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Ingolstadt

21.05.2019

Mann gesteht Messerstiche auf Nachbarn

Am Landgericht Ingolstadt hat ein 42-Jähriger zugegeben, auf seinen 36 Jahre alten Nachbarn im Schrebergarten eingestochen zu haben.
Bild: Harry Jung (Symbolfoto)

In Ingolstadt hat heute der Prozess um die Tötung in einem Schrebergarten begonnen. Der Angeklagte räumte ein, auf seinen Nachbarn eingestochen zu haben.

Es sollte ein geruhsamer Feiertag im Schrebergarten werden, es wurde zu einem blutigen Streit unter Parzellennachbarn. Am Ostermontag 2018 eskalierte in der Kleingartenkolonie in Gaimersheim (Landkreis Eichstätt) eine Auseinandersetzung: Ein Mann stach mehrfach auf seinen Gartennachbarn mehrfach ein. Der 36-Jährige starb an etwa einem Dutzend Messerstichen, die teils lebenswichtige Organe wie das Herz trafen.

Bluttat im Schrebergarten: Angeklagter gibt Messerstiche zu

Zu Beginn des Mordprozesses vor dem Ingolstädter Landgericht am Dienstag räumte der 42 Jahre alte Gartennachbar des Opfers ein, dass er zugestochen habe. Er schilderte das Geschehen aber als eine Art Notwehr. Auslöser des Streits war nach seiner Aussage, dass sein Nachbar sich über die angeblich fehlende Männlichkeit des Angeklagten lustig gemacht habe.

Der beschuldigte Lagerist ist überzeugt, dass seine Ehefrau, von der inzwischen geschieden ist, eine Reihe außereheliche Affären gehabt habe. Der 36-Jährige soll an jenem Tag damit angegeben haben, dass die Frau auch ihn angemacht habe. "Halt's Maul, ich will das nicht hören", habe er geantwortet, sagte der Türke vor Gericht. Nach weiteren Sticheleien soll der Jüngere dann zugeschlagen und später mit einem Messer auf seinen Kontrahenten losgegangen sein.

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Der Angeklagte erklärte, dass das Messer bei dem Kampf irgendwann am Boden lag. Sein Nachbar habe es nehmen wollen, dann habe zuerst er es zu fassen bekommen. "Ich weiß, dass ich zwei Mal zugestochen habe", sagte er. Auf die Anmerkung des Richters, dass nach den Ermittlungen aber mindestens elf Mal zugestochen wurde, erwiderte der Angeklagte, dass er auch weitere Stiche gesetzt haben könnte. "Ich habe ein Blackout gehabt", sagte er.

Warum die Staatsanwaltschaft an der Aussage des Angeklagten zweifelt

Die Staatsanwaltschaft geht von einem anderen Tatgeschehen aus. Sie ist überzeugt, dass das Opfer von dem Messerangriff überrascht wurde. Sie hat den 42-Jährigen deswegen wegen eines heimtückischen Mordes angeklagt, dem Mann droht somit eine lebenslange Haftstrafe.

Ein paar Stunden nach der Tat fand ein Kollege des Opfers die Leiche. Der 36-Jährige hätte eigentlich an dem Feiertag arbeiten müssen. Als er nicht erschien, fuhr der Zeuge zu dem Schrebergarten. Die Polizei hatte zunächst keine Spur und gründete eine Ermittlungsgruppe. Bereitschaftspolizisten suchten die Umgebung der Gartenanlage ab. Durch Zeugenbefragungen bekam die Kripo Hinweise auf den Parzellennachbarn, der einige Tage später von einem Spezialeinsatzkommando in einem Lokal festgenommen wurde.

In dem auf zehn Verhandlungstage angesetzten Prozess muss die Strafkammer nicht nur das genaue Geschehen in dem Schrebergarten klären. Gutachter werden auch dazu aussagen, ob der Angeklagte möglicherweise vermindert schuldfähig war. Der Mann sagte vor Gericht aus, dass er regelmäßig teils auch harte Drogen nehme und Alkohol trinke. Das Urteil wird am 30. Juli erwartet. (dpa/lby)

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