdland. Das bescheidene Jazz-Urgestein Harold Mabern spielt am Samstag.
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Heimvorteil am Freitag, Erfahrungsplus am Samstag: Kerstin Schulz singt zur Musik von „4 Of A Kind“ am Freitag im Birdland. Das bescheidene Jazz-Urgestein Harold Mabern spielt am Samstag.

Jazz am Wochenende: Kerstin Schulz und Harold Mabern stehen auf der Bühne

Kerstin Schulz wird mit ihrem seit vielen Jahren bestehenden Quintett „4 Of A Kind“ am Freitag den Anfang machen. Der amerikanische Pianist Harold Mabern mit seinem aktuellen Quartett wird den Samstag gestalten. Für dieses Konzert sind nur noch Sitzplätze links neben der Bühne möglich.

Begeisterte Fans nennen sie „die Ella Fitzgerald von der Donau“, in ihrer Heimatstadt Neuburg, aber auch in Ingolstadt, wo sie als Moderatorin bei Radio IN mit ihrer sonoren Altstimme längst Kultstatus genießt, kennt sie nahezu jeder. Dies rührt nicht zuletzt von einer Vielzahl von Auftritten her, bei denen Kerstin Schultz seit mehr als zwei Jahrzehnten ihre große Leidenschaft auslebt: dem Jazz eine vokale Note zu geben. Ob mit ihrer Formation „4 Of A Kind“, ob mit Piano-Dauerpartner Jens Lohse: Wenn Kerstin zum Mikrofon greift, dann transportiert sie authentische Emotionen, verpackt in ein leichtes Swingkleid oder einen sanften Hauch von Bossa. Auch Pop-Ohrwürmer klingen aus ihrem Mund niemals nachgemacht oder recycelt, sondern besitzen stets eine eigene, liebevolle Note.

Zusammen mit ihrer Band, in der neben Jens Lohse noch der Saxofonist Christoph Zoelch, der Bassist Dominik Uhrmacher und der Schlagzeuger Tom Diewock mitwirken, will die „Grand Dame“ des Neuburger Vocal Jazz nun zum dritten Mal nach 2013 und 2015 ihren erklärten Lieblingsclub nach allen Regeln der Kunst mit einem unwiderstehlichen Programm aus dem „Great American Songbook“ und Popklassikern verzaubern. Jede Wette, dass die Leute – wie bei allen Konzerten von Kerstin Schulz – am Schluss völlig aus dem Häuschen sind?

Es wird immer schwieriger, die Gründerväter des Jazz leibhaftig auf einer Bühne zu erleben. Jene stilbildenden Ikonen, die maßgeblich an der Ausformung dieser Stilistik mitarbeiteten. Die meisten von ihnen spielen entweder schon im Himmel oder dümpeln als Opfer des gnadenlosen Zeitgeistes am Rande der öffentlichen Wahrnehmung dahin. Umso bedeutender wird unter solchen Gesichtspunkten das Gastspiel einer Legende wie Harold Mabern. Er selbst nennt sich bescheiden einen „Bluespianisten, der Jazz versteht“. Als Autodidakt verbindet der in Memphis geborene 81-Jährige allerdings auf schlicht geniale Weise die erdigen Töne mit großer Improvisationskunst. Seinen unverwechselbaren Sound integrierten Stars wie Lee Morgan, Sonny Rollins, Hank Mobley, Freddie Hubbard und Miles Davis in ihre Musik. „Eigentlich wollte ich nie ein Leader sein, sondern immer der beste Sideman aller Zeiten“, erklärte Mabern. Gottlob lässt sich der einzigartige Pianist hin und wieder doch auf das Vergnügen einer eigenen Formation ein, diesmal mit jüngeren Partnern wie dem Ausnahmesaxofonisten Eric Alexander, Daryl Hall am Bass und dem Österreicher Bernd Reiter an den Drums. Dabei gelingt es Harold Mabern auf wundersame Weise, einen weiten Bogen von der Tradition bis zum modalen Jazz zu spannen. Absolut empfehlenswert! (nr)

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