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Abschluss

24.07.2020

Maria-Ward-Schule: „Der Abschluss ist die Basis für etwas Größeres“

Die vier besten Absolventinnen der Maria Ward-Schule: (von links) Celina Kistler (Schnitt 1,17), Elisabeth Andraschko (1,18) sowie Luisa Peschke und Hanna Ettenreich (beide 1,27) erhielten am Freitag ihre Zeugnisse von Schulleiter Heribert Kaiser (Mitte).
Bild: Andrea Hammerl

Plus 73 Schülerinnen der Maria-Ward-Schule in Neuburg erhalten ihre Zeugnisse. 25 Absolventinnen haben mit einer Eins vor dem Komma abgeschlossen und der mathematische Zweig war so gut wie noch nie zuvor.

Schulleiter in Coronazeiten müssen erfinderisch sein. So gab es anstelle eines großen Festaktes im Kongregationssaal drei kleinere Festakte im Stundentakt in der Hofkirche für die 73 Absolventinnen der Maria-Ward-Schule. Anschließend wurde mit Sektempfang auf dem Karlsplatz gefeiert.

„In einem Punkt kann man Maria-Ward-Schulen fundamentalistisch nennen“, sagte Schulleiter Heribert Kaiser, „eine Zeugnisübergabe ohne Festakt ist für uns entgegen der – sicherlich berechtigten – Empfehlung des Ministeriums undenkbar“. Weshalb er Pfarrer Kohler sehr dankbar war, dass er die Hofkirche bereitstellte. Kreativ erwies sich Kaiser auch bei der Zeugnisübergabe. Kein Händedruck, dafür nahm sich jede Entlassschülerin selber eine Rose und erhielt das Zeugnis über zwei Armlängen und einen kleinen Tisch hinweg gereicht.

Zum festlichen Rahmen an der Maria-Ward-Schule trug die Schulband bei

Zum festlichen Rahmen trug die Schulband Cocino & Friends aus Musiklehrer Fabian Mnich (Tasten), Hanna Ettenreich (Gitarre), Maria Weinand (Cajon) Lena Beutler (E-Bass) und den drei Sängerinnen Leonie Höger, Julia Urig und Laura Amler mit „Auf uns“, „Friends“ und dem stimmungsvollen „Irischen Segen“ bei.

„Der Abschluss ist nur die Basis für etwas Größeres“, gab Kaiser den Schülerinnen mit, „macht etwas draus“. Denn wer A sage, müsse auch B sagen. Bleibende Erinnerungen an die Schulzeit seien immer mit Menschen verbunden, verdeutlichte der Rektor mit einer Anekdote aus seiner eigenen Schulkarriere. Von Musik habe er keine Ahnung gehabt, aber einen guten Freund Erwin, der ihn spicken ließ, während die Musiklehrerin, die er „Frau Huber“ nannte, wohl an Sehschwäche litt. Dafür aber umso besser hörte, weshalb Kaiser in die Lücken im Xylophon schlug, als er mit Erwin im Duo vorspielen musste, „während der Rest der Klasse falsch dazu sang“. Beide bekamen eine Eins und Kaiser bekannte sich nun vor seinen Absolventinnen „schuldig“.

Über Begegnungen mit Menschen, Klassenfahrten oder Schülermitverantwortung entwickelten sich Persönlichkeit und Charakter. „Behaltet eure Seelen und lasst euch nicht manipulieren“, mahnte Kaiser, „wertvoller als euer Abschlusszeugnis ist es, die Welt im Sinne der Gemeinschaft zu gestalten. „Mischt euch ein, traut euch“, riet auch Elternbeiratsvorsitzende Karin Katzki, „findet euren eigenen Weg zwischen Beruf und Leben, lasst euch nicht einengen“. Manche hätten schon konkrete Pläne, andere seien noch völlig planlos. Für alle hatte sie den Tipp, Träume und Ziele aufzuschreiben und sich die Liste erst in fünf Jahren für ein Resümee anzuschauen.

Launige Dankrede von der Schülersprecherin an der Maria-Ward-Schule

Launig und mit etwas Wehmut fiel die Dankrede von Schülersprecherin Selina Rau aus, die Eltern, Lehrer, Sekretärinnen und Hausmeister bedachte, die den Schülerinnen das Leben leichter gemacht hätten. „Wir waren nicht ganz einfach“, gestand sie. Das vielleicht nicht, dafür umso erfolgreicher. 25 Schülerinnen haben mit einer Eins vor dem Komma abgeschlossen und der mathematisch-naturwissenschaftliche Zweig der Klasse 10 a erreichte sowohl in Mathematik als auch in Physik einen Klassenschnitt von 1,7. „Das hatten wir noch nie“, lobte Kaiser, entgegen dem gängigen Klischee „Mädchen und Technik“.

Per Videobotschaft zugeschaltet wurden Landrat Peter von der Grün und Bernhard Gmehling. Der OB lobte die Zielstrebigkeit und Lernbereitschaft der Schülerinnen, die ihnen auch in außergewöhnlicher Zeit den Abschluss gebracht habe, betonte Gemeinschaft und Sozialkompetenz, die sie erlernt hätten und riet, diesen andersartigen Sommer dennoch zu genießen, denn er sei „der Sommer Ihres Abschlussjahres“. 29 Schülerinnen besuchen ab Herbst die FOS oder das Gymnasium, die anderen sind alle mit Ausbildungs- oder Fachschulplatz versorgt.

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