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13.11.2017

Make-up vom Profi

Isolde Binder nutzte die Gunst der Stunde und ließ sich beim Besuch von Horst Kirchberger im Kaminzimmer des Wittelsbacher Golfsclub von dem Starvisagist schminken. Interessiert sahen und hörten die anderem Damen dabei zu.
Bild: Silke Federsel

Ob Claudia Schiffer oder Cindy Crawford: Topvisagist Horst Kichberger hat schon viele geschminkt, die in der Modewelt Rang und Namen haben. Ein Kamingespräch.

Besuch Topvisagist Horst Kirchberger im Wittelsbacher Golfclub. Beim Kamingespräch wurde aber nicht nur gesprochen

Er hat schon alle geschminkt, die in der Modelwelt Rang und Namen haben: ob nun Claudia Schiffer, Naomi Campbell oder auch Cindy Crawford, sie alle haben sich den geschickten Händen vom Münchner Topvisagist Horst Kirchberger anvertraut. Und wenn so ein Experte zum Kamingespräch in den Wittelsbacher Golfclub kommt, dann mangelte es natürlich nicht an Freiwilligen, die sich gerne einmal vom Profi schminken lassen wollen und natürlich auch den ein oder anderen Tipp mit nach Hause nehmen. Es wurde also nicht nur gesprochen beim Treffen im Kaminzimmer, das Ladies Captain Rita Schmidt moderierte.

Als eine blonde Dame vor dem Schminkspiegel, vor dem sich Rouge, Lidschatten, Lippenstifte, Pinsel und Augenbrauenstifte in allen Farben und Schattierungen befanden, Platz nahm, überlegte Kirchberger nicht lange. Die ersten gekonnten Striche, schon sahen die Augenbrauen ausdrucksstarker aus, ein Braunton wurde auf das Lid mit dem Finger geklopft und der Mund zart in einem leichten Rotton ausgemalt – die Frau strahlte und alle anwesenden waren begeistert.

„Wie kommt ausgerechnet ein Mann zur Kosmetik?“, wollte eine der anwesenden Frauen wissen. „Eigentlich über die Malerei“, erklärte Kirchberger. Denn schon als kleiner Junge habe er liebend gerne gezeichnet. Er könne auch heute noch wunderbar entspannen, wenn er wandern geht und seinen Skizzenblock an einem idyllischen Ort herausholt. Kirchberger ist im Bayerischen Wald aufgewachsen und dort haben bereits die Klosterschwestern im Kindergarten sein Talent gefördert, indem sie ihm immer leuchtende Buntstifte und ausreichend Papier zur Verfügung gestellt haben. Doch ein weiteres Erlebnis hat ihn dann tatsächlich zum Umdenken bewogen: Er war etwa zwölf Jahre alt, als er im Fernsehen einen Bericht über den Beruf des Maskenbildners gesehen hat. Da wollte er plötzlich nichts mehr anderes machen. Mit seiner Familie zog er schließlich nach Erding, besuchte dort das Gymnasium, brach die Schule aber kurz vor dem Abitur ab. Die Eltern waren wütend , doch gaben sie irgendwann auf und ließen ihren Sohn seinen Weg gehen. Kirchberger begann eine Friseurlehre, denn nur so wird man zur Ausbildung zum Maskenbildner zugelassen. Die Lehre schloss er bei einem renommierten Münchner Friseur ab, bei dem die Stars ein- und ausgingen „Einer meiner Kollegen war für den Topfschnitt von Mireille Mathieu zuständig“, sagte Kirchberger.

Die Lehre zum Maskenbildner machte er dann beim Bayerischen Fernsehen, wurde aber danach nicht übernommen. Als aber eines Tages ein Fotograf bei ihm anrief, der einen Visagist suchte, der für die Unterwäschefirma „Triumph“ ein Model schminken kann, war das Kirchbergers Durchbruch. Seine Arbeit überzeugte und der junge Mann wurde ab sofort überall hin eingeladen, er reiste durch die ganze Welt und arbeitete für bekannte Designer wie Karl Lagerfeld. Seine geschminkten Models strahlten von Hochglanzmagazinen wie der Vogue“ oder schlenderten elegant den roten Teppich entlang.

Heute ist Kirchberger Unternehmer, betreibt ein großes Studio in München und hat seine eigene Produktlinie entwickelt, in die er seine Erfahrungen, die er auf der ganzen Welt gesammelt hat, einfließen ließ. „Denn die Europäerin mag es eher dezent, was das Make-up angeht, für Amerikanerinnen beispielsweise darf es ruhig etwas kräftiger sein“, erzählte er den Damen im Golfclub. Auch bei der Pflege habe jede Nation so ihre Vorlieben. „Japanerinnen beispielsweise machen daraus ein richtiges Ritual“, erklärte er.

Beim Schminken gehe es nicht immer nur um Schönheit, denn die empfinde jeder sowieso individuell. „Make-up sollte jeder Frau ermöglichen, sich selbst so gut wie es geht darzustellen.“ Es gehe darum, Vorzüge leicht zu betonen und Unerwünschtes zu kaschieren. Wichtig sei es, nicht jedem Trend hinterherzujagen, sondern zu prüfen, was dem eigenen Typ schmeichelt. „Ein roter Mund steht beispielsweise bei weitem nicht jeder Frau“, sagte Kirchberger.

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